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Umfangreicher Flores Backpacking Guide

Flores gehört mittlerweile zur typischen Backpacker-Route durch Indonesien, aber nur die wenigsten nehmen sich viel Zeit dafür. Ich selber bin in zehn Tagen von Maumere im Osten bis nach Labuan Bajo im Westen gereist, inklusive eines Bootsausflugs zu den Komodo Inseln, und fand es ausreichend. Aber schau selber, hier erfährst du alles für deine Backpacking Reise durch Flores mit den Highlights, der Reiseroute, den Kosten und vielen praktischen Tipps.

 

Und deshalb solltest du nach Flores kommen

 

In Flores erwarten dich kleine traditionelle Dörfer in den Bergen, üppige grüne Reisfelder, Vulkane und die photogenen Kraterseen von Kelimutu. Aber das Highlight jeder Flores-Reise ist der Besuch der Komodo Inseln, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen und eine wunderschöne Unterwasserwelt bereithalten.

 

Aber ich muss gestehen, dass mich Flores nicht umgehauen hat.

 

Warum mir Flores nicht so gut gefallen hat

Sorry Flores, es lag an mir. Den Spruch mag keiner hören, wenn er von jemanden verlassen wird: „Es liegt nicht an dir, ich bin das Problem.“ Aber genauso fühle ich mich jetzt, wenn ich mir die Fotos von Flores anschaue. Die Insel ist schon schön, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen und dafür gab es mehrere Gründe.

 

Ich vergesse immer wieder, wie anstrengend das Reisen in Indonesien sein kann. Nur dieses Mal fehlte der Ausgleich, Orte zum Verweilen und unvergessliche Erlebnisse. Die Einheimischen waren zwar freundlich, aber sehr reserviert und wollten ständig was verkaufen. Jeder Preis war hart verhandelt und das Preisleistungsverhältnis schlecht. Was wohl auch an der Hauptreisezeit lag, so dass viele Unterkünfte bereits ausgebucht waren und die Preise höher lagen.

 

Reisen ist eine sehr subjektive Erfahrung, daher lass dich von meinen Erlebnissen nicht abhalten. Ich kenne viele, denen Flores sehr gut gefallen hat. Wenn mich Freunde jedoch fragen, wohin sie in Indonesien reisen sollen, werde ich ihnen trotzdem eher Sumatra oder Sulawesi empfehlen.

 

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Die Highlights von Flores

Hier sind typische Stopps auf der Reise von Ost nach West.

 

Maumere und weiter östlich

Viele starten oder enden ihre Flores Reise in Maumere, da du von hier aus günstig fliegen kannst. Ansonsten hat die Stadt nicht viel zu bieten, interessanter ist die Küste weiter östlich und die vorgelagerten Inseln. Hier kannst du ein paar Tage am Strand entspannen und schnorcheln oder tauchen gehen.

 

Viele Unterkünfte im Osten liegen direkt am Strand, aber sind vielfach teuer. Eine Ausnahme sind das Lena House und das Sunset Cottage* am Wodong Beach, wo du etwa 150.000 Rp (ca. 9 Euro) pro Nacht zahlst. Organisiere vorab das Homestay, dann kannst du direkt vom Flughafen dorthin fahren, was etwa 30 Kilometer sind.

 

Lohnenswert sind Bootsausflüge nach Pulau Babi, Pangabatang oder Permaan, denn hier gibt es mehr unter Wasser zu sehen.

 

Unterkunftsempfehlung für Maumere: Etwas außerhalb liegt das einfache Pantai Paris Homestay*, was direkt am Meer ist, mit schönen Sonnenaufgängen und einem sehr leckerem Frühstück.

 

Stoppover am Koka Beach

Nach Maumere geht es jetzt Richtung Westen. Ein beliebter Stopp auf dem Weg nach Moni ist der paradiesische Koka Beach, zwei kleine Buchten mit weißem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser. Vor Ort gibt es einfache Unterkünfte, die aber in der Hochsaison schnell voll sind. Daher buchst du am besten vorab oder hast dein eigenes Transportmittel, um notfalls weiterzufahren. Das ist generell bequemer, da der Public Bus oben an der Straße hält und du das letzte Stück zu Fuß gehen musst. Ich habe diesen Traumstrand verpasst, aber gutes davon gehört.

