Weltreise-Organisation: Reisepass & Visa

Weltreise: Alles zum Reisepass & Visa

Auf dich wartet eine geballte Ladung Wissen rund ums Thema deutscher Reisepass und zu den verschiedenen Visa auf Weltreise. Hier erfährst du die wichtigsten Punkte, die dir bei der Organisation deiner Weltreise weiterhelfen und bekommst obendrein noch viele hilfreiche Tipps mit auf den Weg.

 

Wenn du in etwa eine Reiseroute für deine Weltreise im Kopf hast, ist der nächste Schritt sich über die Einreisebestimmung der einzelnen Länder zu informieren. Am besten startest du mit der Länderinformation des Auswärtigen Amts. Hier kannst du alle wichtigen Punkte nachlesen. Auf Wikipedia findest du eine Weltkarte, auf der du schnell sehen kannst, für welches Land du ein Visum brauchst.

 

Aber lass uns erst mit dem Basiswissen starten!!!

 

Aktualisierung zuletzt im September 2019

 

Inhaltsverzeichnis

1. Deutscher Reisepass
2. Einreise ohne Visum
3. Elektronische Einreiseerlaubnis für die USA, Kanada & Neuseeland
4. Nachweis von Rück- oder Weiterflug
5. „Visa on Arrival“
6. Visum in Botschaft beantragen
7. Verlängerung Aufenthaltsgenehmigung oder Visum

8. „Overstay your Visa“
9. „Visa Run“
10. Working Holiday Visum
11. Visa-Übersicht beliebter Reiseländer

12. Reisepass gestohlen – Was tun?

 

Reisepass

1. Deutscher Reisepass

 

Hast du einen Reisepass?

Dann hol ihn heraus und schau nach wie lange er noch gültig ist. Die meisten Länder fordern, dass dein Reisepass bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gilt.

 

Daher mein Tipp: dein Reisepass sollte mindestens neun Monate länger gelten, als deine geplante Weltreise. So hast du etwas Puffer, falls du etwas später zurück kommst.

 

Wie viele freie Seiten hat er?

Ein Standard Reisepass hat 32 Seiten, für Vielreisende gibt es auch einen mit 48 Seiten. Du wirst überrascht sein, wie schnell sich die Seiten füllen, also solltest du noch ausreichend viel Platz haben.

 

Manche Länder verschlingen deinen Pass förmlich. In Südostasien zum Beispiel bekommst du meistens einen Aufkleber für dein Visum, was schon eine Seite weniger ist. Zusätzlich kommen noch die Einreise- und Ausreisestempel dazu. In Südamerika sieht es entspannter aus, da du hier nur Stempel bekommst.

 

Überschlage grob, wie viele Seiten du für deine Reiseroute brauchen wirst (mit Visum 1,5 Seiten, nur Stempel 1/3 Seite pro Land). Jetzt schlage noch ein paar mehr drauf, weil es sowieso anders kommen wird.

 

Tipp: Ich habe mir bei der Einreise angewöhnt, die Beamten zu bitten auf einer bereits benutzen Seite zu stempeln. Ansonsten nehmen sie oft eine neue Seite, so wird dein Reisepass schnell voll.

 

Einen neuen Reisepass beantragen

Kümmere dich früh genug darum, falls du einen neuen Reisepass brauchst. Das kann vier bis acht Wochen dauern. Falls du noch ein Visum vor der Reise beantragen willst, musst du entsprechend mehr Vorlaufzeit einplanen.

 

Die Kosten für einen neuen Standard-Reisepass variieren je nach Alter zwischen 40 bis 60 Euro. Für eine Express-Ausstellung oder eine Ausführung mit 48 Seiten zahlst du noch einmal etwa 30 Euro drauf. Seit 2005 gibt es den ePass mit digitalem Foto, biometrischen Daten und Fingerabdrücken.

 

Noch ein paar Tipps

Der Reisepass ist dein wertvollster Besitz auf Reisen, ohne ihn bist du ein niemand. Pass also immer gut auf ihn auf. Meiner reist zudem in einem wasserdichten Zipp-Beutel* mit mir durch die Welt, nur um ganz sicher zu gehen. Ich habe schon von Horror-Stories gehört, wo der Zustand des Reisepasses beanstandet wurde und die Person nicht fliegen durfte. Also immer gut auf ihn aufpassen.

