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Coral Bay & Ningaloo Reef, ein Paradies zum Schnorcheln

Coral Bay ist der Ort, wo ich mich ins Schnorcheln verliebt habe. Daher war ich nervös nach über zehn Jahren zurückzukehren: Wird es noch so schön sein wie früher? Und die Antwort ist ein klares: JAAAA!!! Das Ningaloo Reef ist immer noch ein gut behütetes Geheimnis, was außerhalb von Australien niemand zu kennen scheint.

 

Es ist also noch nicht zu spät für dich nach Coral Bay zu kommen. Einem kleinen verträumten Ort im Nordwesten von Australien, wo du nur ein paar Meter raus schwimmen musst, um von unzähligen Korallen und Fischen umgeben zu sein.

 

Das Ningaloo Reef

Das Riff ist mehr als 300 Kilometer lang und erstreckt sich direkt von der Küste im Nordwesten von Western Australia. Was es so besonders macht, ist wie nah das Ningaloo Reef an der Küste liegt. Meist musst du nur 50 bis 100 Meter vom Strand hinausschwimmen, um ans Riff zu kommen. Außerdem ist es bekannt für seine Artenvielfalt, denn du findest über 200 verschiedene Korallenarten und über 500 Fischarten am Riff.

 

Besonders in Coral Bay wirst du so viele verschiedene Korallenarten sehen und diese türmen sich teils bis zu sieben Meter hoch auf. Die Farben sind zwar nicht wie bei „Findet Nemo“, aber es sind einige bunte dabei. Es ist vor allem die Formenvielfalt, die dich begeistern wird. Du wirst kompakte Korallen sehen, die dich an ein Gehirn erinnern. Fantastisch ausladende Korallen, die wie riesige Baumpilze aussehen. Korallengerippe, fächerförmige, kompakte und so viel mehr erwartet dich unter Wasser.

 

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Das Riff lebt

Und das sind nur die Korallen, das ganze Ningaloo Reef wimmelt nur so vor Leben. Bei jedem Schnorchelgang wirst du neue Fischarten entdecken und fasziniert sein von der Vielfalt. Denn die Fische kommen in allen Formen, Farben, Größen und jeder scheint einen ganz eigenen Charakter zu haben. Was es umso interessanter macht, sie zu beobachten.

 

Dich erwarten aber nicht nur kleine Fische, denn je weiter du draußen schnorchelst, desto größer werden sie. Mit etwas Glück triffst du auf Raubfische, große Fischschwärme, Schildkröten und Haie. Keine Angst die Riffhaie lassen Schnorchler (normalerweise) in Ruhe. Du triffst sie vor allem im Cape Range Nationalpark.

 

Schildkröten

Die Küste ist ein wichtiger Brutplatz für die Suppenschildkröte (Green Turtle), die Unechte Karettschildkröte (Loggerhead Turtle) und die Echte Karettschildkröte (Hawksbill Turtle). Im Cape Range Nationalpark gibt es das Jurabi Turtle Centre, wo du mehr über die Tiere erfahren kannst und wo du die Eiablage und das Schlüpfen der Kleinen beobachten kannst.

 

Unter Wasser kannst du Schildkröten überall antreffen. In Coral Bay habe ich vor allem etwas weiter draußen viele gesehen, wo das leckere Seegras wächst. Und im Cape Range Nationalpark sogar fast täglich, schlafende unter Steinen, beim Essen oder einfach nur so. Jede Begegnung mit einer Schildkröte ist ein unvergessliches Erlebnis.

 

Eiablage: November bis Februar
6 Wochen später schlüpfen die Kleinen: Januar bis März

 

Mit Walhaien, Buckelwalen oder Mantarochen schwimmen

Wenn du noch größere Meeresbewohnern kennenlernen willst, kannst du mit einer Bootstour sogar Walhaie, Buckelwale oder Mantarochen sehen. Das Ningaloo Reef ist bekannt für seine großen Freunde, die hier jedes Jahr vorbeischauen und eine Zeitlang verweilen.

 

Per Flugzeug werden die Tiere geortet, so dass du (fast) immer Tiere sehen wirst. Nur wenige Anbieter haben eine Genehmigung und müssen sich an strenge Regeln halten, damit die Tiere so wenig wie möglich gestört werden. Es muss ein unglaubliches Erlebnis sein, nur leider ist der Spaß sehr teuer.

 

Sowohl in Coral Bay, als auch in Exmouth gibt es Touranbieter. Vergleiche alle Details, bevor du dich entscheidest. Ich habe vor allem von Exmouth gutes gehört.