 

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Von Moni zum Kelimutu

Der nächste Stopp ist Moni, das ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch der bunten Kraterseen von Kelimutu ist. Das Dorf liegt idyllisch in den Bergen und Reisfeldern, aber bei uns wurde die Atmosphäre durch laute Musik zerstört (die den ganzen Tag lief). Keine Ahnung, ob das normal ist oder es an den vielen Hochzeiten lag.

 

Tipp: Du kannst eine kleine Erkundungstour zum Wasserfall oberhalb der Stadt machen und von dort nach links weiter durch die Dörfer in einem Bogen zurück nach Moni laufen. In Maps.me sind alle Wege eingezeichnet, so dass du dich nicht verlaufen kannst.

 

Starte am nächsten Morgen früh und lass dich hoch zum Kelimutu Vulkan fahren. Es gibt keine öffentliche Transportmittel, daher musst du dir selber etwas organisieren oder in der Unterkunft nachfragen. Die Preise sind alle verhandelbar, wir haben 50.000 Rp (ca. 3 Euro) für ein Motorrad-Taxi gezahlt.

 

Der Eintritt kostet 150.000 Rp (ca. 9 Euro), außer sonntags dann sind es 250.000 Rp (ca. 15 Euro). Folge der linken Treppe vom Parkplatz und biege oben links ab. Der Weg führt dich zu den drei Kraterseen, die alle in einer anderen Farbe leuchten. Alle paar Jahre wechseln sie ihre Farbe, der kleine war noch vor kurzem orange-rot. Warum das passiert, weißt man bis heute nicht. Der Anblick ist auf jeden Fall atemberaubend.

 

Wenn du Pech hast, verschwindet der Vulkan in den Wolken, aber es klart sicher bald wieder auf. Also bring etwas Zeit und warme Klamotten mit. Im Internet liest du oft, dass du den Vulkan am besten zum Sonnenaufgang besteigst, wovon uns die Einheimischen abgeraten haben, da dann die Farben der Seen nicht so zur Geltung kommen.

 

Zurück kannst du ebenfalls fahren oder was noch schöner ist, laufen. Geh ein Stück die Straße hinab, bis ein schmaler Weg nach rechts abzweigt, der mit einem Schild markiert ist. Über schmale Wege geht es die Flanke des Vulkans hinab und durch Dörfer zurück nach Moni. Es gibt mehrere Variationen des Weges, daher erkundige dich vor Ort und nutze deine Offline-Karte auf dem Handy.

 

Ende lohnt sich nicht

Nach der Wanderung bleibst du am besten eine weitere Nacht in Moni, denn Ende ist keine schöne Stadt. Einzig der schwarze Strand nördlich von Ende ist ein lohnenswerter Abstecher (habe ich gehört). Ansonsten gibt es viele Strände mit blau-grünen Steinen weiter westlich, die du aber auf der Weiterfahrt aus dem Bus sehen kannst. Setz dich am besten auf die linke Seite im Bus, um den schönsten Blick zu haben.

 

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Die traditionellen Dörfer rund um Bajawa

Nächster Stopp ist Bajawa, was mitten in den Bergen auf etwa 1.100 Metern liegt. Miete dir einen Motorroller, um die umliegenden traditionellen Dörfer Bena, Gurusina und Luba zu erkunden. Erfrischen kannst du dich zwischendurch in den heißen Quellen von Malange. Alle Orte liegen zwischen 15 bis 20 Kilometer von Bajawa entfernt und die Fahrt dorthin geht über ruhige Nebenstraßen.

 

Die Dörfer bestehen aus einer Reihe von imposanten Holzhäusern, die rund um einen Platz mit Gedenkstätten für die Ahnen erbaut sind. Informiere dich vorab über die Traditionen und Lebensweise dieser Ngada Gemeinschaften, da es vor Ort keine englischsprachigen Guides gibt.

 

Tipp: In Bena gibt es einen wunderschönen Ausguck am Ende des Dorfes auf das Tal, der leicht übersehen wird.