 

Ein weiterer hilfreicher Tipp, ist es die Hauptseite deines Reisepass einzuscannen und zwei Kopien zu machen.

 

Die digitale Version deines Passes legst du dir am besten online in deinem Email-Postfach oder der Cloud ab. Wenn du bestohlen wirst, beschleunigt das den Prozess für einen neuen Reisepass. Die Kopien sind oft nützlich, zum Beispiel beim Checkin ins Hotel oder beim Ausleihen eines Motorrollers. So vermeidest du, dass du deinen Pass als Pfand dalassen musst und kannst ihn im sicheren Schließfach deiner Unterkunft lassen.

 

Zusammenfassung: Deutscher Reisepass

Gültigkeit: Weltreise-Zeitraum + 6 Monate + Reserve = solange sollte er noch gültig sein
Anzahl freie Seite: für Länder mit Visum 1,5 Seiten einplanen und für Länder ohne Visum 1/3 Seite + Reserve
Beantragung: im Bürgerbüro deiner Heimatstadt beantragen, dauert 4 – 8 Wochen
Ausführung: Standard-Reisepass mit 32 Seiten oder für Vielreiser mit 48 Seiten
Kosten: 40 bis 90 Euro
Tipps: wasserdichte Hülle zum Schutz*, Hauptseite einscannen & online ablegen, 2 Kopien von Hauptseite

 

2. Einreise ohne Visum

 

Am einfachsten sind Länder, in die du visumsfrei einreisen kannst. So musst du dich um nichts vorher kümmern und es entstehen keine Kosten für dich. Bei der Ein- und Ausreise erhältst du jeweils einen Stempel in deinen Pass außerhalb der EU, mehr passiert nicht. Nur die „Entrycard“ (Einreisekarte) solltest du gut aufbewahren, da du sie wieder bei der Ausreise abgeben musst.

 

Visaübersicht für deutsche Staatsangehörige

Visaübersicht für deutsche Staatsangehörige

Quelle: Wikipedia

 

Wenn du nach Israel reist und planst auch andere arabische Länder später mit demselben Reisepass zu besuchen. Kannst du den Grenzbeamten bitten den Einreisestempel auf einem separaten Zettel zu machen. So vermeidest du Probleme oder unangenehme Fragen bei späteren Reisen.

 

Mittlerweile erhältst du am Flughafen von Ben Gurion in Israel und einigen anderen Grenzübergängen eine Einreisekarte („Border Control Clearance“) und keinen Stempel mehr in den Reisepass. So erübrigt sich die oben genannte Problematik.

 

3. Elektronische Einreiseerlaubnis für die USA, Kanada & Neuseeland

 

Hierbei handelt es sich nicht um ein Visum, sondern um eine elektronische Einreiseerlaubnis, die du vorab online beantragen musst. Diese brauchst du übrigens auch für Zwischenlandungen.

 

Plane extra Zeit fürs Umsteigen ein.

 

Ich hätte in Amerika fast meinen Anschlussflug verpasst, da ich über eine Stunde für den ganzen Prozess gebraucht habe. Ich musste durch die Immigration, mein Gepäck einsammeln, wieder aufgeben, erneut durch die Sicherheitskontrolle und Immigration gehen. Je nach Flughafen und Uhrzeit kann es schneller oder langsamer sein.

 

Was du bei der online Beantragung beachten musst

Spätestens 72 Stunden vor deinem Flug solltest du die ESTA oder ETA online beantragen. Geh dafür auf die offizielle Webseite des entsprechenden Landes, einen Visa-Service brauchst du hierfür nicht. Fülle das Online Formular aus und bezahl per Kreditkarte.

 

Im Anschluss wirst du per Email informiert und kannst dir deine ESTA oder ETA herunterladen. Speicher dir die Datei auf dem Smartphone und druck sie dir zur Sicherheit aus. Mir ist es schon passiert, dass ich diese beim Checkin am Flughafen vorzeigen musst. Es ist selten, kommt aber vor.

