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Mani Halbinsel: Die wildeste Ecke der Peloponnes

Die Augen von Reisenden fangen an zu leuchten, wenn sie über die Mani Region sprechen. Es geht also nicht nur mir so, die Mani gehört definitiv zu den Highlights der Peloponnes. Tief im Süden der Peloponnes findest du drei Halbinseln, auch Finger genannt, und der mittlere Finger ist die Mani. Es ist ein wildes, raues Fleckchen Erde, wo hoch aufragende Berge eine zerklüftete Küste und eine einzigartige Kultur geschaffen haben.

 

Die Mani Halbinsel ist anders als der Rest von Griechenland, derber und rebellischer, am ehesten hat es mich noch an Zagori in Westgriechenland erinnert, mit seiner gebirgigen Topographie, den vereinzelten kleinen Dörfern und den markanten Wehrtürmen.

 

Was erwartet dich auf der Mani Halbinsel? Urige kleine Dörfer, eine dramatische Küstenstraßen, tolle Wanderungen, kleine Buchten zum Baden und kein Massentourismus.

 

In diesem Artikel erfährst du alles über die Top-Sehenswürdigkeiten der Mani, samt Tipps wie du die Halbinsel am besten erkundest.

 

Warum sich sonst noch eine Reise auf die Peloponnes lohnt, kannst du hier nachlesen.

 

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Was macht die Mani so besonders?

Für mich ist es die Wildheit, Einzigartigkeit und Einsamkeit der Mani, die mich begeistert hat. Es ist ein Ort, der mein Entdeckerherz höher schlagen lässt.

 

Die Landschaft

Hier treffen Berge auf das Meer. Das Taygetos-Gebirge ragt bis 2.400 Meter hoch auf und faltet die schmale Mani-Halbinsel wie ein Blatt Papier zusammen. So ist eine spektakuläre Küste entstanden, die nur spärlich besiedelt ist. Zudem wird die Landschaft auf halber Strecke immer trockener und die Halbinsel verjüngt sich immer weiter, bis sie im Zipfel vom Kap Tenaro endet, was übrigens der südlichste Punkt des griechischen Festlandes ist.

 

Die Geschichte

Bis ins 20. Jahrhundert war die Mani Halbinsel kaum erschlossen und war ein Rückzugsort für viele Menschen, um sich vor fremden Eroberern zu verstecken und als Basis für Piraten. Viele Orte waren nur per Schiff oder auf schmalen Pfaden zu erreichen. So siedelten sich nie viele Menschen hier an und nur die hartgesottenen blieben.

 

Eine Gruppe aus freiheitsliebenden und eigenständigen Leuten bevölkerten spärlich die Mani, sie ließen sich nichts von irgendwelchen Herrschern sagen und ihre Fehden trugen sie untereinander aus. Und das teils sehr blutig, so konnten verfeindete Familien sich über Jahre bekämpfen, bis viele Opfer zu beklagen waren. Um allzeit gewappnet zu sein, wurden Häuser wie Mini-Burgen errichtet. Bis heute findest du solche Wehrtürme an den Berghänge und in Dörfern.

 

Wie erkundest du die Mani am besten?

Ganz klar, du brauchst dein eigenes Transportmittel. Im Sommer fahren zwar vereinzelt Busse zwischen Kalamata, Aeropoli, Itylo und Kotronas, aber du wärst dann sehr eingeschränkt. Besser holst du dir einen Mietwagen* oder leihst dir ein Motorrad in Kalamata. So bist du frei die Mani ganz nach deinen Vorlieben zu erkunden, noch dazu macht es Laune die kurvigen Straßen zu fahren.

 

Plane mindestens drei Tage für die Tour ein. Im Juli und August kann es auch auf der Mani voll werden, daher ist es empfehlenswert in der Nebensaison zu kommen. Ich war im November hier und war begeistert, angenehme Temperaturen, tolles Wetter und kaum etwas los.

