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Das mobile Büro: Arbeite, wo du willst

Stell dir vor, du kannst überall arbeiten: in deinem Lieblingscafé, am Strand oder mit Blick ins Grüne. Das hört sich attraktiver an, als in einem langweiligen Büro oder Home Office zu sitzen, oder? Wenn du dich für ein mobiles Büro entscheidest, hast du täglich die Wahl, wo du heute arbeiten willst.

 

Nimm mich zum Beispiel, ich stehe mit meinem Van gerade am Meer in Bulgarien mit Blick auf das Wasser und dem Wellenrauschen im Ohr. Das ist mein Arbeitsort für heute, nicht schlecht. Früher (als ich noch in Deutschland gelebt habe) waren die Orte weniger exotisch und doch habe ich stundenweise am Rhein, im Park, in der Bibliothek, im Café, im Home Office oder im Büro eines Partners gearbeitet.

 

Nach ein wenig ausprobieren, wusste ich, an welchen Orten ich zu welcher Uhrzeit bestimmte Aufgaben mit mehr Leichtigkeit und Fokus erledigen konnte. Steckte ich mal fest, hat mir ein Ortswechsel oft geholfen. Ich kann mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, immer am gleichen Schreibtisch zu arbeiten. Das mobile Büro bringt zwar auch ein paar Herausforderungen mit sich, aber das ist es wert.

 

Probiere es selber aus, im mobilen Büro zu arbeiten, du wirst es lieben.

 

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Was für das mobile Büro spricht

Ein Ortswechsel kann Wunder bewirken

Du merkst schnell, ob du an einem Ort gut arbeiten kannst oder eben nicht. Wenn es nicht läuft, heißt es Sachen zusammenpacken und umziehen. Statt dich herumzuquälen, zu prokrastinieren. Durch einen Ortswechsel durchbrichst du deine schlechten Gewohnheiten und kannst dich Ablenkungen entziehen.

 

Mir hilft es oft, mich in die Bibliothek zu setzen. Ein Ort der Stille, ohne Gespräche und Telefonate. Meine kleine Denkerzelle, wo ich mich vor der ungeliebten Aufgabe nicht mehr drücken kann. Also setze ich mich hin und lege los. Andere Male ziehe ich lebendige Ort vor, um Schreibblockaden zu überwinden und das Gefühl zu haben, nicht mehr alleine vor mich her zu arbeiten.

 

Die Flexibilität: Arbeite, wo du willst

Am Anfang kann es frustrierend sein, weil du ständig das Gefühl hast, am falschen Ort zu sein. Aber mit der Zeit, weißt du welche Arbeitsumgebungen stimulierend und welche besser für konzentriertes Arbeiten für dich sind. Fortan kannst du flexibel auf deine Stimmungen und Aufgaben reagieren, um den passenden Arbeitsort auszuwählen.

 

Orte als Trigger nutzen

Du kannst auch ganz gezielt bestimmte Orte als „Trigger“ (Auslöser) nutzen, wenn du dich hierhin begibst, steht eine bestimmte Art von Aufgabe an. Nutzt du darüber hinaus noch Musik, kannst du den Effekt steigern. Das hat bei mir super funktioniert, als ich mein Buch geschrieben habe.

 

Wenn ich an der Grundidee für einen neuen Entwurf eines Innenarchitekturprojekts gearbeitet habe, bin ich bei schönen Wetter an einen bestimmten Ort draußen immer wieder gekehrt. Hier konnte ich mich in meinem Gedanken verlieren, den Blick schweifen lassen. Oft flossen dann erste Ideen, die ich eilig hinkritzelte. Die Ausarbeitung habe ich später am Schreibtisch erledigt, aber die Grundidee kam mir oft draußen.