 

Die ESTA/ETA gilt zwei Jahre, für Kanada sogar fünf. Mit ihr darfst du mehrfach einreisen. Es ist übrigens keine Garantie einreisen zu dürfen, die Entscheidung liegt beim Beamten vor Ort.

 

Achtung: Sobald du einen neuen Reisepass hast, musst du das ESTA / eTA neu beantragen.

 

Besonderheiten

Es gibt Beschränkungen für das visumsfreie Reisen in die USA. Alle Personen, die in den Iran, Irak, Sudan, Syrien, Libyen, Somalia oder den Jemen gereist sind, müssen ein Visum an der für sie zuständigen US-Botschaft oder dem zuständigen US-Konsulat beantragen. Hier kannst du die Pressemitteilung der US-Botschaft nachlesen.

 

Das eTA ist ab dem 1. Oktober 2019 für die Einreise nach Neuseeland erforderlich. Neben der Gebühr für das NZeTA muss eine Touristenabgabe in Höhe von 35 NZD gezahlt werden.

 

Zusammenfassung: USA ESTA & eTA für Kanada und Neuseeland

Allgemein

  • Spätestens 72 Stunden vor dem Flug beantragen
  • Bezahlung per Kreditkarte
  • Ein Nachweis kann beim Checkin am Flughafen verlangt werden
  • Für einen neuen Reisepass muss eine neue ESTA/eTA beantragt werden
  • Auch für Transitflüge erforderlich

 

USA

  • Online Beantragung auf U.S. Customs and Border Protection
  • Kosten: 14 US-Dollar (ca. 12,80 Euro)
  • Gültigkeit: 2 Jahre
  • Ausnahme: Leute, die in den Iran, Irak, Sudan, Syrien, Libyen, Somalia oder den Jemen gereist sind, müssen ein Visum vorab bei US-Botschaft oder US-Konsulat beantragen.

 

Kanada

  • Online Beantragung auf Government of Canada
  • Kosten: 7 CA-Dollar für Kanada (ca. 4,80 Euro)
  • Gültigkeit: 5 Jahre

 

Neuseeland

  • Online Beantragung auf New Zealand Immigration, günstiger per App (Android | iPhone)
  • Kosten: 12 NZ-Dollar auf Webseite (ca. 6,90 Euro), 9 NZ-Dollar per App (ca. 5,20 Euro)
  • Zusätzliche Kosten: 35 NZ-Dollar (ca. 20,15 Euro) Touristenabgabe
  • Gültigkeit: 2 Jahre

4. Nachweis von Rück- oder Weiterflug

In vielen Ländern musst du bei der Einreise nachweisen können, dass du ein Rück- oder Weiterflugticket besitzt. Ich wurde zwar schon beim Checkin am Flughafen gefragt, musste aber noch nie einen Beweis erbringen. Von anderen Backpackern habe ich gehört, dass sie tatsächlich eine Buchungsbestätitung vorzeigen mussten. Wenn sie Pech hatten, mussten sie sich vor Ort schnell einen Flug buchen.

 

Informiere dich daher vorab, wie streng die Kontrollen sind.

 

Was kannst du ohne Weiter- oder Rückflugticket tun?

  • Du kannst dir ein günstiges Bus- oder Flugticket ins Nachbarland kaufen, das du nach der Einreise stornieren kannst oder du lässt es verfallen.
  • Manchmal sind Oneway-Tickets teurer, außer bei Billigairlines. Dann hättest du einen Rückflug, den du bei Kontrollen vorweisen könntest. Aber Achtung, es gibt Airlines (wie die Lufthansa), die Schnäppchen-Jäger in Zukunft nicht mehr mitnehmen.
  • Eine einfache Lösung ist, sich ein Flugticket für 48 Stunden zu leihen. Diesen Service bietet zum Beispiel BestOnwardticket und OnwardTicket schon für 12 US-Dollar an. Achtung: Lass die Finger weg von FlyOnward und Onwardflights, da diese in letzter Zeit nicht mehr zuverlässig waren.

