Heimkehr Blues

9 Wege deinen Heimkehr Blues zu überwinden

Auch lange Reisen gehen irgendwann zu Ende. Das Heimkommen ist wunderschön und zugleich eine harte Landung. In null-Komma-nix fühlst du dich, als wenn du nie weg gewesen wärst. Scheinbar hat sich Zuhause nichts verändert. Nach deinen aufregenden Tagen unterwegs, steht irgendwie alles still.

 

Blogparade „Vom Heimkommen“

Als Ariane von Heldenwetter zu einer Blogparade aufgerufen hat, habe ich gestutzt. Irgendwann einmal wollte ich darüber einen Beitrag schreiben, aber vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Denn wenn ich ehrlich bin, beschäftigt mich das Thema immer noch, obwohl ich seit zwei Jahren wieder da bin. Also vielen Dank für den kleinen Anstupser.

 

1 Jahr Work & Travel in Australien

Schon zwei Mal bin ich von einer langen Reise wieder nach Deutschland zurück gekehrt. Beim ersten Mal von einem Jahr Work & Travel in Australien, wo ich mich relativ schnell wieder in den deutschen Alltag gestürzt habe. Klar hat mich das Fernweh gelegentlich geplagt, aber dann habe ich meine Fotos hervor gekramt oder den nächsten Kurztrip geplant. Alles gut.

 

Uluru Australien

 

In Australien habe ich insgesamt ein halbes Jahr gearbeitet und hatte zwischendurch ein „normales“ Leben. Ihr wisst schon: WG-Leben, arbeiten gehen, Wochenenden, Freunde, … So hatte ich zwischendurch immer mal wieder ein Stückchen Normalität und Routine.

 

Nur dieses Mal ist es anders. – Nach der Weltreise.

Meine Weltreise war episch, noch immer merke ich wie ich die Erlebnisse verarbeite. Für 16 Monate war ich einfach raus aus allem, ich konnte tun und lassen, was ich wollte. Wenn man einmal diese Freiheit erlebt hat, kann man nicht mehr so einfach zurück.

 

Der deutsche Alltag ist mir fremd geworden. Auf der anderen Seite schätze ich es wieder ein Zuhause zu haben. Das Fernweh hält sich in Grenzen. Etwas anderes arbeitet in mir, das größer ist. Die Freiheit auf Reisen will ich auch im hier und jetzt haben.

 

Ich sehe keinen Sinn mehr in zehn Stunden täglich zu arbeiten, Meetings, Projektstress und vielem mehr. Wofür das alles? Ich will selbstbestimmter leben, auch in Deutschland. Deshalb gehe ich jetzt meinen eigenen Weg, mal sehen wohin er mich führt.

 

Aber was hast du davon?

 

Ich verrate dir meine Tricks, um deinen Heimkehr Blues abzuschütteln:

 

1. Fotos anschauen

Am liebsten würdest du wahrscheinlich stundenlange Foto-Sessions mit deinen Freunden veranstalten und deine Stories erzählen. Aber nach der anfänglichen Euphorie deiner Heimkehr, sinkt das Interesse meist schnell ab. Viele haben dich virtuell auf der Reise begleitet über deinen Blog, Facebook & Co. Sie sind froh, dass du wieder da bist und erzählen lieber aus ihrem eigenen Leben. Sie können nicht ansatzweise verstehen, was du erlebt hast.

 

Ipanema Brasilien

 

Alles eine Frage der richtigen Dosis. Schnapp dir die Leute einzeln und zeige jedem nur ein Land. Nimm dir viel Zeit fürs Geschichten erzählen. Überfordere deine Freunde nicht. Und schau dir einfach Fotos alleine an, wann immer dir danach ist.

 

2. Gleichgesinnte / Leidensgenossen

Auf Reisen hast du viele neue Freunde gefunden, die höchstwahrscheinlich genau dasselbe erleben. Ihr sitzt im gleichen Boot. Es tut einfach so gut, jemanden zu haben, der genau nachempfinden kann, was du gerade durch machst.

 

Starte deine eigene Selbsthilfegruppe. Der Austausch mit anderen Heimkehrern wird dir gut tun.

 

3. Lange Sparziergänge / in der Natur sein

Wirken wahre Wunder bei mir. So kann ich super abschalten und meine Gedanken beruhigen sich. Alte Impressionen von der Reise tauchen auf und bringen mich zum Lächeln. Gib dir selber Zeit die Erlebnisse und Eindrücke der Reise zu verarbeiten, Dinge zu reflektieren.

 

Am effektivsten, wenn du allein bist, das Handy stumm ist und keine Musik läuft. Raus geht’s an die frische Luft.