 

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Das sind die Sehenswürdigkeiten der Mani

Kardamili (Kardamyli)

Καρδαμύλη

 

Von Kalamata kommend, das du getrost weglassen kannst, ist der erste interessante Stopp Kardamili. Ein netter kleiner Ort, der schon in den Erzählungen von Homer auftaucht. Ihn umgibt eine besondere Atmosphäre, die Leute anzuziehen scheint. So lebten zeitweise Künstler wie der Autor Bruce Chatwin hier und auf meinen Erkundungen durch die umliegenden Dörfer ist mir aufgefallen, dass viele Häuser von Ausländern bewohnt sind.

 

Kardamili bietet einige Unterkünfte, Shops und Restaurants an, was es zu einem guten Übernachtungsort macht. Noch dazu gibt es einen großen Kieselstrand und viele Wanderwege starten von hier aus in die Berge.

 

Wanderung zur Viros Schlucht

Vor allem die Tour in die Viros Schlucht kann ich dir wärmstens empfehlen, die wirklich dramatisch ist. Es gibt eine Vielzahl an Wanderwegen, von denen du viele in Maps.me findest. Teilweise sind sie Wege etwas überwachsen, daher beschreibe ich dir meine Route (4,5 bis 5 Stunden), die wirklich toll war. Eine kleine Warnung, die Wege sind teils sehr steil und im Winter, wenn der Fluss Wasser hat, so nicht begehbar.

 

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Wanderbeschreibung

Hinter dem Mourtzinos Turm in Kardamili startet ein gelb-schwarz markierter Wanderweg, der dich den Berg hinauf führt. Zwischendurch gibt es ein paar Abzweigungen, folge dem steinernen Pfad hoch zur Kapelle Agia Sophia. Durchquere nun den Ort und verlasse die Durchgangsstraße an der ersten Biegung.

 

Schon kurz darauf zweigt rechts ein schmaler Pfad ab, der mit einem roten Kreuz auf weißen Grund markiert ist, dieser führt dich hoch zum Ort Chora. Ich selber habe den Weg verpasst und bin stattdessen erst etwas später dem blau-weißen Wanderweg nach Chora gefolgt. Ab Chora wird der Weg anspruchsvoller, wenn du darauf keine Lust hast, kannst du den gleichen Weg zurück gehen.

 

Ansonsten durchquere den Ort und folge der Straße weiter entlang der Schlucht, dieser führt dich runter zum trockenen Flussbett. Klettere über die Felsen auf die andere Seite und folge einem schmalen steinernen Pfad in Serpentinen den Abhang hoch. Über die Straße gehst du von Dorf zu Dorf bis nach Pedino.

 

Folge ab dort dem gelb-roten Wanderweg hinab in die Schlucht. Im November 2021 war der Weg etwas zugewachsen mit kratzigem Gestrüpp, war aber immer noch klar zu erkennen. Der Pfad endet am Kloster Moni Sotiros, wo du das trockene Flussbett durchquerst und der unbefestigten Straße den Berg hoch folgst, diese mündet irgendwann auf die Straße nach Agia Sophia. Von hier aus gehst du den bereits bekannten Weg zurück nach Kardamili.

 

Der Badeort Stoupa

Στούπα

 

Im Vergleich zu Kardamili fühlt sich Stoupa wie ein Touri-Ort an, ein klassischer Badeort mit zwei schönen Sandstränden. Hier findest du eine größere Auswahl an Unterkünften und Restaurants entlang der Promenade. Alles ist trotzdem überschaubar und tiefenentspannt, denn es gibt keine großen Hotelklötze.

 

Ein Stopp zum Schwimmen und Schnorcheln lohnt sich auf jeden Fall, da der Stoupa Beach zu einen der schönsten der ganzen Mani-Halbinsel gilt.

 

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Itylo & Aeropoli

Οίτυλο & Αρεόπολη

 

Einige Ortschaften auf der Mani haben finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre Häuser zu renovieren, Itylo ist eins davon. Es liegt nicht direkt am Meer, auf einer kleinen Anhöhe. Auf dem Weg nach Aeropoli kommst du direkt an Itylo vorbei, daher spricht nichts dagegen, hier einen kurzen Stopp einzulegen.

 

Ein Stückchen weiter liegt Aeropoli, der Hauptort der Mani, wobei er immer noch überschaubar ist. Der alte Stadtkern wurde liebevoll renoviert und ich fand es nett durch die schmalen Gassen zu streifen.

