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Picos de Europa in Nordspanien: Highlights & Wanderungen

Erst vor ein paar Jahren habe ich das erste Mal Bilder vom Picos de Europa Nationalpark gesehen und war überrascht wie schön die Berge in Nordspanien sind.

 

Diese schroffen Felsen mit den tiefen Schluchten, Bergseen und grünen Wiesen hätte ich hier gar nicht erwartet.

 

Spanien hat wirklich noch viele Geheimtipps zu bieten. Denn während die Spanier gerne im Sommer in Picos de Europa wandern gehen, ist der Nationalpark außerhalb von Spanien wenig bekannt.

 

In diesem Picos de Europa Guide erfährst du alles über die schönsten Orte und mögliche Wanderungen in diesem unbekannten Nationalpark in Nordspanien.

 

Wer nicht gerne wandern geht, kann trotzdem die Bergwelt mit dem Auto und der Seilbahn erkunden. Die Picos de Europa sind ein lohnenswerte Ergänzung zu jeder Reise durch Nordspanien.

 

Inhaltsverzeichnis

 

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Schau auch in diesen Artikel rein, wo ich dir die schönsten Orte von Nordspanien vorstelle.

 

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Picos de Europa

Wo liegt Picos de Europa?

Der Nationalpark Picos de Europa befindet sich in Nordspanien und erstreckt sich über die drei spanischen Regionen Asturien, Kantabrien und Kastilien-León.

 

Die Berge liegen nur etwa 20 Kilometer von der Atlantikküste entfernt und bilden so eine natürliche Grenze zum spanischen Inland.

 

Der Nationalpark

Eintritt: gratis

 

Der Nationalpark Picos de Europa wurde 1918 geschaffen und war damit der erste Nationalpark von Spanien. Seitdem ist das Gebiet mehrfach erweitert worden und ist heute der zweitgrößte Nationalpark des Landes.

 

Picos de Europa besteht aus drei Bergmassiven, die insgesamt mehr als 200 Gipfel über 2.000 Metern umfassen. Der höchste Gipfel davon ist der Torre de Cerredo mit 2.648 Metern. Am bekanntesten ist jedoch der Naranjo de Bulnes (2.518 m), der auf asturisch Pico Urriello heißt.

 

Link-Tipps: Offizielle Webseite vom Nationalpark Picos de Europa und Übersicht aller Aussichtspunkte im Park.

 

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Wetter in Picos de Europa

Beste Wanderzeit: Juni bis Anfang Oktober, Juli und August ist viel los

 

Die beste Jahreszeit zum Wandern ist der Sommer, wenn der Schnee geschmolzen ist und es relativ trocken bleibt. Denn regnen kann es in Picos de Europa das ganze Jahr über, jedoch fällt der meiste Niederschlag in den Wintermonaten.

 

Die Nähe zum Atlantik und der Regen haben einen großen Vorteil, die Landschaft ist schön grün. Vor allem auf der Nordseite, wo es feuchter ist, als im südlichen Teil.

 

Das hat zur Folge, dass sich die Gipfel oft in den Wolken verstecken und bei Sonnenschein fühlt es sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Sommer schnell schwül an.

 

Ich war selber Ende Juni in den Bergen wandern und hatte viel Glück mit dem Wetter, es war sonnig und warm.

 

Anreise & Transport

In der Nähe der Picos de Europa liegen drei Flughäfen: Santander (SDR), Bilbao (BIO) und Asturias Airport (OVD). Von Deutschland werden im Sommer Direktflüge nach Bilbao und Santander angeboten.

 

Am besten erkundest du die Berge mit einem Mietwagen*, da du so komplett frei bist, was besonders zum Wandern wichtig ist.

 

Es gibt zwar öffentliche Verkehrsmittel, aber diese steuern nicht alle Orte Nationalpark an und fahren selten. Falls du nur ein paar Tage in Picos de Europa verbringen willst, ist dies trotzdem möglich.

 

Die Busgesellschaft Alsa bietet Busse von Gijón, Oviedo und Santander nach Arriondas an, von wo du weiter nach Cangas de Onís und Covadonga fahren kannst. Darüber hinaus fahren regelmäßig Busse von Santander nach Potes und im Sommer sogar bis nach Fuente Dé, wo die Seilbahn ist.