 

Eintritt: Bena 25.000 Rp (ca. 1,50 Euro); Malange Hot Springs 10.000 Rp (ca. 0,60 Euro)

 

Schnorchelausflug von Riung

Von Bajawa kannst du die Hauptstraße verlassen und einen Ausflug nach Riung an der Nordküste machen. Die Straße dorthin ist in einem schlechten Zustand und es fährt nur einmal täglich ein Bus dorthin. In Riung gibt es nicht viel zu sehen, dafür liegen vor der Küste über zwanzig kleine Inseln. Per Boot kannst du sie erkunden und schnorcheln gehen.

 

Ich war selber nicht dort, aber hier findest du mehr Informationen.

 

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Die Reisfelder von Ruteng

Eine positive Überraschung war Ruteng, das umgeben ist von malerischen Bergen und Reisterrassen. Es war der erste Ort auf der Reise, wo ich mir wünschte, mehr Zeit zu haben, um das Umland mit einem Motorradroller zu erkunden. Nur leider waren wir bereits in Labuan Bajo verabredet und unsere Unterkünfte gebucht.

 

Wenn du einen extra Tag hast, kannst du neben den Reisterrassen auch die Liang Bua „Hobbit Cave“ besuchen. In 2003 wurden hier die Überreste von zwei Homo Floresiensis Skeletten gefunden, was ein spektakulärer Fund war. Nicht weit von Ruteng liegen auch die einzigartigen „Spider Web Rice Fields“ in Cancar bei Rai. Diese Lingko-Reisfelder werden traditionell vom Zentrum aus in einzelne Tortenstücke aufgeteilt, je nachdem wie einflussreich die Familie ist.

 

Tipp: Falls du keine Zeit hast (wie wir), kannst du die Spinnennetz-Reisfelder auf dem Weg sehen. Nimm ein Bemo von Ruteng nach Rai und geh etwa 20 Minuten zu Fuß zum Ausguck. Im Anschluss kannst du zurück zur Hauptstraße gehen und den nächsten Bus nach Labuan Bajo nehmen. Der kleine Stoppover lohnt sich definitiv.

 

Unterkunft-Empfehlung Ruteng: Das FX72 Hotel* liegt mitten in den Reisefeldern oberhalb der Stadt und die Aussicht ist einfach grandios.

 

Ausflugstipp: Das Dorf Wae Rebo liegt auf einer Hochebene und kann nur auf einer mehrstündigen Wanderung von Denge aus erkundet werden. Es ist bekannt für seine kegelförmigen Häuser und traditionellen Feste. Ich habe es selber nicht besucht, hier kannst du aber mehr darüber erfahren.

 

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Bootstrip zu den Komodo Inseln

Der letzte Stopp auf der Reise ist die Hafenstadt Labuan Bajo, die wirklich keine Schönheit ist (aber daran arbeiten sie gerade). Plane daher nicht zu viel Zeit hier ein, sondern konzentriere dich darauf schnell ein Boot zu finden, um die vorgelagerten Inseln zu erkunden. Und das Angebot ist groß von einfachen Tagesausflügen bis hin zu mehrtägigen Bootstouren inklusive Tauchen. Denn die Komodo Inseln sind ein ausgezeichnetes Tauchgebiet.

 

Der klassische Tagesbootsausflug sieht folgendermaßen aus

 

Gegen 5:30 Uhr trefft ihr euch, geht gemeinsam zum Hafen und lauft um 6 Uhr aus. Die erste Station ist meist die Insel Padar, wo du einen schmalen Pfad hoch läufst und mit einer spektakulären Aussicht belohnt wirst (es ist sogar noch besser als auf den Fotos).

 

Danach geht es zu den Komodowaranen entweder auf Komodo oder auf Rinca, wobei die meisten Rinca besser finden, da du hier meist mehr Warane siehst. Auf dem Rückweg nach Labuan Bajo werden noch ein bis zwei Schnorchelstopps gemacht. Alternativ wird einer der pinken Strände angefahren, die aber nur mit viel Phantasie pink sind. Zwischen 17 bis 18 Uhr bist du zurück in Labuan Bajo.

 

Die Bootstouren sind das Highlight deiner Flores-Reise – versprochen!

 

Noch ein Tipp: Wenn du bereits mit mehreren Leuten unterwegs bist, chartert euch gemeinsam ein Boot, dann könnt ihr selber bestimmen, wohin es geht. Denn es gibt hier unzählige Inseln und trotzdem halten die Ausflugsboote alle an den gleichen Spots.