 

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Stimulierende Arbeitsumgebungen

Draußen sammelst du ständig neue Eindrücke: vorbeilaufende Leute, Vögel, das Spiel der Wolken, das fließende Wasser des Flusses. Das fördert die Kreativität und freies Denken. Mit dem Blick in die Natur wird es dir leichter fallen, abstrakter zu denken, Lösungen für Probleme zu finden oder einen Plan für ein großes Projekt zu ersinnen.

 

Stimulierende Arbeitsumgebungen liefern Input, der aber als nicht störend empfunden wird. Das kann in einem lebendigen Café sein, wo im Hintergrund Musik läuft, draußen in der Natur oder mit einem schönen Ausblick sein.

 

Fokus: konzentrierte Arbeit

Willst du hingegen für ein paar Stunden konzentriert ohne Ablenkungen arbeiten, ist der Park wohl kaum die richtige Wahl. Selbst im Büro kommen andauernd Kollegen vorbei und im Home Office lauert der Abwasch oder die Kinder. Dann hilft es einen neutralen Ort aufzusuchen, wo du alle Ablenkungen ausblenden kannst: keine Anrufe, andere Aufgaben, Störungen.

 

Es braucht einen Rückzugsort, wo nur ein Tisch und Stuhl steht, die „Denkerzelle“. Wenn du so was nicht hast, hilft es auch den Kollegen Bescheid zu sagen, den Flugzeugmodus im Handy einzuschalten, das Email-Programm zu schließen und Noise-Cancelling-Headphones* aufzusetzen (die alle Hintergrundgeräusche ausblenden).

 

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Mein mobiles Büro der vergangenen Jahre

Intuitiv habe ich wahrscheinlich schon früh Orte gesucht, an denen ich besser arbeiten konnte, als an meinem Schreibtisch. Schon in der Schule kann ich mich erinnern, dass ich vor einer Klausur Wissen gepaukt habe, während ich Inliner gefahren bin. Im Studium genoss ich meine Freiheiten, im Arbeitsraum, zu Hause, im Park oder der Bibliothek zu arbeiten.

 

Und diese Vorliebe für das mobile Büro ist bis heute geblieben und ist sogar stärker geworden, da ich gemerkt habe, das Arbeiten so mehr Spaß macht und schneller erledigt ist.

 

Meine Beginne als Selbstständige

Direkt nach dem Studium habe ich mich selbstständig gemacht und hatte von Beginn an mehr Freiheiten, was die Wahl meines Arbeitsplatzes anging. Das war ganz klassisch am Schreibtisch im Büro eines Arbeitspartners oder in meinem Home Office. Aber auch zwischen Terminen im Zug oder eben draußen am Rhein, im Park, in der Bibliothek und so weiter.

 

Ich habe über die Jahre viel experimentiert und herausgefunden, das ich einfach an bestimmten Orten besser arbeiten kann.

 

Meine Jahre als Digitale Nomadin mit Rucksack

Diese Flexibilität hat mir geholfen, den Schritt zur Digitalen Nomadin mit Rucksack zu meistern. Ständig an neuen Orten zu sein, in Hostels, Cafés oder Airnbnbs zu arbeiten. Zugegeben war es nicht immer ganz einfach und hat viel Disziplin erfordert. Immer wieder aufs neue Orte zum Arbeiten zu finden, mit gutem Internet, einem Tisch, wo es nicht zu heiß oder zu laut war.

 

Geholfen hat es, ein paar Wochen nur zu reisen, um mich dann für eine Zeit irgendwo niederzulassen, um nur zu arbeiten. So konnte ich ganz gezielt einen Ort auswählen, wo ich gute Arbeitsbedingungen hatte. Das war manchmal ein ruhiges Hostel, ein Café, eine Bibliothek oder ein privates Zimmer im Hotel oder Airbnb. Auch war es wichtig, eine gute Arbeitsroutine zu finden, gesund zu essen, gut zu schlafen und einen körperlichen Ausgleich zu haben.

 

Umgeben von anderen Backpackern im Hostel, die nur reisen, war nicht ideal.