 

Wenn du über Land einreist oder dir vorab ein Visum organisierst, hast du meistens damit keine Probleme.

 

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Reisepass Stempel

 

5. „Visa on Arrival“

In vielen Ländern erhältst du bei der Einreise ein „Visa on Arrival“, was dir direkt vor Ort ausgestellt wird. So sparst du dir den Aufwand, es im Voraus zu organisieren. Du füllst an der Grenze die Formulare aus, diese werden geprüft und du erhältst dein Visum. Wahlweise berechtigt es dich zu einer einfachen oder mehrfachen Einreise.

 

Die Gebühren zahlst du in der Landeswährung, oft werden auch andere Währungen akzeptiert, aber meist zu einem schlechten Umrechnungskurs. Informiere dich vorab über die genauen Kosten und Bezahlmöglichkeiten.

 

Wenn du über Land einreisen willst, solltest du auch vorher checken, ob der Grenzübergang für Ausländer freigegeben ist. Da vor Ort die technischen Möglichkeiten gegeben sein müssen, um deinen Antrag zu prüfen und zu bewilligen. In jedem aktuellen Reiseführer sind alle Grenzübergänge aufgelistet.

 

Schmiergeld bei Einreise zahlen

In ein paar Ländern kann es dir passieren, dass der Grenzbeamte von dir eine zusätzliche Gebühr verlangt – Schmiergeld. Jetzt hast du zwei Möglichkeiten: du kannst mit ihm den Preis verhandeln, mit dem Risiko gar kein Visum zu bekommen. Oder du zahlst einfach den Betrag und schluckst deinen Ärger runter. Mit einer kompletten Weigerung wirst du wahrscheinlich nicht einreisen dürfen.

 

Im Internet kannst du vorab recherchieren, was dich an der Grenze erwarten wird. Manchmal findest du auch hilfreiche Tipps, wie du am besten mit der Situation umgehst.

 

Mir ist das schon in Kambodscha und Laos passiert. Es ist zwar ärgerlich, aber als Einzelperson bist du in einer solchen Situation machtlos. Zum Glück waren es in diesem Fall nur ein paar Dollar. Warum die Regierung nicht eingreift, bleibt mir schleierhaft.

 

Noch ein Tipp, in solchen Fällen solltest du immer kleine US-Dollar-Banknoten dabei haben. Damit du die Beträge passend zahlen kannst. Denn du kannst nicht von allen Grenzbeamten Wechselgeld erwarten, da ist die Gier einfach zu groß.

 

Visum vorab besorgen

Manchmal lohnt es sich trotzdem vorab ein Visum zu beantragen. Für Indonesien habe ich mir zum Beispiel direkt ein Zweimonats-Visum in Bangkok organisiert. Beim „Visa on Arrival“ hätte ich nur 30 Tage bekommen und mich vor Ort um eine Verlängerung bemühen müssen. So war es einfacher für mich, da ich es viel bequemer in Bangkok erledigen konnte.

 

Du solltest dich immer vorab genauestens informieren, was für dich am günstigsten ist. In manchen Ländern erhältst du bei der Einreise über Land weniger Tage, als wenn du mit dem Flugzeug ankommst. Der Teufel steckt manchmal im Detail. Viele hilfreiche Tipps wirst du im Internet finden und unterwegs von anderen Backpackern bekommen.

 

Zusammenfassung: Visa on Arrival

vorab informieren über Visa-Gebühren, ist Grenzübergang für Ausländer freigegeben und hilfreiche Tipps im Umgang mit gierigen Grenzbeamten.
Wahlweise mit einfacher oder mehrfacher Einreise
Visakosten-Beispiel: Laos, Kambodscha, Myanmar, Indonesien insgesamt etwa 120 Euro
Tipp: passenden Geldbetrag dabei haben und kleine US-Dollar-Banknoten für Unvorhergesehenes
Beantragung: direkt an der Grenze

 

Visa

 

6. Visum in Botschaft beantragen

Transitvisum

Wenn du auf der Durchreise bist, musst du in ein paar Ländern ein Transitvisum beantragen, dass zeitlich begrenzt ist. Je nach Land gibt es unterschiedliche Bedingungen, die du am besten im Internet recherchierst. Meistens ist ein Transitvisum günstiger als das Touristenvisum.