 

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Wanderungen in Picos de Europa

Klassiker: Ruta del Cares, Rundweg um Covadonga Seen, Ruta Fuente Dé

Gute Ausgangspunkte für Wanderungen: Potes & Fuente Dé, Poncebos, Cangas de Onís

Ressourcen: Übersicht der besten Wanderwege

 

Zu den einfachen Wanderungen in Picos de Europa zählen der Rundweg um die Covadonga Seen und die Ruta del Cares, eine der schönsten Wanderwege des Parks.

 

Die Ruta del Cares startet in Poncebos, was ein guter Ausgangspunkt für weitere Wanderungen ist. Das war der nördliche Teil des Nationalparks.

 

Im Süden vom Picos de Europa liegt der Ort Potes, von hier aus ist es nicht mehr weit zur Seilbahn in Fuente Dé. Oben angekommen, kannst du einfache bis schwierige Wanderungen unternehmen, auch Mehrtagesrouten mit Übernachtungen in Hütten sind möglich.

 

Das waren die klassischen Ausgangspunkte für Wanderungen, unten werde ich weitere erwähnen.

 

Wandertipps

  • Informiere dich über das Wetter.
  • Bring eine Regenjacke mit, das Wetter wechselt schnell in den Bergen. Die Berge verschwinden oft in den Wolken und es regnet regelmäßig.
  • Lade dir deine Wanderkarten herunter, damit du sie offline nutzen kannst. Im Park selber hast du nicht immer Empfang.
  • Starte im Sommer früh und nutze die kühlen Morgenstunden, bevor es heiß wird.
  • Morgens findest du auch noch einen Parkplatz am Startpunkt der Wanderung.
  • Vermeide möglichst Wochenende, wenn deutlich mehr los ist.
  • Trag Wanderschuhe mit einem guten Profil.
  • Habe ausreichend viel Wasser und Essen dabei.

 

Picos de Europa: Die schönsten Orte

Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du auf dem Weg nach Potes ein paar Stopps einlegen.

 

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Wanderung von Urdón nach Treviso

Länge: 6 km (hin & rück) | Dauer: 2,5 bis 5 Stunden | Schwierigkeit: einfach, jedoch steil | Karte | Parkplatz

 

Das kleine Bergdorf Treviso liegt im Nachbartal am Ende der Straße von Poncebos.

 

Wenn du es nicht in den nördlichen Teil des Naturparks schaffst, kannst du eine kurze Wanderung hoch von der Straße hierher unternehmen.

 

Der Weg ist einfach, führt jedoch stetig bergauf. Nachdem du 800 Höhenmeter überwunden hast, kommst du in dem verschlafenen Treviso an, von wo du schöne Aussichten in beide Täler genießt.

 

Komm am besten früh morgens, dann findest du in Urdón noch einen Parkplatz neben der Straße und es ist noch nicht zu heiß für den Aufstieg. Mir hat die Wanderung sehr gut gefallen.

 

Zuerst geht es hoch durch ein Tal, dann entlang einer Flanke bis zum Dorf. Wenn du nicht gerne bergauf gehst, ist die Route nichts für dich.

 

La Hermida

Nur ein Stückchen weiter flussaufwärts liegt der Ort La Hermida, wo du den längsten Klettersteig Spaniens findest. Die Vía Ferrata de la Hermida ist 6 Kilometer lang.

 

Vor Ort kannst du dir das Equipment zum Klettern leihen oder eine Tour machen. Ich bin hier an einem Wochenende Ende Juni vorbei gekommen und habe noch nicht einmal einen Parkplatz gefunden. Ob es lohnt, kann ich also nicht sagen.

 

Im Dorf biegt auch die Straße zum Aussichtspunkt Mirador Santa Catalina bei Piñeres ab. Bei schönem Wetter lohnt sich der kleine Schlenker auf dem Weg nach Potes, da du von hier oben auf die 20 Kilometer lange Schlucht des Río Deva blickst.

 

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Potes

Die malerische Kleinstadt Potes (290 Hm) liegt im Südosten von Picos de Europa und ist ein Sprungbrett in die Berge.

 

So wird es von Wanderern und Tagestouristen zugleich genutzt, da es die größte Auswahl an Unterkünften, Restaurants, Bäckereien und Supermärkten in der Region hat.