 

Die Vlychada Tropfsteinhöhle

Eintritt: 13 Euro

 

Insgesamt gibt es drei Höhlen, die etwa 5 Kilometer außerhalb von Pyrgos Dirou liegen. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist die Vlychada Höhle, die du auf einer geführten Tour besichtigen kannst. Etwa eine halbe Stunde lang wirst du mit einem kleinen Boot durch imposante Hallen und kleine Durchgänge geschoben. Die letzten 300 Meter läufst du über einen Steg.

 

Da die Tropfsteinhöhle zu den Hauptattraktionen der Mani zählst, solltest du im Sommer früh kommen, um nicht zu lange auf eine Tour warten zu müssen. Die Öffnungszeiten variieren, daher schaust du am besten vorher im Internet, wann sie auf machen.

 

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Die Geisterstadt Vathia

Βάθεια

 

Der fotogenste Orte der Mani ist das winzige Vathia, das auf einem Felsen oberhalb der Küste schwebt. Es hat die höchste Dichte an Wehrtürmen (Pyrgospita) und sieht fast wie eine Festung aus. Jedoch sind viele Häuser verfallen und verlassen, was Vathia eine schaurige Atmosphäre gibt. Ein paar Häuser sind dennoch bewohnt, was ich mir sehr seltsam vorstelle, also ich wollte dort nicht leben.

 

Kap Tenaro, der südliche Zipfel der Mani

Ab Vathia wird die Landschaft noch karger und die Landmasse verjüngt sich immer weiter, bis sie am Kap Tenaro endet, dem südlichsten Punkt des griechischen Festlandes.

 

Von Kokkinogia kannst du zu Fuß zum Kap laufen, wo einsam ein bemannter Leuchtturm die Vorbeifahrt der Schiffe überwacht. Und es ist überraschend viel los: Frachtschiffe, Fähren und sogar Kreuzfahrtschiffe, am Kap führt eine der Hauptrouten nach Athen vorbei. Auf dem Rückweg musst du die Augen nach den Überresten des Poseidon-Tempels offen halten, der sogar erhaltene Mosaike hat.

 

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Spektakuläre Küstenstraße im Osten

Vom Kap geht es über steile Straßen weiter entlang der Ostküste der Mani, für mich die landschaftlich schönste Strecke. Ich hatte lange nicht so viel Spaß beim Autofahren und habe die fantastischen Aussichten genossen. Zum Glück fahren nicht viele Leute die Straße, so konnte ich überall Fotostopps einlegen. Zwischendurch passierst du kleine Dörfer, in denen die Straßen eng werden können.

 

Kotronas, Chalikia Bata & Flomochori

Den ersten längeren Stopp an der Ostküste habe ich in Kotronas eingelegt, ein kleiner Fischerort. Von hier aus habe ich mich zu Fuß in die benachbarte wunderschöne Bucht Chalikia Bata und hoch zum Bergdorf Flomochori gemacht, wo es einige schön renovierte Wohntürme gibt. Du kannst natürlich auch das Auto nehmen, ich mag es langsamer unterwegs zu sein, da ich so ganz andere Dinge wahrnehme.

 

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Die Hafenstadt Gythio

Γύθειο

 

Der letzte Stopp auf der Mani-Rundreise ist die süße Hafenstadt Gythio, mit seinen pastellfarbenen Häuserfassaden und der kleinen vorgelagerten Halbinsel. Gythio war einst der Hafen von Sparta.

 

Etwas weiter südlich findest du einen schönen Sandstrand in Mavrovuni und zwei Buchten weiter nördlich liegt das Schiffswrack Dimitrios, das sich bei einem Sturm losgerissen hat und hier für immer gestrandet ist.

 

Hast du dir einen Mietwagen in Kalamata geholt, kannst du über Sparta und die byzantinische Stadt Mystra zurück nach Kalamata fahren. Alle anderen können weiter den Süden der Peloponnes erkunden. Viel Spaß!

 

Hier findest du Inspirationen für deine Weiterreise über die Peloponnes.

 

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