 

Vor der Einreise ein Visum organisieren

Für einige Länder musst du dir vorab ein Visum besorgen, was du in der jeweiligen Botschaft oder einem Konsulat weltweit beantragen kannst. Die Bearbeitungsdauer kann von ein paar Tagen bis zu ein paar Wochen dauern. Informiere dich also früh genug, damit du es entsprechend einplanen kannst.

 

Du solltest auch bedenken, dass dein Visum ein Verfallsdatum hat. Ab Ausstellungsdatum hast du meistens drei Monate Zeit ins Land einzureisen, sonst verfällt das Visum.

 

Wenn du zum Beispiel mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren willst, kannst du die Visa für Russland, die Mongolei und China bereits aus Deutschland organisieren. Dafür bist du aber zeitlich nicht mehr sehr flexibel, dass solltest du in deiner Planung berücksichtigen.

 

Für schwierigere Länder lohnt es sich eine Visa-Service-Agentur zu beauftragen, damit erhöhst du deine Chancen ein Visum zu erhalten.

 

Für China habe ich so einen Service genutzt, weil ich zum einen keinen festen Reiseplan hatte und zum anderen zwei Mal nach Frankfurt hätte fahren müssen. Die Zugtickets waren allein schon teurer als die Servicegebühr, vom Zeitaufwand mal ganz abgesehen. Auch im Ausland macht es manchmal Sinn eine Agentur zu beauftragen, gerade wenn du die Landessprache nicht sprichst.

 

Tipp: Für die Beantragung eines Visums brauchst du ein bis zwei Passfotos. Mach deshalb direkt ein paar mehr Zuhause und nimm sie mit.

 

Zusammenfassung: Visum in Botschaft beantragen

Transitvisum: für die Durchreise
Beantragung: in Botschaft oder Landesvertretung des Landes weltweit möglich, es muss nicht in Deutschland sein
Gültigkeit: Einreise ab Ausstellungsdatum innerhalb von drei Monaten (bei Touristen-Visa)
Visakosten-Beispiele: Russland, Mongolei, China etwa 60 Euro je Land
Tipp: bei schwierigen Länder eine Visa-Service-Agentur beauftragen für die Visa-Beschaffung; ausreichend viele Passfotos mitbringen

 

Reisepass Einreisestempel

 

7. Verlängerung Aufenthaltsgenehmigung oder Visum

Wenn dir ein Land während deiner Weltreise gut gefällt, willst du vielleicht länger bleiben. Kein Problem, in vielen Ländern kannst du problemlos deine Aufenthaltsgenehmigung oder Visum verlängern. In größeren Städten findest du meistens ein Immigration-Büro, wo du die Verlängerung beantragen kannst. Oft erhältst du direkt vor Ort den neuen Stempel oder kannst deinen Reisepass nach ein paar Tagen abholen.

 

Frage andere Backpacker oder in deiner Unterkunft, ob jemand schon Erfahrung damit hat. In jedem Land läuft es etwas anders ab. Es ist gut einen kleinen Wissensvorsprung zu haben, gerade wenn du die Landessprache nicht sprichst.

 

Selber drum kümmern oder Visa-Agentur beauftragen?

Mit ein wenig Geduld habe ich bisher immer meine Verlängerungen selber organisiert. Wenn du dir den Weg sparen willst, kannst du einen Visa-Agenten oder ein Reisebüro damit beauftragen. Diese erledigen dann gegen eine Gebühr alles schnell und unproblematisch für dich.

 

Besonders schnell und einfach hat es in Luang Prabang in Laos geklappt. Wo ich alles innerhalb von ein paar Minuten erledigen konnte. In Chiang Mai im Norden von Thailand musste ich etwas warten, aber es ging genauso einfach.

