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MAPS.ME oder Google Maps: Was ist besser fürs Reisen?

Auf Reisen erleichtern uns Offline-Karten das Leben, aber welche App ist besser: MAPS.ME oder Google Maps. Ich habe beide Apps auf meinen letzten Reisen intensiv getestet und verrate dir, wie sie abgeschnitten haben. Was die jeweiligen Vorteile, aber auch Nachteile sind.

 

Hier geht’s zum detaillierten Vergleich von MAPS.ME mit Google Maps.

 

Update: Juli 2019

 

Offline-Karte herunterladen

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MAPS.ME

Bei MAPS.ME kannst du dir unendlich viele Offline-Karten herunterladen, die du ohne zeitliches Limit nutzen kannst. Hierfür kannst du aus einer Liste auswählen, ob du ein ganzes Land, nur ein Bundesland oder eine Stadt herunterladen willst. Je nach Land hast du mal mehr und mal weniger Auswahlmöglichkeiten, teilweise musst du ein ganzes Land herunterladen.

 

Und so geht’s: Tippe auf ein Land oder eine Stadt, dann erscheint unten ein Download-Symbol mit Angaben zur Datengröße. Alternativ gehe ins Menü unter „Karten herunterladen“, dort kannst du die Suche nutzen und aus der Liste deine Karte auswählen. Hier verwaltest du auch deine heruntergeladenen Karten.

 

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Google Maps

Bei Google Maps kannst du nur einzelne Kartenbereich als Offline-Karte herunterladen, aber nicht ganze Regionen oder Länder. Was für einen Städtetrip vollkommen ausreicht, ist jedoch das Aus für einen Roadtrip oder eine Backpacking-Reise. Zusätzlich werden die Karten nach 29 Tagen automatisch gelöscht.

 

Tipp: Die automatische Löschung kannst du verhindern, indem du die Karten vor dem Stichtag aktualisierst. Dann beginnt die Zählung von Neuem.

 

Und so geht’s: Im Menü unter „Offlinekarten“ auf „Wähle deine eigenen Karten aus“ tippen. Jetzt erscheint die Karte mit einem Auswahlfenster, was du frei bewegen kannst und in dem du zoomen kannst. Bist du zufrieden, tippst du unten auf „herunterladen“. Unter „Offlinekarten“ kannst du alle deine Karten verwalten, umbenennen und aktualisieren.

 

Noch zwei allgemeine Tipps

Wähle für beide Apps in den Einstellungen aus, dass die Karten auf der SD-Karte gespeichert werden, um den kostbaren Speicherplatz auf dem Smartphone zu schonen. Und zweitens aktiviere, dass die Karten nur aktualisiert werden, wenn du mit einem WIFI-Netz verbunden bist. So verschwendes du nicht unnötig dein mobiles Datenvolumen.

 

Das Kartenmaterial

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MAPS.ME

MAPS.ME basiert auf der OpenStreetMap (OSM), welche ähnlich wie Wikipedia von jedem bearbeitet werden kann. Und das ist auch das Problem, da so teilweise Locations wie Restaurants oder Hotels an der falschen Stelle, mehrfach oder unter falschem Namen eingezeichnet sind. Ansonsten ist die OpenStreetMap sehr detailliert, so sind meist sogar schmale Fußpfade und in Australien sogar öffentliche Wasserspender eingezeichnet.

 

Ich mag die Darstellung von MAPS.ME und das Kartenmaterial wird mit der Zeit immer besser. Als kleines Gimmick kannst du dir 3D-Gebäude einblenden lassen, was besonders zur Orientierung in der Großstadt hilfreich ist. Du kannst den Modus „folgen und drehen“ aktivieren oder deaktivieren, indem du auf den Kompass tippst.

 

Noch ein Hinweis: Wie groß die Symbole und Schriften eingeblendet werden, hängt mit deinen generellen Android-Einstellungen zusammen. Geh ins Menü zu „Anzeige“ und „Schriftart und Bildschirmzoom“. Jetzt kannst du testen, welche Größen du bevorzugst.

 

Update: Zusätzlich kannst du in den Einstellungen „Schriftgröße auf der Karte erhöhen“ auswählen.

 

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Google Maps

In diesem Punkt ist Google Maps noch unschlagbar, weil ihre Karten immer sehr aktuell sind und sich jeder dort eintragen lässt. So findest du in Google Maps meist jegliche Museen, Hotels, Restaurants, Banken, Shops und so weiter, was besonders für Reisende hilfreich ist. Außerdem kannst du dir alle Bus-, Straßenbahn- und U-Bahnlinien anzeigen lassen.