 

Darüber hinaus werden in der Stadt noch viele weitere Touren angeboten, von der blauen Fledermaushöhle habe ich gutes gehört, aber es nicht selber gesehen.

 

Zum Übernachten kann ich dir das Ciao Hostel* empfehlen, es liegt im Berg oberhalb der Stadt. Weit weg vom Lärm und Staub der Stadt mit einer grandiosen Aussicht, besonders der Sonnenuntergang ist spektakulär. Etwas unterhalb liegt alternativ das The Palm Komodo*, ein nettes kleines Hostel mit Pool und freundlichem Personal. Auf der Hauptstraße gibt es noch viele spottbillige Hostels, aber ich habe nichts gutes von ihnen gehört. Die einzige Ausnahme ist das Green Hill Bedstation*, das wirklich nett ist und super zentral liegt.

 

Weiterreise von Labuan Bajo

Die meisten werden wohl im Anschluss in den Flieger steigen, um Flores zu verlassen. Ein beliebte Alternative bei Backpackern ist eine mehrtägige Bootstour nach Lombok. Wenn du hierzu online recherchierst, wirst du viele Horror-Stories lesen, aber ich habe genauso viele gute gehört. Informiere dich vorab, wie das Wetter und die Wellen sind. Und nimm nicht unbedingt den günstigsten Anbieter und schau dir das Boot im Vorhinein an.

 

Ursprünglich hatte ich vor über Land nach Lombok zu reisen, aber mit den aktuellen Erdbeben habe ich meine Pläne geändert. Ansonsten wäre ich mit der Fähre nach Sumbawa gefahren und hätte wahrscheinlich einen Bus gebucht, der direkt mit einer weiteren Fähre nach Lombok durchfährt. Vielleicht hätte ich auch ein bis zwei Zwischenstopps eingelegt, aber ich habe noch wenig gutes über Sumbawa gehört. Es gibt keine gute Infrastruktur für Reisende, daher ist vieles sehr aufwendig zu organisieren. Bisher kommen mehr Surfer als Backpacker nach Sumbawa.

 

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Flores Reiserouten

Für Eilige: Flores in einer knappen Woche

Wenn du sehr wenig Zeit hast, organisierst du dir am besten einen privaten Fahrer, um möglichst viel zu sehen und keine Zeit mit dem Bus zu verschwenden. Das wird dich etwa 600.000 Rp (ca. 37 Euro) pro Tag kosten. Die Insel ist gebirgig und die Straßen sind schmal, so dass es nicht schnell vorwärts geht, daher darfst du die Entfernungen nicht unterschätzen.

 

Tag 1: Anreise nach Maumere und Fahrt nach Moni

Tag 2: Kelimutu Vulkan und Fahrt nach Bajawa

Tag 3: Dörfer rund um Bajawa

Tag 4: Fahrt nach Labuan Bajo mit Stopp in Ruteng und „Spinnennetz-Reisefeld“

Tag 5: Tagesausflug mit Boot zu Komodo Inseln

Tag 6: Abreise

 

Der Klassiker: Flores in 10 Tagen

(Meine Reiseroute und Empfehlung)

 

Die meisten Backpacker bereisen Flores wohl in zehn bis vierzehn Tagen, was absolut ausreichend für die Hauptattraktionen ist. Plane etwas Puffer ein, wenn du mit öffentlichen Bussen unterwegs bist, da immer etwas passieren kann. Wir hatten zum Beispiel einen Achsbruch und diverse platte Reifen auf unseren Fahrten.

 

Tag 1: Anreise nach Maumere und Übernachtung in der Stadt oder Koka Beach

Tag 2: Fahrt nach Moni mit Zwischenstopp in Koka Beach

Tag 3: Kelimutu Vulkan mit Wanderung zurück nach Moni, zweite Nacht in Moni oder Ende

Tag 4: Fahrt nach Bajawa

Tag 5: mit Roller umliegenden traditionellen Dörfer besichtigen

Tag 6: Fahrt nach Ruteng

Tag 7: mit Roller umliegenden Reisfelder und Spiderweb Reisfelder bei Rai/Cancar erkunden

Tag 8: Fahrt nach Labuan Bajo, Bootstour organisieren

Tag 9: eintägige Bootstour zu den Komodo Inseln

Tag 10: Abreise

 

Für Entdecker: Flores in drei Wochen

Um abseits der Hauptroute unterwegs zu sein, organisierst du dir am besten ein eigenes Transportmittel. Es gibt jedoch nicht viele Motorradverleiher in Flores, die eine Einweg-Miete anbieten, aber es ist sicher die spannendste Art Flores zu bereisen. Du kannst überall stoppen und in deinem eigenen Tempo reisen, aber die Fahrten sind anstrengend.