 

Als ich durch die engen Kopfstein gepflasterten Gassen schlendere habe ich das Gefühl in einem Alpendorf zu sein, mit all den Fachwerkhäusern und Geranien-Blumenkästen.

 

Mitten hindurch fließt der Río Deva, wo abends die Leute im Wasser stehen, um sich die Beine abzukühlen. Potes lebt vom Tourismus im Sommer, aber hat sich seinen Charme bewahrt.

 

Tipp: Einen schönen Aussichtspunkt bei Potes findest du, wenn du der Straße von Rases steil bergauf folgst. Oben wirst du dann die grüne Bergkuppe (Google Maps) sehen, von wo dir ein fantastisches Bergpanorama geboten wird.

 

Die 10 Kilometer lange Wanderung lohnt sich nur, wenn die Berge nicht in den Wolken versteckt sind.

 

Je nachdem was du für Pläne hast, kann ich dir Potes zum Übernachten empfehlen.

 

Von hier aus kannst du sowohl kleine Tagesausflüge unternehmen, als auch durch das Camaleño Tal bis nach Fuente Dé fahren, um mit der Seilbahn hoch in die Berge zu gelangen, um dort wandern zu gehen.

 

Die Übernachtungsmöglichkeiten im Tal selber sind begrenzt.

 

Wo übernachten in Potes?

Mitten in Potes befinden sich die Maile Apartamentos*, die Mini-Appartments anbieten. Was perfekt für Wanderungen ist, so kannst du morgens dir selber schnell ein Frühstück machen und Snacks für die Wanderungen packen.

 

Wenn du dann abends erschöpft bist, kannst du nach dem Abendessen im Appartment chillen. Ein weiterer Pluspunkt ist der kostenlose Parkplatz direkt vor der Tür

 

Der Vorteil in Potes zu übernachten ist, dass du eine große Auswahl an Restaurants hast und im Supermarkt schnell etwas kaufen kannst. Auf der andere Seite hat es seinen Reiz außerhalb zu übernachten, wo es ruhiger ist und du mitten in den Bergen schläfst.

 

Dann kann ich dir das Hotel El Jisu* empfehlen, was zwischen Camaleño und Mogrovejo auf dem Weg nach Fuente Dé liegt. Die Ausblicke auf die Berge und die Ruhe sind unschlagbar, obendrauf gibt es sogar einen Pool.

 

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Anreise nach Potes

Mit dem Auto folgst du einfach von der Küste der Straße N-621 nach Potes, die durch das Tal des Flusses Deva führt.

 

Parkplätze findest du in Potes überall, besonders auf diesem großen kostenlosen Schotterparkplatz bei den beiden Supermärkten.

 

Im Sommer fahren ein bis drei Busse täglich von Santander nach Potes und sogar weiter bis nach Fuente Dé. Die Fahrt nach Potes dauert etwa 2,5 Stunden und eine weitere halbe Stunde bis nach Fuente Dé.

 

Ausflüge von Potes

Im Camaleño Tal auf dem Weg von Potes nach Fuente Dé kannst du diverse Tagesausflüge unternehmen.

 

Bei Spaniern ist der Besuch des Klosters Santo Toribio de Liébana beliebt, wo ein Stück Holz aufbewahrt wird, das angeblich vom Kreuz stammt, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Und tatsächlich hat eine Untersuchung ergeben, dass das Holz über 2.000 Jahre alt ist.

 

Den nächsten Stopp kannst du im Bergdorf Brez einlegen, wo du eine kurze 5-Kilometer-Wanderung laufen kannst, um ein wenig Bergluft zu schnuppern. Auf diesem einfachen Weg geht es vorbei an Weiden mit dem Bergpanorama im Hintergrund.

 

Etwas länger ist Wanderung vom Dorf Mogrovejo. Der 9 Kilometer lange Rundweg „Bajo Los Picos“ (2 bis 3 Stunden) verläuft wie der Name es schon verrät unterhalb der Gipfel, ebenfalls vorbei an Weiden mit Blick auf die Berge.

 

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Fuente Dé

Das Bergdorf Fuente Dé liegt am Ende der Straße von Potes und ist umgeben von Berggipfeln. Hier befindet sich die einzige Seilbahn der Picos de Europa, die es jedem ermöglicht die alpine Bergwelt zu erleben.