 

Online kannst du zwischen drei Kartentypen (Normal, Satellit, Gelände) wählen, in den Streetview-Modus wechseln oder dir Indoor-Karten ansehen, diese stehen dir nur online zur Verfügung.

 

Zusätzliche Informationen

MAPS.ME

Wenn du in der Karte zum Beispiel ein Museum antippst, werden dir zusätzliche Informationen wie Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Bewertungen angezeigt. Wie detailliert diese sind, hängt bei MAPS.ME von den Daten in der OpenStreetMap ab, was mal mehr und mal weniger ist.

 

Update: Seit neuestem findest du auf MAPS.ME für viele Sehenswürdigkeiten in Städten die wichtigsten Hintergrundinfos, als Quelle wird hierfür Wikipedia genutzt.

 

Google Maps

Bei Google Maps sind die offline verfügbaren Daten sehr begrenzt. Während du online ausführliche Informationen, Öffnungszeiten, Link zu Webseiten, Fotos und Bewertungen geboten bekommst, so beschränken sie sich offline auf ein Minimum.

 

Tipp: Bei Google Maps kannst du jede Haltestelle antippen, um zu sehen, welche Linien hier abfahren und wann der nächste Bus kommt. Leider sind diese Daten nur online verfügbar.

 

Die Offline-Suche

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Eine super wichtige Funktion, wenn du in einer neuen Stadt dein Hotel suchst. Und hier enttäuscht MAPS.ME leider öfters. Die Offline-Suche ist bei weitem nicht so gut wie bei Google Maps. Sie hat deutlich weniger Locations gespeichert und Straßen sind teilweise ohne Hausnummern hinterlegt. Auch kommt es auf die genaue Schreibweise an, sonst kann MAPS.ME es nicht finden.

 

Bei beiden kannst du nach Namen, Adresse, Kategorie und Koordinaten suchen.

 

Tipp: Daher sorge ich meist vor, und markiere wichtige Orte, wenn ich WIFI zur Verfügung habe. Um notfalls die Suchfunktion in Google Maps zu nutzen, um sie dann in MAPS.ME einzutragen. Kompliziert.

 

Lesezeichen verwalten

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MAPS.ME

Bei MAPS.ME kannst du jeden Ort mit einem Lesezeichen versehen, den du ganz individuell bearbeiten kannst. Tippe einfach auf einen beliebigen Ort und markiere ihn dann, indem du unten auf den Stern („Lesezeichen“) tippst. Genauso löschst du übrigens eine Markierung.

 

Jetzt kannst du nach oben wischen und „Lesezeichen bearbeiten“ auswählen. Hier kannst du den Titeltext bearbeiten, eine Farbe für den Pin auswählen und den Ort einer Gruppe zuordnen.

 

Extra-Tipps: Überlege dir ein Farbsystem für deine Pins, um auf einen Blick zu erkennen, um was es sich handelt. Ich nutze blau für Restaurants, grün für Hotels, rot für Sehenswürdigkeiten, lila für Street Art und so weiter. Darüberhinaus ergänze ich im Titel/Text Zusatzinformationen, so füge ich bei Sehenswürdigkeiten noch Öffnungszeiten und Eintrittspreise hinzu. So wird meine Map zu einem kleinen Mini-Guide.

 

Deine Lesezeichen sichern kannst du, indem du bei MAPS.ME unten auf das Symbol mit den zwei Sternen tippst und bei „Sicherung Lesezeichen“ auf anmelden gehst. Jetzt kannst du auswählen, wie deine Lesezeichen gesichert werden sollen.

 

Google Maps

Meines Wissens kannst du bei Google Maps nicht Lesezeichen so individuell bearbeiten. Hier kannst du lediglich deine Orte in Gruppen organisieren. Die Markierungen werden bei Google Maps übrigens automatisch mit deinem Google-Account synchronisiert, so dass du auf sie am PC zugreifen kannst.

 

Lesezeichen teilen

Bei beiden Apps kannst du deine Lesezeichen mit Freunden teilen, erstelle hierfür einfach bei MAPS.ME eine neue Gruppe oder eine neue Liste bei Google Maps. Deine Freunde können sie anschließend bei sich importieren.

 

Routenführung / Navi

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MAPS.ME

In dieser Rubrik ist MAPS.ME offline stärker. Hier kannst du den Start- und Zielort auswählen, indem du einfach einen Ort auf der Karte auswählst oder das Suchfeld nutzt. Darüber hinaus kannst du bis zu drei Zwischenstopps ergänzen. Nachdem die Route berechnet wurde, kannst du einen weiteren Ort in den Karte auswählen und unten „Zwischenstopp hinzufügen“ auswählen.