 

4. Mach nicht zu viele Pläne

Was auf Reisen gilt, sollte auch Zuhause gelten. Mach dir selber weniger Stress, auch privat. Nimm dir mehr Zeit für dich selber. Lass dir Freiraum zum Atmen. Hetz nicht Terminen hinterher. Auf Reisen verpasst du doch auch oft die besten Sachen, wenn du zu durchgeplant bist. Genauso ist es Zuhause, lass dir Raum für Spontanität und lebe die Dinge aus, die dir im Moment gut tun.

 

flanieren

5. Flanieren in der eigenen Stadt

Vielleicht bist du wieder in deiner Heimatstadt, die du schon seit Jahren kennst. Du gehst immer dieselben Wege und schaust gar nicht mehr so richtig hin. Du läufst quasi wie ein kleiner Zombie auf Autopilot herum. Hier steckt viel Potential drin.

 

Lass dich treiben, folge deiner Intuition. Rechts oder links an der nächsten Ecke. Du wirst überrascht sein, welche interessanten Viertel du entdeckst. Lerne wieder richtig hinzuschauen. Das Abenteuer beginnt vor der eigenen Haustüre.

 

6. Mach Kurztrips

Wenn du mal wieder nicht die Füße still halten kannst und das Fernweh überhandnimmt. Dann mach einen Wochenendtrip irgendwohin. Hauptsache du kommst mal raus und siehst etwas anderes. In Deutschland haben wir die Qual der Wahl: ans Meer, in die Berge oder Freunde/Familie besuchen fahren. Oder doch sich ins Stadtleben stürzen, es gibt so viele faszinierende Städte in Europa, die nur auf dich warten.

 

Parlament Budapest

7. Lerne etwas Neues

Reisen ist so aufregend und intensiv, weil du ständig neuen Situationen ausgesetzt bist und schnell dazu lernen musst. Nur in deiner Kindheit wurdest du so mit Neuem bombardiert. Tage haben sich dann wie Wochen angefühlt und du bist abends erschöpft und glücklich eingeschlafen.

 

Hier gibt es eine einfache Lösung, sei genauso offen wie unterwegs. Probiere Neues aus. Lerne etwas Neues. Was wolltest du schon immer mal ausprobieren? Wofür hast du dir nie die Zeit genommen? Das ist deine Chance!

 

8. Schreibe ein Buch

Mein Jahr in Australien habe ich in einem Buch zusammen gefasst. Als Basis habe ich meinen damaligen Reiseblog genommen. Oft habe ich mich abends hingesetzt und komplett die Zeit beim Schreiben vergessen. Es hat einfach so viel Spaß gemacht und ich habe alles noch einmal durchlebt.

 

Erwarte keinen Bestseller zu schreiben. Mach es für dich. Noch heute nehme ich gerne mein Buch zur Hand und lese ein Kapitel. Mit der Zeit vergisst du vieles, so geht nichts verloren. Es ist mein zweites Gedächtnis für Australien geworden.

 

9. Starte einen Blog

Ja genau, deshalb gibt es Backpacking Hacks. Hier kann ich meine Leidenschaft fürs Reisen mit euch teilen. Ich möchte Leute ermutigen und helfen ihre Reiseträume zu leben. Meine Reisen waren eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.

 

Jeder sollte die Möglichkeit haben solch unvergleichliche Erlebnisse zu machen. Sie werden deinen Blick auf die Welt verändern und dich zu einem besseren Menschen machen. Lass Ängste dich nicht davon abhalten, deine Träume zu leben.

 

Zum Schluss

 

Wenn du noch nicht genug hast, dann schau mal bei Lina auf notes to herself vorbei. Sie hat ebenfalls einen super Artikel zum Thema geschrieben. Ariane hat eine Zusammenfassung von allen 30 Berichten auf Heldenwetter für dich zusammengestellt, es ist eine wirklich bunte Mischung geworden.

 

Was machst du gegen den Heimkehr Blues?

 

 

4 Comments

  • Ariane

    Schöne Tipps! Auch der „neues lernen“ gefällt mir, das ist eine gute Idee 🙂

  • Emy

    Bin gerade von einer langen Reise zurückgekehrt und befinde mich noch im Jetlag Modus. Aber der Rückkehr Blues ist schon ziemlich stark.
    Mir hilft dann auch immer der Kontakt mit meinen Reisebekanntschaften. Zum Glück gibt es inzwischen schon einen großen Kreis von Reisefreunden. Als Reisefreaks verstehen sie mich, auch wenn sie nicht auf der aktuellen Reise dabei waren.

    • Claudia

      Du bist damit definitiv nicht allein und Reise-Buddies sind da die besten Gesprächspartner

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