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Sichere Reiseziele: Wohin kannst du reisen?

Von Zeit zu Zeit bekomme ich die Frage gestellt: Was sind sichere Reiseziele und welche Länder sind zu gefährlich? Ich tue mich immer schwer damit konkrete Länder zu empfehlen, denn bisher habe ich mich auf meinen Reisen immer sicher gefühlt. Und ich habe mittlerweile über 50 Länder bereist.

 

Die typischen Backpacking Länder gelten meist als sicher, aber Gefahren gibt es überall.

 

Wenn du nachts in deiner Heimatstadt von einer Party nach Hause gehst, kann auch etwas passieren. Du versuchst die Risiken zu minimieren, nichts anderes machst du auf Reisen. Aber es gibt natürlich Unterschiede, deshalb beleuchte ich die beliebtesten Backpacking Länder weltweit mal etwas genauer.

 

Travel Risk Map: Das sind die gefährlichsten Länder

Eine gute Informationsquelle ist die Webseite des Auswärtigen Amtes und die Travel Risk Map. Das ist eine interaktive Weltkarte, die die einzelnen Reiseländer in den Kategorien Sicherheit, Gesundheitsversorgung und Straßensicherheit bewertet. Sie wird jedes Jahr von „International SOS“ herausgegeben, die Unternehmen international zu den Themen Sicherheit und Medizin berät.

 

Die 8 sichersten Reiseländer

Nur acht Länder weltweit gelten als sehr sicher und haben ein „Insignificant“ beim Sicherheitsrisiko. Und das sind alte Bekannte, wie Dänemark, Grönland, Island, Finnland und Norwegen, aber auch Luxemburg, die Schweiz und Slowenien. Nicht mit dabei ist Deutschland.

 

Die 12 gefährlichsten Reiseziele

Ein extrem hohes Sicherheitsrisiko haben Länder in Afrika und im östlichen Teil von Asien. Zu den gefährlichsten Ländern zählen Somalia, der Südsudan, Libyen, Mali, die Zentralafrikanische Republik, der Sinai in Ägypten, der Jemen, die Ost-Ukraine, Syrien, Irak, Afghanistan und Teile von Pakistan.

 

 

Segelboot Kopenhagen

 

Das sind sichere Reiseländer für Backpacker

In Europa

Die acht sichersten Reiseländer weltweit liegen in Europa. Skandinavien galt schon immer als sehr sicher, hinzu kommen Luxemburg, die Schweiz, Slowenien, Island und Grönland. Der Rest von Europa hat ein geringes Sicherheitsrisiko mit einer guten medizinischen Versorgung, nur Ost- und Südosteuropa schneidet im Gesundheitsbereich etwas schlechter ab.

 

In Afrika

Sichere Reiseländer in Afrika sind Namibia, Botswana, Sambia, der Senegal, Ghana, Benin, Gabun und die Kapverden. Alles keine klassischen Backpacker Ziele, wobei Namibia bei Selbstfahrern beliebt ist. Der Rest von Afrika hat in der Sicherheitsbewertung ein „Medium“ bis „Extreme“ erhalten. Fünf der gefährlichsten Länder der Welt liegen in Afrika.

 

taiwan-keelung

 

In Ostasien und Südostasien

Japan, Südkorea, Taiwan und China gelten als sicher. Besonders in Taiwan ist mir aufgefallen, wie sorglos Leute mit ihrem Besitz umgegangen sind. Alle haben einfach ihren Helm über den Lenker am Motorroller gehängt, selbst in Großstädten wie Taipeh.

 

Auch Südostasien gilt bis auf wenige Ausnahmen als sicher. Bedenken gibt es nur in Teilen von Myanmar, im Süden der Philippinen und in Süd-Thailand an der Grenze zu Malaysia.

 

Straßenverkehr

Am gefährlichsten für Backpacker in Südostasien ist jedoch der Verkehr und die schlechten Straßen. In Thailand und Vietnam wird die Road Safety Risk als sehr hoch eingeschätzt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es in ganz Südostasien Fahrer gibt, die meinen ein Rennen zu fahren. Sie überholen an den unmöglichsten Stellen und mehrfach dachte ich schon, dass war’s…

 

Aber die größte Gefahr geht von dir selber aus, zumindestens wenn du dir ein Motorrad leihst.

 

Das Chaos auf den Straßen kann überwältigend sein, noch dazu hast du wahrscheinlich wenig Fahrpraxis.  Das Rollerfahren ist schnell gelernt und allzu schnell wird man leichtsinnig (ich spreche hier aus eigener Erfahrung): schnelle und riskante Fahrweise, abgelenkt durch die schöne Ausssicht oder das Handy, Situation falsch eingeschätzt oder nicht schnell genug reagiert.

 

Daher fahr vorsichtig und trag immer einen Helm!

 

Gesundheit

Zur medizinischen Versorgung gibt die Travel Risk Map wenig Aufschluss. Aus eigener Einschätzung würde ich sagen, die beste medizinische Versorgung findest du in Thailand, Malaysia, Singapur, Bali und Java.

 

queenstown-neuseeland

 

Australien und Neuseeland

Beide Länder gelten als sicher und haben gute medizinische Standards. Im Notfall könnte es eher die Herausforderung sein, wie weit du vom nächsten Krankenhaus entfernt bist. Gerade in Australien wird viel Hype um die gefährliche Tierwelt gemacht, was tatsächlich halb so wild ist. Da dir die Tiere normalerweise aus dem Weg gehen.