 

Tag 1: Anreise nach Maumere und Fahrt nach Wodong Beach

Tag 2-4: Wodong Beach und Schnorchelausflug zu den Inseln

Tag 5: Fahrt zum Koka Beach

Tag 6: Fahrt nach Moni

Tag 7: Kelimutu Vulkan mit Wanderung zurück nach Moni

Tag 8: Fahrt nach Ende, mit Roller zum schwarzen Strand

Tag 9: Fahrt nach Bajawa

Tag 10: mit Roller traditionellen Dörfer erkunden

Tag 11-13: Fahrt nach Riung und Schnorchelausflug zu vorgelagerten Inseln

Tag 14: Fahrt nach Ruteng

Tag 15: mit Roller Reisfelder und Umland erkunden

Tag 16-17: Ausflug zum traditionellen Dorf Wae Rebo

Tag 18: Fahrt nach Labuan Bajo und Bootstour organisieren

Tag 19-20: zweitägige Bootstour zu den Komodo Inseln

Tag 21: Abreise

 

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Was du vor deiner Flores Reise wissen solltest

Visum

Du hast drei Möglichkeiten, je nachdem wie lange du bleiben willst.

 

„Visa free visit“ – Einreise ohne Visum

  • für Aufenthalt von höchstens 30 Tagen
  • kostenlos, Weiter- oder Rückflugticket vorhanden
  • Die Einreise ist an vielen internationalen Flughäfen möglich, aber nicht an allen.

 

Wer länger als einen Monat in Indonesien bleiben will, hat zwei Möglichkeiten.

 

Visum vor der Einreise

Am einfachsten ist es vorab aus dem Ausland ein 60 Tag Visum zu beantragen, so kannst du dir den Stress während der Reise ersparen. Dafür gehst du einfach in die Botschaft oder ein Konsulat. Leider ist das in jüngster Zeit nicht mehr so einfach, da es in vielen Länder limitierte Kontingente gibt. Kein Problem solltest du damit in Deutschland und Singapur haben. Informiere dich aber online immer, wie die aktuelle Lage ist.

 

  • 50 Euro (Deutschland), 70 SG (Singapur)
  • Aufenthalt von höchstens 60 Tagen

 

„Visa on Arrival“ – Visum bei Einreise

  • für Aufenthalt von 30 Tagen, was aber im Land verlängert werden kann
  • 35 US-Dollar, Weiter oder Rückflugticket vorhanden

 

Das Visum zu verlängern ist etwas mühselig in Indonesien, da du meist drei Mal im Amt vorbeikommen musst. Einfacher ist es, einen Visa-Agenten damit zu beauftragen, was dich etwa das Doppelte kosten wird.

 

Tipp: Falls du keinen Weiterflug hast, kannst du dir ein Flugticket mieten. Hier erfährst du mehr.

 

Anreise

Per Flugzeug nach Maumere oder Labuan Bajo mit Garuda Indonesia (sicherste), Wings Air, Nam Air, Kalstar oder Transnusa. Ich habe Bali als Zwischenstopp genutzt. Am besten nimmst du die Suchmaschine Tiket.com für die Flugsuche, da sie alle indonesischen Airlines anzeigt. Auch kannst du teilweise nicht direkt bei der Airline buchen, da sie keine ausländischen Kreditkarten akzeptiert, aber auf Tiket.com klappt es.

 

Per Boot von Lombok, entweder von den Gili-Inseln oder Senggigi. Innerhalb von vier Tagen fahrt ihr nach Flores und legt wenige Stopps zum Schnorcheln ein. Die Boote sind sehr einfach und du schläfst an Deck. Erkundige dich vorab über das Wetter für die Überfahrt und such dir ein sicheres Boot.