 

Seilbahn

Betrieb: 10 bis 18 Uhr | Preis: 11€ (hoch), 20€ (hoch & runter) | Online-Ticket | Parkplatz

 

Die Seilbahn in Fuente Dé bringt dich innerhalb von vier Minuten von der Talstation auf 1.094 Metern zum Ziel „El Cable“ auf 1.834 Metern. So ersparst du dir den anstrengenden Aufstieg und kannst mehr Zeit oben in den Bergen verbringen.

 

Tipp: Gerade im Sommer an Wochenenden und zur Hauptsaison im August können sich lange Schlangen an der Seilbahn bilden, da sie pro Fahrt nur 20 Personen mitnehmen kann. Zu diesen Zeiten ist es ratsam, sich vorab ein Ticket online zu kaufen.

 

Oben angekommen kannst du die Aussicht genießen und einem der ausgeschilderten Wanderwege folgen.

 

Meine Empfehlung ist die Route Horcados Rojos zu nehmen, da du hier die Schönheit des Hochgebirges erlebst.

 

Und wenn du fit bist, kannst du diese Route mit dem Abstieg nach Fuente Dé kombinieren, wo du durch die Täler hinab läufst, vorbei an grasenden Kühen, Schafen und Pferden.

 

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Wanderung: Ruta Horcados Rojos

Länge: 11,5 km | Dauer: 3,5 bis 4,5 Stunden | Schwierigkeit: einfach bis mittel | Route

 

Eine Wanderung führt von der Seilbahnstation in nordwestlicher Richtung zum Horcados Rojos und zur Hütte Refugio Verónica. Der Weg ist einfach und gut ausgeschildert, jedoch klettert er bald langsam bergauf, aber die Anstrengung lohnt sich.

 

Schon vom unterhalb des Gipfels Torre de los Horcados Rojos genießt du eine fantastische Aussicht in nördlicher Richtung auf die alpine Bergwelt und dessen markanten Berggipfel, den Picu Urriellu (Naranjo de Bulnes, 2.518 m).

 

Wer fit und bergerfahren ist, kann die letzten Meter bis hoch zum Torre de los Horcados Rojos (2.503 m) steigen, von wo du eine fantastische 360-Grad-Aussicht hast.

 

Denn die höchsten Gipfel der Picos de Europa sind alle um die 2.500 Meter hoch und du befindest dich auf Augenhöhe mit ihnen. Der Weg hoch ist steil und nicht markiert, aber kein Problem für geübte Wanderer.

 

Oben haben ich viele Trail-Runner getroffen, die im Anschluss weiter den benachbarten Pico Tesorero (2.563 m) hoch sind.

 

Bevor es zurück geht, kannst du noch kurz hoch zum Refugio Verónica klettern, das silberne Iglu hast du bereits von oben sehen. Im Anschluss geht es zurück zur Seilbahn oder den langen Weg zu Fuß runter nach Fuente Dé, was insgesamt 20+ Kilometer sind.

 

Wanderung: Ruta Fuente Dé

Länge: 15 km | Dauer: 3 bis 5 Stunden | Schwierigkeit: einfach | Route

 

Sehr beliebt ist es die Seilbahn hoch zu nehmen, und von „El Cable“ über die Hütte Refugio Áliva zu Fuß zurück nach Fuente Dé zu laufen. Da es hauptsächlich bergab geht (fast 1.000 Meter), ist die Route nicht sonderlich anspruchsvoll, jedoch 15 Kilometer lang.

 

Der Weg führt dich hinab durch das breite Tal nach Áliva, von wo aus es weiter bergab vorbei an grasenden Tieren zum Camaleño Tal geht, wo du schließlich am Berghang rüber nach Fuente Dé läufst. Auch diese Route ist ausgeschildert.

 

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Wanderung: Ruta Sotres

Länge: 26 km | Dauer: 7 bis 8 Stunden | Schwierigkeit: einfach | Route

 

Von der Seilbahnstation „El Cable“ geht es zunächst in östlicher Richtung nach Áliva, wo der Weg nach Sotres nördlich abzweigt.

 

Du läufst hauptsächlich auf breiten Schotterwegen durch Täler bergab und auch der Rückweg ist nicht allzu schlimm, da es gemächlich hinauf geht.

 

Auf dem Heimweg musst du dich in Áliva entscheiden, ob du mit der Seilbahn zurück fahren willst oder zu Fuß nach Fuente Dé gehen willst.

