feilschen auf Reisen

15 Tipps fürs Feilschen: So sparst du Geld auf Reisen

Sobald du einen Fuß in Südostasien auf die Straße setzt, schallt es dir aus allen Ecken entgegen: „Hello Mister, you want tuktuk? Give you special price.“ Was anfangs einem echt auf die Nerven gehen kann, gehört irgendwann einfach zum Grundrauschen dazu. In vielen Ländern sind Preise nicht fix, sondern verhandelbar. Schon mit ein paar einfachen Tricks, wirst du selber zum Verhandlungskünstler.

 

Feilschen auf Reisen

Am Anfang mag es noch unangenehm sein, selbst kleine Beträge zu verhandeln. Aber akzeptiere es einfach als Teil des Reisens und der örtlichen Kultur. Sei also offen und lass dich drauf ein. Einkaufen wird zwar so etwas anstrengender, als du es von Zuhause gewöhnt bist, aber kann auch mehr Spaß machen. Es gibt keinen einfacheren Weg, um mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

 

Es gibt Backpacker denen Handeln zu mühselig ist und die einfach mehr zahlen. Aber ich finde, dadurch vermitteln sie ein falsches Bild von Reisenden. Gerade in Regionen, wo schon zu viele Touristen waren, merkst du es. Wir werden dann nur noch als wandelnde Geldbörsen und leichtes Opfer wahrgenommen. Durchs Handeln zeigst du, dass du keine unendlichen Geldmittel hast und dich an die Gepflogenheiten vor Ort anpasst.

 

In vielen ärmeren Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika gehört Handeln zum Alltag. Viele Preise sind nicht fixiert und du musst sie individuell verhandeln: auf dem Markt, bei Transportmitteln in der Stadt, Hotels und Ausflüge. Dagegen sind die Preise von Fernbussen, Zügen, Streetfood und in Restaurants meist nicht verhandelbar.

 

Markt feilschen

 

15 Tipps fürs Feilschen auf Reisen

1. Sprich die Sprache

Auch wenn es nur ein paar Wörter sind, hilft es dir schon enorm weiter. Ein gutes Basisvokabular zum Handeln ist: Hallo, auf Wiedersehen, wie heißt du, ja, nein, bitte, Danke, ich schaue nur, wie viel kostet, Zahlen.

 

2. Informiere dich, wo es angebracht ist zu feilschen

Nur weil in einem Land feilschen zum Alltag gehört, gilt das nicht für alle Bereiche. In Südostasien solltest du den Preis für Früchte auf dem Markt verhandeln. Aber in der Suppenküche nebenan nicht, da es hier feste Preise gibt. Das kann ganz schön verwirrend sein am Anfang, aber du findest schnell heraus, wann du handeln kannst.

 

3. Preise einschätzen lernen

Was zahlen die Einheimischen? Auch wenn du als Ausländer immer mehr zahlen wirst, gibt es dir doch einen Anhaltspunkt. Erfrage gerade wenn du neu in einem Land bist auch dir Preise bei mehreren Händlern, so bekommst du schnell ein besseres Gefühl für einen angemessenen Preis. Mit der Zeit wirst du so besser werden, auch wenn es sich ständig ändern kann, wenn du reist.

 

4. Was ist es dir wert

Gerade bei größeren Ausgaben, wie bei einem Ausflug, überlegst du dir besser vorher, was es dir wert ist. So kannst du dich ganz aufs Verhandeln konzentrieren und verlierst dein Ziel nicht aus den Augen. Du sparst dir so auch Zeit, weil du bei einem zu hohen Erstangebot direkt wieder gehen kannst.

 

Markt in Russland

 

5. Zeige kein Interesse

Gerade auf dem Markt bist du als Tourist ein gefundenes Fressen für die Händler. Deshalb solltest du eher desinteressiert durch die Reihen streifen und beiläufig schauen. Wenn dich einer anspricht, erwidere, dass du dich nur umschaust. Sobald du zu viel Interesse zeigst, wird der Händler nicht viel beim Preis machen. Da er dich bereits an der Angel hat.

 

6. Handeln braucht Zeit

Bring Geduld mit, denn feilschen ist ein Spiel. Erst wenn man lange genug Nettigkeiten und neue Angebote ausgetauscht hat, wird man sich auf einen Preis einigen können. Nur wenn du bereit bist mehr zu zahlen, kannst du schnell einen Kauf abwickeln.

 

7. Starte mit einem niedrigen Angebot

Oft wirst du am Ende 30 bis 50% weniger zahlen, als das Erstgebot vom Händler. Deshalb solltest du entsprechend niedrig mit deinem Gebot anfangen, damit ihr euch am Ende in der Mitte treffen könnt.

 

8. Freundlich bleiben

Auch wenn dich der Ehrgeiz packt, solltest du immer freundlich bleiben.

 

9. Lass dir nichts aufschwatzen

„Make you special price when you also buy…“ Vorsicht, du bist hier der Anfänger beim Handeln. Dein gegenüber macht es wahrscheinlich schon jahrelang und wird versuchen alle Register zu ziehen. Lass dich nicht auf einen Kuhhandel ein, indem du am Ende mehr kaufst.

 

10. Mengenrabatt

Außer du willst natürlich mehrere Sachen kaufen, dann kannst du diesen Punkt im Laufe der Verhandlung ausspielen. Und als Anlass nehmen, den Preis noch weiter zu drücken.