 

Beste Reisezeit

Juni bis September ist es trocken, der meiste Regen fällt von Dezember bis März

 

Malaria

Flores gilt als Malariagebiet mit einem hohen Risiko, daher ist es wichtig, dass du dich vorab bei einem Tropenmediziner informierst. Ich war in der Trockenzeit unterwegs und es gab nur wenige Mücken. Trotzdem habe ich auf einen guten Mückenschutz geachtet, entweder Mückenspray aufgetragen oder lange Sachen getragen, was du in den kalten Bergregionen abends sowieso machst. Leider gab es so gut wie nie ein Moskitonetz in den Unterkünften. In der Regenzeit gibt es mehr Mücken und das Risiko entsprechend höher.

 

Noch mehr Informationen und Tipps zum Mückenschutz findest du hier.

 

Hast du an eine Reisekrankenversicherung gedacht?!

 

Packliste

Pack warme Sachen ein, vor allem für abends und nachts. Einige Nächte habe ich echt gefroren und mich erkältet. Ansonsten wirst du Wanderschuhe brauchen, falls du eine der Vulkane besteigen willst. Für den Kelimutu reichen normale Turnschuhe. Und vergiss nicht Mückenschutzmittel, wie Sprays und Rauchspiralen für abends. Da es nachts kalt ist, deckst du dich sowieso zu und ziehst lange Sachen an, daher ist ein Moskitonetz nicht wirklich notwendig. Meine gesamte Packliste findest du hier.

 

Reiseführer: Lonely Planet* | Rough Guide*

 

Tipp: Auf der Webseite von Lonely Planet kannst du einzelne Kapitel aus dem Reiseführer kaufen und dir als PDF-Datei herunterladen.

 

Transport

Du brauchst viel Zeit, um von A nach B zu kommen. Flores ist gebirgig und die schmale Hauptstraße schlängelt sich mitten hindurch. Für 100 Kilometer haben wir im Durchschnitt vier Stunden gebraucht. Der Bus ist sicher das langsamste Fortbewegungsmittel, aber die anderen sind nicht so viel schneller. Da es wenig Überholmöglichkeiten auf der Strecke gibt.

 

Public Bus: Sie sind alt, unbequem, laut und nicht sehr zuverlässig. Und doch sind sie das authentischste und günstigste Fortbewegungsmittel für Flores. Plan einfach etwas mehr Zeit ein, da es keine fixen Fahrpläne gibt und Pannen keine Seltenheit sind. Ansonsten steck einen warmen Pulli und genug Wasser und Essen ein, du weißt nie, ob er zwischendurch Pausen macht.

 

Den Preis musst du mit dem Fahrer verhandeln. Wir haben meist 50.000 Rp pro Etappe bezahlt, was sicher der doppelte Preis war.

 

Private Fahrer: Die bequemste und auch teuerste Art Flores zu bereisen. Der Vorteil, du siehst in kurzer Zeit deutlich mehr und kannst dich entspannt zurücklehnen. Wer wenig Zeit hat oder keine Lust auf Stress hat, wird diese Option lieben. Du zahlst etwa 600.000 Rp (ca. 36 Euro) pro Tag. Nur ein Tipp, gibt dem Fahrer nur eine Anzahlung, um sicher zu gehen, dass er am nächsten Tag auftaucht.

 

Motorroller leihen: Es hört sich nach einem Abenteuer an und ist mit Sicherheit die aufregendste Art zu reisen. Unterwegs habe ich vier Leute getroffen, die so gereist sind. Die Herausforderung zu Beginn war einen Vermieter zu finden, der Einweg-Mieten anbietet. Ansonsten ist es relativ anstrengend zu fahren und sie waren deutlich langsamer unterwegs, was aber wohl auch an den vielen Fotostopps unterwegs lag.

 

Die meisten werden sich wohl nur tageweise einen Motorroller mieten. Die Preise liegen deutlich höher als in Bali, wir haben 100.000 Rp (ca. 6 Euro) für einen automatischen Roller pro Tag gezahlt.