 

Diese Variante ist jedoch insgesamt 30 Kilometer lang, immerhin geht es bergab.

 

Aufstieg von Espinama

Ich selber habe mich gegen die Seilbahn entschieden, da die früheste erst um 10 Uhr fährt, was mir zu spät war.

 

Stattdessen habe ich in Espinama geparkt und habe mich früh zu Fuß an den Aufstieg zur Berghütte Áliva gemacht. Unterwegs bot mir ein Schäfer an mich in seinem Auto mitzunehmen, was ich dankend angenommen habe. So hatte ich urplötzlich viel Zeit gewonnen.

 

Dadurch konnte ich über Áliva bis zum Torre de los Horcados Rojos hochklettern und bin sogar noch ein Stückchen dem Weg von Áliva Richtung Sotres dem Tal gen Norden gefolgt.

 

Und da ich immer noch Energie hatte und das schöne Wetter sich hielt, bin ich einem der Pfade bis zum Bergkamm gefolgt, um einen Blick in östliche Richtung zu erhaschen.

 

Du merkst die Möglichkeiten oben sind schier unendlich. Wer will kann von der Seilbahnstation oder von Espinama auch zu mehrtägigen Hüttentouren in Picos de Europa aufbrechen.

 

Das waren soweit die Highlights im südlichen Teil von Picos de Europa, lass uns nun in den Norden springen.

 

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Poncebos

Ein wichtiger Startpunkt für Wanderungen im Nationalpark ist der winzige Ort Poncebos. Hier startet unter anderem die beliebteste Tageswanderung der Picos de Europa, die Ruta del Cares.

 

Poncebos liegt in einem schmalen Tal und ist umgeben von Felsen, in denen Geier leben. Du erreichst den Ort über eine kurvige Straße von Arenas de Cabrales, wo du am besten deine Vorräte auffüllst.

 

In Poncebos selber gibt es nur begrenzt Parkplätze, was dazu führt, dass im Sommer an allen Straßenrändern Autos stehen.

 

Wenn du früh kommst, wirst du Glück haben. Ansonsten befindet sich 2 Kilometer vor Poncebos ein asphaltierter Parkplatz, wo du dein Auto abstellen kannst.

 

Im Sommer pendelt ein Bus regelmäßig nach Poncebos oder du läufst das letzte Stück zu Fuß, wobei das in der Hochsaison mit der schmalen Straße nur früh morgens eine gute Idee ist.

 

Besser nimmst du dann direkt den Shuttle-Bus von Arenas de Cabrales nach Poncebos (3 Euro, hin & rück), da es hier ausreichend viele Parkplätze gibt.

 

Der erste Bus fährt um 8 Uhr los. Eine Alternative ist ansonsten spät abends in Poncebos anzukommen, das Auto außerhalb zu parken und im Dorf zu übernachten. So kannst du früh los wandern.

 

Tipp: Mach eine Cabrales-Käsetour in Arenas de Cabrales. Der regionale Käse mit Blauschimmel ist typisch für Asturien und reift in den umliegenden Höhlen.

 

Wo in Poncebos übernachten?

Das orangefarbene Hostal Poncebos* ist die beste Übernachtungsmöglichkeit in Poncebos und da es nicht viele Optionen gibt, ist das Hotel schnell ausgebucht.

 

Dann kannst du auf Arenas de Cabrales ausweichen, was zur Hochsaison im Sommer (Juli und August) sowieso die bessere Wahl ist. Im Ort hast du eine größere Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Supermärkten.

 

Ein Shuttle-Bus bringt dich dann nach Poncebos, so dass du dir keine Sorgen um einen Parkplatz machen musst.

 

In Arenas de Cabrales kann ich dir das gemütliche Apartahotel Montecaoru* empfehlen, was sich in einem traditionellen Haus mitten im Ort befindet. Die Zimmer sind zwar klein, aber alles ist sauber und schön.

 

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Wanderung: Ruta del Cares

Route: Poncebos – Caín – Poncebos | Länge: 22 km | Dauer: 4,5 bis 6 Stunden | Schwierigkeit: einfach (schwindelfrei sein) | Startpunkt | Beschreibung

 

Die Ruta del Cares verläuft auf halber Höhe durch eine enge Schlucht, in der unten der Fluss Cares plätschert. Sie startet in Poncebos und endet in Caín.