 

11. Weg gehen

Wenn du einfach nicht weiter kommst und nicht bereit bist den Preis zu zahlen. Dann geh einfach weg. In vielen Fällen wird dir der Händler ein neues Angebot hinterher schreien. Natürlich kann es auch nach hinten los gehen, dann kannst du aber immer noch wieder zurück gehen. Nachdem du dich bei anderen Ständen umgehört hast.

 

Tuktuk

 

12. Erst handeln dann einsteigen

Bei Taxis und Tuktuks solltest du auf jeden Fall erst einen Preis aushandeln, bevor du einsteigst. Ansonsten schwächst du deine Verhandlungsposition, weil du dem Fahrer signalisierst, dass du mit ihm fahren willst.

 

13. Wissen, wann du aufhören solltest zu feilschen

Manch einen wird der Ehrgeiz packen beim Handeln und auf seinem Preis verharren. Auch wenn es am Ende vielleicht nur noch um ein paar Cent geht. Ganz ehrlich, was für einen Unterschied macht es für dich? Bei deinem gegenüber geht’s ums tägliche überleben, damit er seine Familie ernähren kann. Also im richtigen Moment nachgeben.

 

14. Halte dein Wort

Sobald ihr euch auf einen Preis geeinigt haben, ist das Feilschen zu Ende. Versuch nicht weiter zu verhandeln, sondern stehe zu deinem Wort und bezahle den vereinbarten Betrag.

 

15. Habe Kleingeld zum Bezahlen

Für die alltäglichen kleinen Beträge hast du am besten immer etwas Kleingeld in der Hosentasche oder einem separatem Portemonnaie. So sieht niemand, wie viel Bargeld du dabei hast und wo du es versteckst. Mit einem großen Geldschein kommst du auf dem Markt sowieso nicht weiter, weil dir keiner wechseln kann.

 

Feilschen ist ein Spiel lass dich drauf ein.

Andere Länder, andere Sitten. Mit ein bisschen Übung kann feilschen eine nette Art sein mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Du wirst am Ende immer mehr als die Locals zahlen, aber das ist schon okay. Feilschen will gelernt sein, deshalb macht Übung den Meister. Viel Erfolg.

 

Was sind deine Tricks beim Feilschen?

 

PS: Hier sind noch 5 weitere Wege, wie du unterwegs Geld sparen kannst.

 

 

4 Comments

  • Anne

    Hallo Claudia,
    ich bin gar kein Fan von Verhandeln und Feilschen und ich denke auch nicht, dass es in vielen Ländern zur Kultur gehört – in Südostasien jedenfalls nicht. Kein Einheimischer auf einem lokalen Markt in Thailand verhandelt, vor allem nicht den Preis für Früchte. Die sind ebenso fix wie die Garküchenpreise. Vielleicht ist das auf Märkten für Touristen Usus, aber dass Preise für Touristen immer höher sind, sollte eigentlich nicht überraschen. Um TukTuk-Kosten zu feilschen finde ich noch schlimmer: Wenn ich mir Flug, Anreise und Unterkunft, dazu Massagen und Bier oder was auch immer leisten kann, muss ich nicht beim TukTuk wegen einem Euro rumhandeln, schließlich habe ich immer noch mehr als der Fahrer. Bei einigen Gelegenheiten in Südostasien, die ich beobachten konnte, rollten sich mir nahezu die Fußnägel hoch – da benehmen sich Touristen in ihrer scheinbaren Überlegenheit beim Verhandeln furchtbar daneben. Meist ist es auch beim anderen Fahrer nicht billiger, denn die sind in der Regel immer abgesprochen. Und dann davonlaufen? Gerade in Asien ein No-Go, Stichwort Gesichtsverlust. Da wird die Kultur des Landes also null respektiert.
    Liebe Grüße, Anne

    • Claudia

      Hey Anne,
      klar Feilschen ist nicht immer angebracht und als Reisender treten wir schnell mal in ein paar Fettnäpfchen. Aber zur richtigen Zeit und mit dem richtigen Feingefühl ist es sicher okay. Wenn ich neu in einem Land bin, beobachte ich immer wie sich die Einheimischen verhalten und versuche immer respektvoll zu bleiben. Mir macht es sogar Spaß zu handeln, weil ich oft so ins Gespräch mit Einheimischen komme.
      Schönen Gruß, Claudia

  • Zypresse

    Für mich gehört es einfach zum Urlaubsspaß dazu: das Handeln auf dem Markt, im Souk, an den Souvenirständen. Aber ich weiß, das geht längst nicht allen Reisenden so. Ganz häufig höre ich:
    „ich kann das nicht…“
    „feilschen ist mir unangenehm…“
    „ich fühle mich gar nicht wohl dabei…“
    Ich habe einmal versucht, meine persönlichen Tipps zum Handeln auf Reisen zusammen zu fassen. Und meine 8 Tipps decken sich gut mit Deinen!
    #schreibmalwieder!

    • Claudia

      Schön eine Gleichgesinnte zu treffen, mir macht feilschen auch unglaublich viel Spaß. Die ersten Male war ich auch unsicher, wie das alles so von statten geht. Aber ich hatte eine gute Lehrmeisterin: eine Polin, die bekanntlich ausgezeichnete Feilscher sind.

Post A Comment

eins × fünf =