 

In Bolivien hat es alles etwas länger gedauert, weil ich mit einer Horde Menschen in Sucre warten musste und den richtigen Schalter finden musste. Aber mit etwas Geduld hatte ich nach zwei Stunden meinen neuen Stempel im Pass. Ohne Spanisch-Sprachkenntnisse wäre es aber schwierig geworden.

 

Tipp für Bolivien: Erst im Nachhinein habe ich gehört, dass es auch einfacher geht. Wenn du nach Bolivien über Land einreist, bekommst du oft nur 30 Tage in deinen Pass gestempelt. Wenn du den Grenzbeamten aber nett bittest, hast du oft Glück und bekommst direkt 60 oder 90 Tage genehmigt.

 

Zusammenfassung: Verlängerung Visum

Beantragung: in größeren Städten im Land
Alternative: „Visa Run“ – für ein paar Tage ausreisen

 

8. „Overstay your Visa“

Vermeide es dein Visum zu überziehen. Wenn du länger im Land bleibst, als die zulässige Aufenthaltsdauer, bekommst du Probleme bei der Ausreise. Bei ein paar Tagen belassen es viele Länder bei einer Verwarnung und du musst eine kleine Geldstrafe zahlen, die je Tag berechnet wird. Das schreckt viele Leute nicht wirklich ab, daher greifen einige Länder zu drastischeren Maßnahmen.

 

In Indonesien zum Beispiel zahlst du 20 US-Dollar je Tag und bei Überschreitungen von über 60 Tagen kommst du in Abschiebehaft. Auch Thailand geht weniger zimperlich mit „Overstays“ um, bei bis zu 40 Tagen zahlst du 500 THB (ca. 14 Euro) pro Tag, danach droht dir eine höhere Geldstrafe, Abschiebehaft und eine Einreisesperre.

 

Den Ärger kannst du dir ersparen, indem du dein Visum früh genug verlängerst oder einen „Visa Run“ machst.

 

9. „Visa Run“

Eine Alternative ist der „Visa Run“, wenn es mit der Verlängerung im Land nicht klappt. Dafür verlässt du für ein paar Tage das Land und bei der Einreise erhältst du eine neue Aufenthaltserlaubnis. Wie du es im Detail am besten machst und ob es überhaupt möglich ist, solltest du individuell für jedes Land recherchieren. Frage andere Backpacker oder Expats vor Ort. Informiere dich in Facebook-Gruppen oder Foren über die aktuelle Situation.

 

Gerade in Thailand wurde der „Visa Run“ von einer Schar von Expats betrieben, die sich regelmäßig ihren neuen 30 Tage Stempel an der Grenze abgeholt haben. In diesem Jahr (Stand 2015) hat sich die Situation geändert und es wurden strengere Kontrollen an der Grenze eingeführt. Jetzt musst du nachweisen, dass du als Tourist durchs Land reisen willst. Alle Infos zum Thailand Visum für Urlauber findest du auf dem Blog Home is where your bag is.

 

Working Holiday Visa

 

10. Working Holiday Visum

Dieses Angebot richtet sich speziell an junge Leute, die kein Geld zum Reisen haben. Das Visum erlaubt es dir im Gastland zu arbeiten und so deine Reise zu finanzieren. Die wohl bekanntesten drei Länder die Jahr für Jahr Zigtausende Backpacker anziehen sind Australien, Neuseeland und Kanada. Darüber hinaus kannst du es für Japan, Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur, Israel, Chile und Brasilien beantragen.

 

Jedes Land hat etwas abweichende Anforderungen. Meistens erlaubt es dir für ein Jahr (6 Monate Singapur) durch das Land zu reisen und temporär zu jobben. Als Bewerber musst du zwischen 18 und 30 Jahren (Singapur bis 25 Jahre, Kanada bis 35 Jahre) alt sein. Teilweise musst du auch finanzielle Sicherheiten nachweisen.

 

Da das Thema sehr umfangreich ist, daher wollte ich es nur kurz ansprechen. Hier findest du weitere Informationen zum Working Holiday Visum.