 

Mein mobiles Büro im Van

Deshalb genieße ich mein mobiles Büro in meinem Van Coco nun umso mehr. Hier habe ich alles, was ich zum Arbeiten brauche: Strom, Tisch, Sitzbank, Essen und Toilette, ich muss nur schauen, das ich guten Handyempfang habe. Ich habe die Hürde, mal schnell etwas zu arbeiten, reduziert. Es fällt mir jetzt viel leichter zwischendurch oder abends ein paar Stunden am Laptop zu sitzen. So kann ich das Arbeiten mit dem Reisen viel besser vereinbaren.

 

Durch die unterschiedlichen Stellplätze fühle ich mich oft viel motivierter. Wie jetzt gerade: ich schaue raus auf das Meer und höre die Wellen rauschen. So fällt mir das Arbeiten einfacher und ich bin produktiver. Schließlich darf ich danach wieder an den Strand gehen.

 

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Tipps für das mobile Arbeiten

Falls du das mobile Büro selber ausprobieren willst, habe ich ein paar allgemeine Tipps für dich, die dir den Einstieg erleichtern werden.

 

Starttipps für Neulinge

Ausprobieren: An manchen Orten, zu bestimmten Tageszeiten kannst du einige Aufgaben mit mehr Leichtigkeit und Fokus erledigen. Welche das für dich sind, findest du nur durch Ausprobieren heraus.

 

Disziplin: Der schönste Ort hilft jedoch nichts, wenn du nicht die nötige Disziplin mitbringst. Im mobilen Büro musst du mehr Eigenverantwortung übernehmen, dich selber motivieren und arbeiten.

 

Klare Ziele: Es hilft ungemein, sich klare Ziele zu setzen, was du konkret erledigen willst. Hier ist weniger mehr, konzentriere ich lieber auf eine große Aufgabe. Die kleinteilige To-Do-Liste kannst du abarbeiten, wenn du weniger Energie und Selbstdisziplin hast.

 

Routinen: An einem neuen Ort anzukommen, dein mobiles Büro einzurichten und loszulegen. Vielleicht noch eine bestimmte Musik aufzulegen. Das sind alles kleine Routinen, die dir dabei helfen schneller in den Arbeitsmodus zu kommen.

 

Telefonate: Was für Telefonate stehen heute an? Werden sensible Daten besprochen? Dann suchst du hierfür besser keinen öffentlichen Ort auf.

 

Flugzeugmodus: In einer Zeit, wo man ständig erreichbar sein muss, ist es eine Wohltat den Flugzeugmodus am Handy einzuschalten. Ohne Ablenkungen durch Telefonate, Messenger und Emails kannst du dich für eine kurze Zeit voll und ganz auf eine Sache konzentrieren.

 

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Gadgets & Technik

Akkus laden: Bevor es los geht, sollten alle deine Akkus vom Smartphone, Laptop & Co. voll geladen sein. Du wirst nicht überall eine Steckdose finden.

 

Mobiles Internet: Schau das du genug Datenvolumen bei deinem Mobilfunkvertrag hast, so kannst du einen mobilen Hotspot am Smartphone aktivieren. Das erzeugt ein eigenes WLAN, so kannst du mit dem Laptop online gehen. Und so sicherst du dir mobiles Internet auf Reisen.

 

Internetgeschwindigkeit: Checke vorher, wie schnell das Internet ist, wenn du große Datenmengen erhalten oder verschicken musst. Hierzu gibt es unzählige Apps.

 

VPN: Erhöhe die Sicherheit wenn du in öffentlichen Netzwerken online gehst, indem du einen VPN dazwischen schaltest. Wie das genau funktioniert, habe ich hier erklärt.

 

Kopfhörer: Kauf dir gute Kopfhörer, damit du ungestört und in guter Sprachqualität telefonieren kannst.

 

Noise-Cancelling-Headphones*: Blenden Hintergrundgeräusche aus, damit du konzentriert an lauten Orten arbeiten kannst. Viele schwören darauf, ich habe sie selber noch nicht getestet, stattdessen höre ich gelegentlich Musik.

