vanlife mein leben im minicamper

1 Jahr Vanlife: Mein erstes Jahr im Minicamper

Mein einjähriges Jubiläum Vanlife war bereits im Sommer, aber erst jetzt habe ich mir die Zeit genommen, über mein erstes Jahr in meinem Minicamper zu schreiben. Ich kann mich schon gar nicht mehr an ein Leben ohne Van erinnern, so normal fühlt sich mein Alltag bereits an.

 

In diesem Artikel will ich dich etwas mitnehmen in mein Leben im Minicamper, den Höhen und Tiefen des ersten Jahres. Denn bisher habe ich diesen Aspekt meiner Reisen auf dem Blog wenig geteilt.

 

Kennst du meinen Van? Hier stelle ich dir meinen Minicamper vor.

 

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Welche Länder habe ich im ersten Jahr bereist?

Meine Route

Im August ging es auf direkten Weg nach Rumänien, was schon lange auf meiner Wunschliste steht. Dann folgte Bulgarien und als dort langsam der Herbst einkehrte, zog es mich weiter nach Griechenland. Den restlichen Herbst habe ich auf dem griechischen Festland verbracht und kurz vor Weihnachten ging es mit der Fähre nach Kreta, wo ich den milden Winter genoßen habe.

 

Im Frühling bin ich dann weiter durch den Balkan gereist, auf der Route lagen Albanien, Montenegro, Bosnien & Herzegowina, Kroatien und Slowenien. Nach einem Jahr war die Sehnsucht nach der Heimat groß, so verbrachte ich die letzten Sommerwochen in der Heimat.

 

Eine Reise nach Hause

Das erste Land auf diesem Roadtrip, war gleich ein besonderes für mich.

 

Meine Großeltern stammen aus Rumänien. Ein Land, über das ich kaum etwas weiß und noch nie besucht habe. So war es ein wenig die Suche nach den eigenen Wurzeln. Gefunden habe ich ein ursprüngliches Land, dass so viel besser ist, als sein schlechter Ruf. Von Anfang an habe ich mich sehr wohl in Rumänien gefühlt und mich in die wilde Natur und bunte Kultur verliebt.

 

Meine Familie lebt schon lange nicht mehr in Rumänien, vieles hat sich seitdem verändert und doch fühlte es sich so an, als würde ich nach Hause kommen. Besonders als ich die Orte besucht habe, wo sie einst gelebt haben. Ich habe eine große Verbundenheit gespürt, die ich nicht erklären kann.

 

braunbär in rumänien

 

Was waren meine Highlights?

Generell fand ich es interessant durch eine eher unbekannte Ecke Europas zu reisen, und in jedem Land positiv überrascht zu werden. Der Balkan hat unzählige Schätze zu bieten, sei es die wilde Natur oder seine weitreichende Geschichte. So habe ich zeitgleich auf dieser Reise viel gelernt, wie groß zum Beispiel der Einfluss der Osmanen auf dem Balkan einst war und welche Wunden der Jugoslawien Krieg hinterlassen hat.

 

Unterwegs habe ich einige besondere Momente erlebt. Nie vergessen werde ich die Begegnungen mit den wilden Braunbären in Rumänien. Mit dem Rauschen der Wellen einzuschlafen. Die Wanderung zu den Rila Seen in Bulgarien, wo die Nacht vorher der erste Schnee der Saison gefallen war. Zwischen den Felsen der Meteora Klöster herum zu klettern. An den Traumstränden Lefkadas schwimmen zu gehen. Kreta ohne Touristen zu erleben. Magisch ins neue Jahr zu starten.

 

Dann kam Albanien, was ein großes Abenteuer war. In Montenegro hat mich die Bucht von Kotor und die Flussschleife Crnojević begeistert. Jeden Tag in den kristallklaren wilden Flüssen von Bosnien und Herzegowinas schwimmen zu gehen. Nur um in Slowenien den Soča Fluss und in Italien den Raibler See zu finden, dessen Wasserfarbe noch krasser waren.

 

All die Straßenhunde, die ich gefüttert habe und doch zurück lassen musste. Die Liste könnte ich ewig fortsetzen.

 

Wo habe ich mich am wohlsten gefühlt?

Eigentlich überall, mein Leben im Van habe ich jedoch besonders in Griechenland genossen.

 

Manchmal musste ich mich kneifen und konnte mein Glück kaum fassen. Ich hatte die mit Abstand schönsten Stellplätze in Griechenland, teilweise direkt am Meer, wo ich zum Rauschen der Wellen aufgewacht bin.

 

Im Winter sind viele Badeorte verlassen und niemand störte sich daran, dass ich hier war. Die Griechen sind meist freundlich und entspannt. Besonders sympathisch fand ich, dass einige selbst im Winter im Meer schwimmen gehen.

 

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Wie sieht mein Alltag im Minicamper aus?

Den gibt es eigentlich nicht, jeder Tag sieht anders aus. Die einzige Ausnahme ist der Winter, wenn ich länger an Orten verweile und sich eine Tagesroutine einstellt. Das restliche Jahr bin ich kontinuierlich unterwegs und habe jeden Tag andere Pläne.

 

Die einzige Konstante ist, dass ich früh morgens aufstehe und mir Zeit für ein gutes Frühstück nehme. Danach bin ich bereit für den Tag und es kann los gehen.

 

Dann fahre ich weiter. Schaue mir eine neue Stadt an. Gehe wandern oder spazieren. Mache Sport. Geh Lebensmittel einkaufen oder in den Waschsalon. Es ist ein Mix aus Reisen und Alltag.

 

Abends nutze ich oft zum Arbeiten, Organisieren und Planen.