 

Zusammenfassung: Working Holiday Visum

Länder: Neuseeland, Kanada, AustralienJapan, Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur, Israel, Chile, Brasilien
Beantragung:
Bewerber muss 18-30 Jahre alt sein (Singapur bis 25 Jahre, Kanada bis 35 Jahre); teils online möglich
Gültigkeit: meistens 1 Jahr, Singapur 6 Monate

 

Visakosten

Australien: 485 AUD (ca. 300 Euro)
Neuseeland: 280 NZD (ca. 160 Euro)
Kanada: 250 CAD (ca. 170 Euro)
Israel: 42 Euro

Chile: kostenlos

Argentinien: 150 Euro

Japan: kostenlos
Singapur: 150 USD (ca. 135 Euro)
Hong Kong: 300 HKD (ca. 35 Euro)
Taiwan: 86 Euro
Südkorea: 60 Euro

 

11. Visa-Übersicht beliebter Reiseländer


Beispiele für Visagebühren (Stand: September 2019)

 

Gelbfieber-Impfung: Wenn du vorab durch ein Gelbfieber-Gebiet gereist bist, verlangen ein paar Länder, den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung bei der Einreise. Auf dieser Karte siehst du auf welche Länder davon betroffen sind.

 

Südostasien

Indonesien: visafrei (kostenlos, 30 Tage) oder „Visa on Arrival“ (30 Tage, 35 US-Dollar), verlängerbar um 30 Tage (ca. 30 US-Dollar) oder Visum vorab beantragen (60 Tage und mehr)
Kambodscha: „Visa on Arrival“ (30 Tage, 30 US-Dollar) oder eVisa (30 Tage, 37 US-Dollar), verlängerbar um 30 Tage (50 US-Dollar)
Laos: „Visa on Arrival“ (30 Tage, 30 US-Dollar) oder eVisa (30 Tage, 45 US-Dollar, noch neu, gilt nur an wenigen Grenzübergängen), verlängerbar um 30 Tage (Kosten werden nach Tagen berechnet)
Malaysia: visafrei (3 Monate, kostenlos)
Myanmar (Burma): vorab beantragen oder eVisa (28 Tage, 40 Euro / 50 US-Dollar) oder „Visa on Arrival“ (Testphase ab 01.10.19, Einreise per Flugzeug, 30 Tage, 50 US-Dollar)
Philippinen: „Visa on Arrival“ (30 Tage, kostenlos), verlängerbar um 29 Tage (ca. 50 Euro)
Singapur: visafrei (90 Tage, kostenlos)
Thailand: visafrei (30 Tage, kostenlos) oder Touristenvisum vorab (60 Tage, 30 Euro); beide verlängerbar um 30 Tage für 1.900 Baht (ca. 57 Euro)
Vietnam: visafrei: 15 Tage, kostenlos (gültig bis 30.06.21) oder eVisa (30 Tage, 25 US-Dollar)

 

Südamerika

Visafrei (bis 90 Tag, kostenlos): Argentinien, Bolivien (30 Tage, bis 90 Tage verlängerbar), Brasilien, Chile, Kolumbien, Paraguay, Uruguay, Venezuela
„Visa-on-Arrival“ (90 Tag, kostenlos): Ecuador, Peru

 

Zentralamerika (ohne Karibik)

Belize: visafrei (1 Monat, kostenlos), Ausreisegebühr: 19 USD (Land), 37,50 USD (Flug), verlängerbar um 6 Monate (ca. 50 US-Dollar je Monat)
Costa Rica: visafrei (90 Tage, kostenlos), Ausreisegebühr: im Flugticket enthalten, über Land (7 US-Dollar)
El Salvador: visafrei (90 Tage, kostenlos)
Guatemala: visafrei (90 Tage, kostenlos)
Honduras: visafrei (90 Tage, kostenlos), Einreisegebühr (ca. 3 US-Dollar)
Mexiko: visafrei (180 Tage, kostenlos)
Nicaragua: visafrei (90 Tage, kostenlos), Gebühren: Touristenkarten 10 USD, Ein- & Ausreise je 2 USD
Panama: visafrei (180 Tage, kostenlos)

 