 

Ansonsten sind es die langen Fahrten durchs Outback, wenn du einen Unfall hast oder liegen bleibst, musst du mitunter lange auf Hilfe warten. Daher solltest du auf einem Roadtrip immer einen Vorrat an Sprit, Wasser und Essen dabei haben.

 

Beim Wildcampen habe ich mich nicht immer sicher gefühlt, was wahrscheinlich mehr an meiner wilden Fantasie lag. Ich würde dir trotzdem empfehlen, immer außerhalb der Stadt einen Stellplatz zu suchen, der nicht gut einsehbar ist.

 

Indian Summer USA

 

In Nordamerika

Die USA und Kanada gelten als sicher und haben eine gute Gesundheitsvorsorge, die nur sehr teuer ist. Schließ auf jeden Fall eine Reise- oder Auslandskrankenversicherung ab, damit du für den Notfall abgesichert bist.

 

Auf meinen bisherigen Reisen (nicht als Backpacker) habe mich in Nordamerika sicher gefühlt, nur nicht überall in den Großstädten.

 

In Zentralamerika

Hier gelten besonders Panama, Costa Rica und Belize als sicher. Zu den gefährlichsten Ländern zählen Honduras, El Salvador, Nicaragua, Teile von Mexiko und in Panama das Grenzgebiet zu Kolumbien. In 2018 gab es vermehrt Unruhen und Probleme mit Kriminalität in Honduras und Nicaragua, daher informiere dich über die aktuelle Lage.

 

Auf meinem Roadtrip 2009 durch Yucatan in Mexiko habe ich mich sicher gefühlt.

 

In Nicaragua sind wir vor ein paar Jahren nachts gelandet und hatten daher einen Pick-up vom Hostel organisiert. Die Fahrt war etwas gespenstisch und unser Fahrer hat an keiner roten Ampel gehalten. Den restlichen Urlaub habe ich mich jedoch sicher gefühlt.

 

rio de janeiro brasilien

 

In Südamerika

Sichere Reiseziele sind Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Ecuador. In Ecuador ist die Gesundheitsversorgung schlechter und die Straßen gelten als unsicherer. Die gefährlichsten Länder in Südamerika sind Venezuela und Teile von Kolumbien. Alle anderen haben beim Sicherheitsfaktor ein „Medium Risk“ bekommen.

 

Ganz meiden solltest du bestimmte Dschungel-Gebiete, wo die Drogenkartelle (Narcos) das Sagen haben. Aber das sind meistens sowieso abgelegenen Ecken, die kein Backpacker besucht. Auf einigen Strecken werden Nachtbusse gelegentlich überfallen, daher erkundige dich vorab. Die größten Gefahren lauern in den Städten durch Taschendiebstähle im Gedränge und Überfälle vor allem nachts.

 

Wo habe ich mich in Südamerika nicht sicher gefühlt?

Am häufigsten in großen Städten, besonders im Dunkel und spät nachts. Wenn es ging, habe ich vermieden im Dunkeln in einer neuen Stadt anzukommen und (fast) nie bin ich nachts alleine rum gelaufen.

 

Manchmal habe ich mich etwas eingeschränkt gefühlt.

 

Ich liebe es mich in einer Stadt treiben zu lassen, in Südamerika habe ich mich dabei nicht immer wohl gefühlt. So zum Beispiel in manchen Stadtteilen von Buenos Aires, Bogota und Rio de Janeiro, in der Altstadt von Montevideo und in Valparaiso haben mich Anwohner sogar gewarnt, dass ich hier nicht alleine rumlaufen sollte.

 

Passiert ist mir nie etwas, aber ich habe einige Backpacker kennengelernt, die negative Erfahrungen gemacht haben. Meistens ist es nachts auf dem Heimweg von der Bar passiert, besonders wenn Leute angetrunken waren. Ansonsten waren es Taschendiebstähle und Raubüberfälle, aber auch in vermeintlich sicheren Ländern wie Uruguay und Ecuador.

 

Bitte komm trotzdem nach Südamerika, es ist wunderschön. Um deine Sicherheit in Südamerika zu erhöhen, musst du dich anders verhalten. Meine Sicherheitstipps für Südamerika findest du hier.

 

 

polizei-peru

 

Wo sind nun sichere Reiseziele für Backpacker?

Der Pessimist wird jetzt sagen: es gibt sie nicht.

Der Optimist jedoch antwortet: du kannst überallhin reisen.

 

Lass dich also nicht verrückt machen. Statistiken sind schön und gut, aber was dir tatsächlich passiert, steht auf einem anderen Blatt. Großen Einfluss auf deine Sicherheit hat dein eigenes Verhalten, daher sei nicht leichtsinnig und vertraue auf deine Intuition. Besonders in Städten, in Menschenansammlungen und nachts musst du vorsichtiger sein und nicht alleine draußen rumlaufen.

 

Falls du doch mal in ein gefährliches Land oder Region reist, kannst du dich beim Auswärtigen Amt registrieren lassen. Dann kommt dich jemand suchen, wenn du nicht mehr auftauchst. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, zu mindestens für deine Familie.

 

Hast du dich überall auf Reisen sicher gefühlt?

 

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