 

Die Suche nach schönem Wetter

Da mein Wohnraum begrenzt ist und ich halb draußen lebe, spielt das Wetter natürlich eine große Rolle. So versuche ich kaltes Wetter zu vermeiden, was großen Einfluss auf meine Route hat.

 

So zog es mich nach dem ersten Schnee in den Bergen von Bulgarien immer weiter gen Süden. Den Winter habe ich dann auf Kreta verbracht, der mildes, jedoch feuchtes Wetter hat. Mit dem Frühling lockten neue Länder, aber selbst dort lag Anfang Mai noch Schnee auf 1.500 Metern in den Albanischen Alpen. In den Sommermonaten kann ich durch kältere Gegenden reisen und im Herbst geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

 

Da ich nicht quer durch Europa springen will, erfordert das etwas Planung. Im ersten Jahr hat es gut funktioniert.

 

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Die Wintermonate sind ruhiger

Der Gegenpol ist der Winter, wo ich zur Ruhe komme und weniger umher reise. In dieser Zeit verbringe ich mehr Zeit am Laptop, um zu arbeiten und neue Reiseziele zu recherchieren.

 

Der Winter auf Kreta ist sehr mild, tagsüber sind es oft zwischen 12 bis 18 Grad. Besonders wenn die Sonne scheint, fühlt es sich oft wärmer an. Dafür regnet es regelmäßig, Dauerregen ist jedoch selten. Ende Januar gab es dann einen eher ungewöhnlichen Wintereinbruch, der in Athen und Istanbul für Schneechaos gesorgt hat. Auf Kreta kamen selbst am Meer Schneeflocken runter und in den Bergen war dann alles weiß.

 

Nach dem ständigen unterwegs sein, tat es gut einen Gang runter zu schalten und das einfache Leben zu genießen. Lecker zu kochen, mehr Sport zu machen, viel zu lesen und lange Spaziergänge zu unternehmen. Im Winter sind kaum Touristen auf Kreta, so hatte ich viele Traumorte oft für mich alleine, was teilweise surreal war.

 

Den kompletten Winter hindurch bin ich jede Woche im Meer schwimmen gewesen, was anfangs zwar eine Überwindung war, aber was ich immer genossen habe. Nichts belebt einen so sehr wie ein erfrischendes Bad, besonders wenn einen im Anschluss die Sonnenstrahlen wieder aufwärmen.

 

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Was waren die Höhen und Tiefen des ersten Jahres?

Bevor ich in den Van gezogen bin, habe ich zwei Jahre aus dem Rucksack gelebt. So hat sich vieles wie ein großes Upgrade angefühlt.

 

Ansonsten war vieles am Anfang neu und aufregend. Ich habe zwar schon diverse Roadtrips gemacht und doch ist es etwas anderes dauerhaft im Van zu leben. Die Eingewöhnungsphase hat nicht lange gedauert und ich habe mich zuhause gefühlt.

 

Was ich am Vanlife liebe

Das einfache Leben, alles ist reduziert auf das Wesentliche. Es gibt weniger Ablenkungen, Verpflichtungen und Stress.

 

Die Freiheit, ich kann jederzeit weiter fahren und machen, was ich will. Es gibt keine fixen Pläne.

 

Die Mobilität, als Backpacker war ich immer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Jetzt kann ich (fast) überall hin fahren, so gehe ich öfters wandern und bin mehr in der Natur.

 

Halb draußen zu leben. Im Van verbringe ich automatisch viel mehr Zeit draußen.

 

Endlich kochen zu können. Als Backpacker hatte ich zwar zwischendurch Küchen, aber doch fehlten mir Gewürze oder einfach nur ein scharfes Küchenmesser. Jetzt habe ich all das dabei, und kann so viel Gemüse essen wie ich will.

 

Eine Solaranlage zu haben, eins meiner Lieblingsfeatures am Van. Ich kann aus Sonnenenergie Strom erzeugen.

 

Wie gemütlich es im Van ist, besonders in der kälteren Jahreszeit.

 

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Die Herausforderungen vom Leben im Van

Schlechtes Wetter. Regen kann gemütlich im Van sein, aber nicht auf Dauer. Da ich so viel Zeit draußen verbringe, hat das Wetter natürlich einen viel höheren Einfluss auf meine Tagesgestaltung.

 

Hitze, Kälte und Wind, im Van bin ich den Naturgewalten viel mehr ausgeliefert.

 

Autoreparaturen unterwegs. In Deutschland ist es schon schwierig eine Werkstatt zu finden, der du vertrauen kannst. Auf Reisen scheint das absolute Glückssache zu sein.

 

Die Stellplatzsuche. Ein Alptraum wäre es, wenn jemand in meinen Van einbrechen würde. Daher verbringe ich viel Zeit mit der Suche nach einem sicheren Parkplatz.

 

Gemeinschaft. Im Hostel ist es einfacher, neue Leute kennenzulernen. Camper stehen viel verstreuter, wollen keinen Anschluss oder sind Senioren.

 

Meine Ressourcen sind begrenzt. Ich gehe viel bewusster mit meinem Verbrauch von Wasser, Strom, Gas und Internet um. Es ist faszinierend wie wenig ich brauche. Auch versuche ich noch mehr Müll zu vermeiden.

 

Was ich vermisse

Meine Lieblingsmenschen, das ist der Preis für das ständige unterwegs sein.

 

Ferne Länder, tatsächlich träume ich mich gelegentlich in die Ferne. Es ist spannend so intensiv durch Europa zu reisen, aber es ist nicht mit Asien zu vergleichen, wo selbst alltägliche Dinge faszinierend sind.

 

Den Sommer in Deutschland, was meine Lieblingsjahreszeit ist. Besonders den Garten meiner Eltern, wo ich immer frisches Obst und Gemüse naschen kann.

 

 

 

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