 

Unterkunft

Die Unterkünfte in Flores sind meist sehr einfach und ich fand das Preisleistungsverhältnis schlecht. Da wir zu dritt unterwegs waren, war es jedoch sehr günstig. In der Hauptsaison sind teilweise Unterkünfte in Orten mit begrenztem Angebot ausgebucht, wie in Moni oder Koka Beach. Einige kannst du online buchen, jedoch zahlst du hier wahrscheinlich mehr. Du kannst es immer drauf ankommen lassen und vor Ort suchen, da nicht alle im Internet gelistet sind. Das würde ich jedoch in Hauptsaison nur machen, wenn ich früh genug an einem Ort ankomme.

 

In Labuan Bajo findest du die schönsten Unterkünfte und sogar nette Hostels, wobei du dich besser fernhältst von den billigen Hostels. Denn sie sind wirklich einfach und teilweise wahre Dreckslöcher (sorry).

 

Unterkunftsempfehlungen

Maumere: Pantai Paris Homestay*

Ruteng: FX72 Hotel*

Labuan Bajo: Ciao Hostel* (beste Aussicht), The Palm Komodo* (nett, klein, mit Pool)

 

Geld

Fast überall findest du Geldautomaten, wo du kostenlos Geld abheben kannst. Falls du noch keine Kreditkarte hast, schau hier mal vorbei. Ansonsten musst du Preise verhandeln, geh nicht auf die erste Forderung ein, die meist unverschämt hoch ist. Im Public Bus haben wir je Etappe etwa 50.000 Rp gezahlt. In Städten haben wir meist 5.000 Rp für kurze Strecken in Bemos gezahlt. Und noch ein letzter Tipp, geh in Warungs essen und nicht im Touristen-Restaurant. Hier ist das Essen meist überteuert und noch nicht mal gut.

 

Wie war dein Flores Trip?

 

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6 Comments

  • Sabine von Ferngeweht

    Labuan Bajo fand ich ganz schrecklich, daher sind wir nach unserer Bootstour von Lombok nach Komodo auch nur einen Tag geblieben und sind dann zurüchgeflogen nach Bali. Von den Einheimischen auf Flores konnte uns keiner einen Tipp geben, was wir rund um Labuan Bajo machen konnten. Den Wasserfall aus unserem Reiseführer kannten sie alle – aber auf die Idee, dass eine Ausflig dahin für uns interessant sein könnte, kam keiner … Das Ganze ist schon ein paar Jahre her, vielleicht haben sie sich mittlerweile mehr auf Touristen eingestellt.

    • Claudia

      In Labuan Bajo war am meisten los, die wenigsten reisen im Anschluss weiter durch Flores. Durch das Erdbeben auf Lombok war sogar noch mehr los. Und wirklich viel gibt es rundum Labuan Bajo immer noch nicht. Ruteng fand ich dagegen super, aber die Fahrt dauert zu lange für einen Tagestrip.

  • Claudia

    Hallo Claudia,
    wow, was für ein umfassender Artikel, der sehr gut meinen Eindruck von Flores widerspiegelt. Alle Preise müssen hart verhandelt werden, trifft es sehr gut. Labuan Bajo war anfangs für mich echt ein Alptraum – laut, überfüllt, schmutzig. Wir kamen abends an und unsere Unterkunft hatte unser Zimmer bereits anders vergeben. Kein guter Start.
    Schade, dass du Wae Rebo nicht gemacht hast. Das war mit unser Highlight – und Tauchen im Komodo Nationalpark, wo wir vier Tage / drei Nächte eine Tauchsafari gemacht haben.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Claudia

      Hi Claudia, um Wae Rebo tut es mir auch leid, die Fotos sahen cool aus. Und der Komodo-Ausflug zählt definitiv zu meinen Highlights, ob ich es noch mal hinschaffe, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

  • Isabel | childandcompass

    Flores und den Komdo Nationalpark haben wir für den nächsten Trip nach Indonesien fest eingeplant.

    Dieses Mal mussten wir leider nach knapp 6 Wochen wieder nach Hause und die Zeit hat einfach nicht gereicht.

    Nachdem ich deinen Text gelesen habe komme ich ins Grübeln. Die Dinge, die du nennst, würden mich vermutlich auch stören.

    Liebe Grüße
    Isabel

    • Claudia

      Komodo kann ich zu 100% empfehlen, aber Flores hat mich enttäuscht. Lies noch weitere Reiseberichte, um eine objektivere Meinung zu bekommen.

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