 

Dieser spektakuläre Weg verläuft teilweise direkt entlang der Kante, wo es 100 Meter tief hinab geht. Umgeben bist du von schroffen Felsen und hohen Berggipfeln, zwischen denen du dir ganz klein vorkommen wirst.

 

Die Route ist wirklich wunderschön und einfach zu gehen, da der Weg relativ eben verläuft und in einem guten Zustand ist. Zum Schluss wurden sogar einige Tunnel in den Fels gesprengt, damit du hier bequem laufen kannst.

 

Ich selber hatte eine magische Wanderungen auf der Ruta del Cares. Die Nacht zuvor hatte es geregnet und morgens hingen die Wolken tief zwischen den Gipfeln, die sich erst langsam auflösten.

 

Es fühlte sich wie ein Traum an, noch dazu war ich so früh alleine unterwegs, nur Ziegen kreuzten meinen Weg. Auf dem Rückweg habe ich dann das Tal bei Sonnenschein erlebt, was sich wie eine andere Welt angefühlt hat. Der Hype um diese Wanderung ist wirklich berechtigt.

 

Tipp: Starte im Sommer möglichst früh, um den Massen zu entkommen. Und bring eine Taschenlampe mit (Handy-Licht ist ausreichend), da die Tunnel nicht beleuchtet sind und in ihnen tiefe Pfütze stehen (so war es zu mindestens bei mir).

 

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Bulnes

Seilbahn: 17 Euro einfache Fahrt | 22 Euro hin & rück | im Sommer 10 bis 20 Uhr (alle halbe Stunde)

Wanderung: Länge 7 km (hin & rück) Dauer: 1,5 bis 2,5 Stunden | Start

 

Ein beliebter Ausflug von Poncebos führt in das Berdorf Bulnes. Du erreichst es nur zu Fuß oder mit der Standseilbahn.

 

Der Pfad folgt dem Bach Tejo hoch in ein kleines grünes Tal, dass von Berggipfeln umgeben ist und von dem du den bekanntesten Gipfel des Parks Naranjo de Bulnes sehen kannst (außer er versteckt sich in den Wolken).

 

Und mitten in diesem Tal liegt Bulnes, dass einige es als das charmanteste Dorf von den Picos de Europa bezeichnen. Im Sommer ist jedoch viel los, was dem ganzen etwas den Zauber nimmt.

 

Ich habe Bulnes als Ergänzung zur Ruta del Cares gemacht, was kein Problem war. Die beiden Startpunkte von den Wanderwegen liegen quasi nebeneinander.

 

In Bulnes kannst du natürlich auch weiter laufen, es gibt einen Weg rüber ins Dorf Sotres und zu mehreren Berghütten (Refugios).

 

Eine zweitägige Wanderung für erfahrene und fitte Wanderer führt von Poncebos zum Refugio Jou de los Cabrones und zurück, wo du mitten durch eine alpine Bergwelt läufst.

 

Sotres

Eine malerische Bergstraße führt von Poncebos weiter in die Berge hinein, zuerst zum Bergdorf Sotres (1.023 m) und sie endet schließlich in Treviso (900 m).

 

Beide Ortsnamen sind bereits in diesem Artikel aufgetaucht, da du sie auf Wanderungen aus anderen Teilen des Nationalparks erreichen kannst.

 

In Sotres selber kannst du sogar ein Stückchen Richtung Áliva laufen oder eine Nacht hier verbringen, um die Ruhe der Bergwelt zu genießen.

 

Als ich im Juni dort war, konnte ich weiter fahren, aber ich habe im Internet gelesen, dass die Straße im Sommer teilweise für den öffentlichen Verkehr gesperrt wird. Erkundige dich daher vor Ort.

 

Schöne Aussicht: Auf der Weiterfahrt von Arenas de Cabrales nach Cangas de Onís kommst du einem klasse Aussichtspunkt vorbei, der direkt neben der Straße liegt.

 

Vom Mirador del Pozo de la Oración hast du bei schönem Wetter ein fantastisches Bergpanorama, aus dem der markante Berggipfel Naranjo de Bulnes (Picu Urriellu) hervor sticht.

 

Cangas de Onís & Covadonga

Die Stadt Cangas de Onís fungiert als Drehkreuz für den nordwestlichen Teil der Picos de Europa.

 

Zu den Highlights dieser Ecke zählen der Besuch der Kirche von Covadonga und den Covadonga Seen.