Weitere beliebte Backpacking Länder

Australien: online vorab beantragen (3 Monate, kostenlos)
China: vorab (ca. 125 Euro), Visa-Agentur ist empfehlenswert; visumsfreie Einreise nach Hong Kong, Macau & Taiwan
Indien: „e-Tourist“ online beantragen (6 Monate, ca. 84 US-Dollar), verlängerbar
Japan: visafrei (90 Tage, kostenlos)
Kanada: visafrei mit eTA, vorab online beantragen (bis 6 Monate, 7 CA-Dollar, 5 Jahre gültig)
Nepal: „Visa on Arrival“ (30 Tage, 40 US-Dollar)
Neuseeland: visafrei ab 01.10.19 mit eTA (3 Monate, 12 NZ-Dollar, nur 9 NZ-Dollar per App), zusätzlich Touristenabgabe 35 NZ-Dollar
Sri Lanka: „Electronic Travel Authorization“ online (30 Tage, 35 US-Dollar, vom 01.08.19 bis 31.01.20 kostenlos) oder „Visa on Arrival“ (30 Tage, 40 US-Dollar); beide um zwei Monate verlängerbar
Südafrika: visafrei (90 Tage, kostenlos)
USA: visafrei mit ESTA (90 Tage, 14 US-Dollar, 2 Jahre gültig)

 

Reisepass gestohlen oder verloren

Ein Alptraum: Hektisch durchwühlst du deine Tasche… ER IST WEG!!! Dein Reisepass. Du kannst ihn nirgendwo finden. Ganz egal, ob du ihn verloren hast oder er dir gestohlen wurde. Ohne Reisepass geht gar nichts auf Reisen, er ist dein Leben. Was also tun, wenn der Reisepass weg ist?

 

So kommst du an einen neuen Reisepass

Als erstes musst du zur Polizei gehen, um ihn als gestohlen oder als verloren zu melden.

 

Jetzt musst du in die nächste Deutsche Botschaft oder Konsulat gehen, wo du einen neuen Reisepass beantragen kannst. Hierfür brauchst du die Anzeige, Passfotos, eine Kopie deines verlorenen Reisepasses und Geld. In der Botschaft füllst du ein paar Formulare aus, bezahlst die Gebühr für den neuen Pass und reichst alle Unterlagen zusammen ein. Nach ein paar Tagen kannst du deinen neuen Reisepass abholen.

 

Höchstwahrscheinlich wird es ein vorläufiger Reisepass sein.

 

Was ist ein vorläufiger Reisepass?

Bist du in Deutschland mit einem festen Wohnsitz gemeldet, wird dir die Botschaft nur einen vorläufigen Reisepass ausstellen. Dieser ist nur kurze Zeit gültig und berechtigt dich nur zur direkten Rückreise nach Deutschland. Mit ihm kannst du nicht in andere Länder einreisen. Daheim kannst du dann einen vollwertigen neuen Reisepass beantragen.

 

Wenn du dich jedoch vor der Weltreise zu Hause abgemeldet hast oder einen Wohnsitz im Ausland hast, wird dir ein vollwertiger neuer Reisepass ausgestellt. Das Ganze dauert etwas länger als der vorläufige Reisepass, dafür musst du aber deine Weltreise nicht unterbrechen.

 

Hier ist ein ausführlicher Erste-Hilfe-Guide, was du bei Verlust oder Diebstahl deiner Kreditkarte, Reisepass & Co. machen musst.

 

Alle Fragen zum Reisepass und Visa geklärt?!

Ich hoffe dir raucht nicht zu sehr der Kopf, aber jetzt hast du einen groben Überblick zu den Visa-Optionen für deine Weltreise. Am wichtigsten ist sicher die Erkenntniss, dass du länger in einem Land bleiben kannst, wenn es dir gefällt. Meistens sind die Einreiseformalitäten an der Grenze schnell erledigt und du kannst dich den schönen Seiten des Reisens zuwenden.

 

Tipp: Sehr hilfreich bei Visa-Fragen ist das Weltreise-Info Forum, in der Rubrik „Visa- und Einreisebestimmungen“ findest du viele Tipps von anderen Reisenden und kannst Fragen stellen.

 

 

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