 

Mattes Display: Ich habe mir direkt einen Laptop mit mattem Display gekauft, weil ich die Spiegelungen draußen nervig finde. Alternativ kannst du auch eine Entspiegelungsfolie* nachrüsten.

 

Blickschutz bei sensiblen Daten: Noch eine Folie zum Nachrüsten für den Laptop, die ich besonders bei Businessreisenden gesehen habe. So kannst du mit einer Blickschutzfolie* nur den Bildschirm einsehen, wenn du frontal davor sitzt. Für alle anderen Leute sieht der Display schwarz aus.

 

Laptopschloss (Kensingtonschloss*): Wenn du dir Sorgen machst, das dein Laptop gestohlen wird, wenn du im Café kurz auf die Toilette gehst.

 

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Wo kannst du alles arbeiten?

Home Office: Hier kannst du alles genau nach deinen Bedürfnissen einrichten, vorausgesetzt du hast den Platz dafür. In der Realität arbeiten viele am Küchentisch und improvisieren, wenn sie nicht alleine zu Hause sind.

 

Café: Im Café um die Ecke, wo du es nicht weit hin hast und dich wohlfühlst. In ruhigen Zeiten ist es oft kein Problem, wenn du zwischendurch etwas bestellst. In geschäftigen Phasen wirst du teilweise gebeten, den Platz frei zu machen.

 

Coworking-Space: Wenn du mehr eine klassische Büroatmosphäre suchst, kannst du dich stunden- oder tageweise in einem Coworking-Space einmieten. Der Vorteil, die Infrastruktur aus Drucker, Internet und ergonomischen Arbeitsplatz sind gegeben. Es ist ein gutes Umfeld für konzentriertes Arbeiten.

 

Bibliothek: Ein ruhiger Ort, wo du dich zurückziehen kannst. Viele Bibliotheken haben Arbeitsplätze mit Steckdose und bieten sogar Internet.

 

Draußen: Im Park, am Strand oder mitten im Grünen zu arbeiten, sind oft nur in der Theorie gute Arbeitsorte. Denn in der Realität blendet dich die Sonne, es ist zu heiß, überall ist Sand und du findest keine bequeme Sitzposition. Mit dem Laptop draußen arbeiten macht oft nicht lange Spaß, jedoch sind es gute Orte zum Denken, wo du dir nur ein paar Notizen machst. Und zum Telefonieren, wenn es nicht zu viele Hintergrundgeräusche gibt und es nicht windig ist.

 

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Wo kannst du auf Reisen arbeiten?

Café & Coworking: In der ganzen Welt findest du immer mehr schöne Cafés und Coworking-Spaces, wo Digitale Nomaden gute Arbeitsbedingungen finden.

 

Hostel: Achte bei der Auswahl des Hostels darauf, dass das Hostel einen Bereich mit Tischen hat. Schau einfach bei den Fotos genau hin und meide Partyhostels, da du hier wahrscheinlich nicht gut schlafen wirst.

 

Hotel & Airbnb: Das gleiche gilt für die Wahl eines privaten Zimmers, achte darauf, ob es einen Tisch im Zimmer gibt, den du zum Arbeiten nutzen kannst.

 

Wohnmobil: Und natürlich kannst du auch in deinem rollenden Zuhause arbeiten, vorausgesetzt du hast alles dafür vorgesehen. Ich habe sogar gehört, das sich Leute einen Van nur zum Arbeiten ausgebaut haben, auch eine coole Idee.

 

 

Und Lust das mobile Arbeiten auszuprobieren? Ich kann es dir wärmstens empfehlen und falls du deinen Chef überzeugen willst, hast du jetzt ausreichend viele Argumente hierfür. Natürlich klappt das mobile Büro nicht bei allen Aufgaben gleich gut, aber ein Test kann nicht schaden.

 

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