 

Abschließend kannst du dein Transportmittel festlegen, ob du mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, mit dem Rad oder mit Uber/Taxi fahren willst.

 

Hinweis: Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es bisher nur für diese Städte (über 140).

 

Die Route wird berechnet und dir wird angezeigt, wie groß die Distanz ist und wie lange es etwa dauert. Zu Fuß und mit dem Rad werden dir zusätzlich die Höhenmeter und bei Uber wird dir ein Preis angezeigt, so kannst du dich schnell für das beste Verkehrsmittel entscheiden kannst.

 

Tipp: Fürs Auto kannst du in den „Einstellungen des Umweges“ festlegen, welche Wege er vermeiden soll (Mautstraß, Autobahn, Fähre, unbefestigte Straße).

 

Jetzt kannst du die Routenführung beginnen, indem du unten auf „Start“ tippst. Unterbrechen kannst du das Navi, wenn du unten auf den Pfeil tippst und auf „anhalten“ gehst. Die Sprachführung gibt es für das Auto und Fahrrad, Einstellungen hierzu kannst du unter „Naviagtion“ und „Sprachführung“ vornehmen. Hier kannst du übrigens zum „Nachtmodus“ wechseln.

 

Die Routenführung funktioniert zu 100% offline, es fehlen nur aktuelle Verkehrsinformationen.

 

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Google Maps

Mittlerweile kannst du die Routenberechnung auch bei Google Maps offline nutzen, aber nur fürs Auto und dann natürlich nur im gespeicherten Kartenbereich. Bist du jedoch online, ist das Navi von Google Maps besser als MAPS.ME, da es schnellere/bessere Routen berechnet.

 

Für beide gilt

Bei beiden Apps kannst du zusätzliche Zwischenstopps einfügen. Bist du online erhältst du aktuelle Verkehrsinformationen.

 

Noch ein Hinweis: Die Standortbestimmung mit GPS kann etwas länger dauern, wenn du im Flugzeugmodus bist. Das ist jedoch vom Gerät abhängig, außerdem macht es einen Unterschied, ob du dich draußen oder in einem Gebäude befindest. Gerade in Städten und bei schlechtem Wetter kann es zusätzlich zu Verzögerungen kommen.

 

Leserfrage: „Kann ich die Route speichern oder mit Anderen teilen?“ – Nein (soweit ich weiß).

 

Mein Fazit: Welche Offline-Karten sind besser fürs Reisen?

Würden wir Online-Karten vergleichen, wäre Google Maps der klare Sieger.

 

Aber nicht so bei Offline-Karten, hier ist MAPS.ME gerade für Reisende besser. Schließlich sind wir oft offline unterwegs und dann hat MAPS.ME deutlich mehr zu bieten. Schon alleine, dass du dir unbegrenzt Karten für die offline Nutzung herunterladen kannst, ist ein großes Minus für Google Maps.

 

Ansonsten mag ich vor allem, wie detailliert die Karten sind. Oft sind sogar schmale Fußwege eingezeichnet, so macht das erkunden eines neuen Ortes zu Fuß noch mehr Spaß. Noch dazu kann ich meine Lesezeichen viel stärker bearbeiten und viele zusätzlichen Infos hinterlegen, so dass ich unterwegs die wichtigsten Infos an einem Ort habe.

 

Natürlich ist nicht alles perfekt, aber solange du zwischendurch online gehen kannst, bist du gewappnet.

 

Google Maps ist ein super mächtiges Online-Tool, was unheimlich viel Wissen in sich vereint, daher nutze ich es regelmäßig auf Reisen. Abends im Hostel oder wenn ich eine lokale SIM-Karte habe. Es ist quasi mein Backup und eine sehr gute Ergänzung zu MAPS.ME, was ich dann tagsüber unterwegs nutze, um mich vor Ort zu Recht zu finden.

 

In Kombination sind MAPS.ME und Google Maps unschlagbar.

 

Mal sehen, wie sich beide Apps weiterentwickeln.

 

Noch ein Tipp (Warnung) für Google Maps

Wer „The Big Bang Theory“ schaut, kennt vielleicht schon folgende Funktion in Google Maps. Und zwar die Standorterfassung, ist diese aktiviert, zeichnet Google alle deine Bewegungen bei eingeschaltetem GPS auf. Das hat den Vorteil, dass du im Nachhinein nachvollziehen kannst, wo du alles warst und so Orte wiederfinden kannst. Aber jetzt kommt ein großes ABER, wer will schon, dass Google all diese Informationen von dir hat. Von daher rate ich dir dringend diese Funktion zu deaktivieren, dies kannst du im Menü unter „Einstellungen“ und „Persönliche Inhalte“ tun.

 

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