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Interview: Mit dem Bulli durch Südamerika

Im Sommer geht’s für Veronica und ihren Lebenspartner auf große Fahrt durch Südamerika. Ihren heißgeliebten Bulli verschiffen sie dann nach Uruguay und erfüllen sich ihren Traum von einer Weltreise. Im Interview erzählt Veronica, dass die größte Hürde sie selber war diese Reise zu machen. Einfach alles aufzugeben fällt ihr nicht leicht und doch wagt sie den großen Schritt.

 

Interview mit Veronica

Stell dich kurz vor

Hallo, ich bin Veronica, 36 Jahre alt und liebe es, die Welt zu bereisen. Anfangs waren es Pauschalurlaube, doch mehr und mehr wollte ich nicht die Hotelanlagen kennenlernen, sondern das Land und die Leute. Mit meinem Lebenspartner zusammen, haben wir vor einigen Jahren unseren ersten VW Bus gekauft und bis heute sind wir dem Bulli Fieber erlegen.

 

Auf meinem Blog RoadTrip-Girl schreibe ich über unsere Abenteuer, Pannen und das Zwischenmenschliche. So auch über unsere Weltreise mit unserem Bulli, wenn es soweit ist.

 

Warum willst du eine Weltreise machen?

Ich interessiere mich sehr für andere Länder und Kulturen, doch in der Urlaubszeit hat man einfach zu wenig Zeit, um wirklich etwas von den Ländern zu sehen und die Menschen mit ihrer Mentalität richtig kennenzulernen. Mein Traum war immer, dass ich mir so viel Zeit lassen kann, um auch wirklich sagen zu können: “ Ich kenne das Land xy“, und bin nicht einfach von A nach B gehetzt, um dort gewesen zu sein.

 

Ist dir die Entscheidung leicht gefallen? Wenn nicht, warum?

Auf der einen Seite war es leicht, da ich so meinen Traum verwirklichen kann, aber auf der anderen Seite standen am Anfang schon sehr große Hürden. Die größte war ich selbst. Ich hatte Existenzängste und auch eine Komfortzone, die mir eigentlich ganz gut gefällt. Einfach alles aufzugeben für etwas, was ich vielleicht bereuen könnte, war und ist auch jetzt noch, doch ein sehr großer Schritt.

 

Finde heraus, ob eine Weltreise etwas für dich ist.

 

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Wie haben Freunde und Familie reagiert?

Anfangs wurde ich nicht ernst genommen und alle meinten, ich würde es nicht durchziehen. Ich habe ja alles was man sich wünscht. Einen guten Job, ein Haus (in Miete), einen Partner, der mich in allem unterstützt. Das alles aufgeben (außer meinen Partner, der kommt mit) für etwas Unsicheres, das konnten sie nicht verstehen. Mittlerweile wissen sie, dass ich es wirklich machen werde, und sie freuen sich für mich, wenn auch ein Rest Skepsis bleibt.

 

Wie finanzierst du die Reise? Hast du gespart? Willst du unterwegs arbeiten?

Wir haben auf sehr vieles verzichtet und sparen immer noch bis zu unserer Abreise. Ich habe mir dieses Jahr gerade mal zwei Paar Hosen und drei T-Shirts gekauft, Schuhe gab es keine. Dekoartikel kamen dieses Jahr auch keine neuen ins Haus. Ferien machten wir Zuhause und so werden wir auch weiter machen.

 

Unterwegs arbeiten ist immer so ne Sache. Es wäre sicherlich toll, wenn man sich die Reise durch einen kleinen Zustupf verlängern könnte. Vielleicht ergibt sich etwas, doch so richtig arbeiten eher weniger.

 

Wir werden in Südamerika starten und in den einzelnen Ländern haben es die Einheimischen schon schwer, sich und ihre Familien über die Runden zu bringen. Wenn wir dort arbeiten, würden wir jemandem sein Einkommen wegnehmen und das ist nicht unbedingt das, was ich befürworte.

 

Ich werde sicherlich meinen Blog schreiben, doch ich glaube nicht, dass ich mit bloggen Geld verdienen werde. Wir lassen uns einfach mal treiben und werden sehen.

 

Wann geht es los? Was ist dein erstes Ziel?

Im August 2017 wird unser Bulli von Hamburg nach Montevideo, Uruguay verschifft und voraussichtlich drei bis vier Wochen unterwegs sein. Wir werden mit dem Flugzeug nachreisen, um ihn dann bei der Ankunft abzuholen.

 

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Reist du alleine? Mit wem reist du?

Nein, ich reise nicht alleine. Mein Lebenspartner und ich werden das „große“ Abenteuer zusammen erleben. Wir waren beide schon während unserer Beziehung alleine unterwegs. Er in Australien, ich in Südostasien. Es war eine Erfahrung, die uns sehr viel weiter brachte. Doch diese Reise wollten wir, schon als wir uns kennenlernten vor sieben Jahren, immer gemeinsam machen.

 

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Worauf freust du dich am Meisten?

Ich freue mich, einfach in den Tag hineinzuleben und mich treiben zu lassen. Nicht an nächste Woche oder nächsten Monat zu denken, sondern einfach den Moment zu erleben. Wenn es uns irgendwo gefällt bleiben wir länger, wenn nicht, fahren wir weiter. Ich freue mich auch auf die Begegnungen mit den Menschen, seien es andere Reisende oder Einheimische.

 

Was stresst dich im Moment? Worüber machst du dir Sorgen?

Mich stresst, dass ich noch zu früh bin, um die wichtigen Sachen zu erledigen, und dann alles im letzten Moment erst erledigt werden kann.

 

Die einzigen Sorgen sind unsere Katzen. Einen guten Platz zu finden, wo sie in Liebe ihren Lebensabend verbringen dürfen ist nicht einfach zu finden. Der Gedanke sie zurückzulassen schmerzt mich sehr.

 

Auf einer Skala von 1 bis 10 wie aufgeregt bist du?

Im Moment würde ich sagen, liegt es so bei einer 2 oder 3. Wenn du mich aber im Juli nochmals fragen würdest, würde die 10 nicht ausreichen. Jetzt ist ja alles noch weit weg, doch je näher wir der Abreise kommen werden, desto mehr steigt die Anspannung ob auch alles klappen wird und ob man nichts vergessen hat. So wie bei einem normalen Urlaub nur viel intensiver.

 

Wann startest du ins Abenteuer Weltreise?