 

Im Sommer sind die Zugangsstraßen wegen dem großen Andrang nur bedingt für den öffentlichen Verkehr frei gegeben und du musst stattdessen einen Shuttlebus nehmen, mehr dazu gleich.

 

In Cangas de Onís selber steht die „alte“ Römerbrücke, von der ein großes Kreuz herab hängt und ein beliebtes Fotomotiv ist. Ansonsten ist der Ort einfach eine gute Base für Ausflüge und zum Übernachten.

 

In Cangas de Onís kann ich dir das Hotel Los Robles* empfehlen. Das Hotel liegt zentral, die Zimmer sind sauber und schön hell. Zudem ist das Personal extrem hilfsbereit bei der Organisation von Ausflügen.

 

Pilgerort Covadonga

Covadonga ist ein wichtiger Ort für Spanien aus gleich zwei Gründen: geschichtlich und spirituell.

 

Im Jahr 722 fand hier die Schlacht von Covadonga statt, wo die Spanier die Mauren in die Flucht schlugen, was als Beginn der Reconquista gilt.

 

In diesen schweren Tagen suchte der König Beistand in Gebeten zur Jungfrau Maria „Virgen de Covadonga“, einem Marienheiligtum in einer Höhle. Zum Dank des Sieges ließ der König ein Kloster und eine Kirche in Gedenken an die Heilige errichten.

 

Bis heute ist die rosa Kirche Basílica de Santa María la Real de Covadonga ein imposanter Anblick, sticht sie doch durch ihre Farbe aus der grünen Landschaft hervor.

 

Neben der Kirche, kannst du die Höhle und ein Museum besichtigen. Mehr über die Geschichte und was du vor Ort alles sehen kannst, erfährst du hier.

 

Wenn du sowieso die Covadonga Seen besuchen willst, lohnt sich ein Abstecher hierher, ansonsten würde ich es eher weg lassen, außer du bist ein Geschichts-Nerd.

 

Covadonga Seen: Lago de Enol & Lago de la Ercina

Die beiden Bergseen liegen malerisch auf über 1.000 Metern und sind umgeben von grünen Bergwiesen mit grasenden Kühen und Berggipfeln. Eigentlich gibt es sogar drei Seen, aber der dritte Lago Bricial führt nur im Frühling zur Schneeschmelze Wasser.

 

Vielleicht kennst du die Straße zu den Covadonga Seen bereits aus dem Fernsehen, da jedes Jahr die Radprofis den teils 13% steilen Anstieg in der Vuelta a España bewältigen müssen.

 

Schon die Fahrt zu den Covadonga Seen ist schön und du kannst zwischendurch für Fotos stoppen. Falls du mit einem Auto unterwegs bist, denn das ist nur eingeschränkt möglich.

 

Wegen dem großen Andrang darfst du im Sommer (1. Juni bis 16. Oktober) und zu anderen Feiertagen die Straße nur zwischen 21 Uhr und 7:30 Uhr nutzen.

 

Stattdessen gibt es einen Shuttle-Bus, der zwischen Cangas de Onís, der Kirche und den Seen von Covadonga pendelt. Ein Tagesticket kostet 9 Euro.

 

Wer will kann die beiden Seen zu Fuß umrunden oder längere Wanderungen unternehmen. Schau mal in diesen Guide rein, wo mögliche Wanderungen vorgestellt werden und du alle Informationen für den Bus findest.

 

Arriondas

Wenn du mit dem Bus nach Picos de Europa anreist, wirst du einen Stopp in Arriondas einlegen, was westlich von Cangas de Onís liegt.

 

Und da du schon mal hier bist, kannst du gleich eine Kajaktour auf dem Río Sella unternehmen. Es werden diverse Touren auf GetYourGuide* angeboten. Schau mal rein, die Preise starten bereits bei 25 Euro.

 

Die Busgesellschaft Alsa bietet Busse von Gijón, Oviedo und Santander nach Arriondas an, von wo du weiter nach Cangas de Onís und Covadonga fahren kannst.

 

Das waren die schönsten Orte und Wanderungen in Picos de Europa, eine atemberaubend schöne Bergwelt und eine lohnenswerte Ergänzung zur Reise entlang der grünen Küste von Nordspanien.

 

Nordspanien Highlights

 

 

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