 

Walhaie (Whale Sharks): März bis Juli
Buckelwale (Humpback Whales): Juni bis November
Mantarochen (Mantarays): ganzjährig

 

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Coral Bay

Wenn du von Süden kommst, wirst du kurz vor Coral Bay den südlichen Wendekreises (Tropic of Capricorn) überqueren. Du fährst durch eine karge und trockene Gegend, denn hier reicht das Outback bis an die Küste. Umso überraschender ist der Anblick von Coral Bay.

 

Auf den ersten Blick ein kleiner verträumter Badeort, der aus ein paar Unterkünften, zwei Campingplätzen und einigen Geschäften besteht. Der weiße Strand ist traumhaft schön. Das Wasser ist kristallklar und schimmert verführerisch türkis. Ganz nett wirst du denken, dabei hast du keine Ahnung, was sich unter der Wasseroberfläche befindet.

 

Vor zehn Jahren bestand der Ort nur aus einem Hotel und einem Campingplatz, aber selbst heute ist es überschaubar geblieben. Coral Bay hat sich seinen Zauber bewahrt. Und während es am Strand schon mal etwas voller werden kann, so bist du im Wasser meist schnell alleine. Vor allem wenn du nicht am Hauptstrand schnorchelst und etwas weiter raus schwimmst. Einfach perfekt!

 

Schnorcheln in Coral Bay

Geh einfach an den Strand, streif dir deine Maske über und schwimm raus. So einfach ist das. Schon nach 50 bis 100 Metern wirst du die ersten Korallen und Fische treffen. Die Bills Bay ist perfekt für Anfänger, da es keine gefährlichen Strömungen gibt und das Wasser schön flach ist.

 

Erfahrene Schnorchler gehen ein paar Schritte nach links. Bei Flut ist der Strand überspült, dann musst du an den Felsen unterhalb des Lookouts vorbei durchs Wasser waten. Viele gehen am Schild rein und schwimmen ein Stück raus. Meist gibt es eine leichte Strömung, die parallel zur Küste verläuft und dich zurück zum Hauptstrand bringt. So kannst du dich treiben lassen und ganz bequem an den Felsen aussteigen.

 

Mit einem Allradfahrzeug kannst du noch zum Five Finger Reef fahren, was 4,5 Kilometer südlich von Coral Bay liegt. Etwas weiter weg liegt Oyster Bridge und The Lagoon. Ich war dort nicht schwimmen, weil ich wunschlos glücklich in Coral Bay war. Jeder Schnorchelgang war einzigartig und mir wurde nie langweilig, weil ich andere Tiere angetroffen habe und unterschiedliche Bereiche erkundet habe.

 

Noch ein paar Tipps fürs Schnorcheln

Es gibt immer eine leichte Strömung parallel zum Strand, die du nutzen kannst. Es besteht keine Gefahr hinausgezogen zu werden. Ein guter Ausstiegspunkt sind die Felsen.

 

Erkundige dich über die Gezeiten. Die besten Bedingungen zum Schnorcheln sind bei Flut. Schwimm auf keinen Fall bei Ebbe weit raus, da du ansonsten draußen feststecken kannst. Da die Korallen teilweise so nah an der Wasseroberfläche sind, dass du nicht über sie hinweg schwimmen kannst. Daher sein vorsichtig bei Ebbe und bleibe lieber näher zum Strand.

 

Je weiter du raus schwimmst, desto klarer wird das Wasser und je besser sind die Sichtverhältnisse. Außerdem erhöhst du die Chance auf Schildkröten und größere Fische zu treffen. In Coral Bay bist du durch das äußere Riff geschützt. Du kannst es sogar sehen, da sich dort die Wellen brechen. Theoretisch kannst du innerhalb dieses Bereichs schnorcheln gehen, aber übertreibe es nicht und habe noch genug Kraft für den Rückweg.

 

Keine Angst beim ersten Mal, das Wasser ist meist zwischen fünf bis acht Meter tief. Am Anfang wirst du dich dran gewöhnen müssen, aber sehr schnell wird es dir nichts mehr ausmachen. Schwimm einfach weiter, wenn du an einer tiefen Stelle bist und dich nicht wohl fühlst, schon bald wird ein flacher Teil kommen, wo die Korallen hoch aufragen.

 

Du kannst dir Equipment vor Ort leihen, aber ich rate dir welches vorher zu kaufen. Flossen sind in Coral Bay nicht notwendig.

 

Zieh dir ein Shirt als Sonnenschutz an, dafür reicht ein leichtes, eng anliegendes Baumwollshirt vollkommen aus. Zieh Badeshorts an oder creme dir die Rückseite deiner Beine mit Sonnenmilch ein.

 

Geh nicht alleine schnorcheln, sondern immer mit einem Partner.

 

Mit der Zeit wirst du auskühlen. Nach anderthalb bis zwei Stunden im Wasser wirst du durchgefroren sein, da hilft auch kein Schwimmen mehr, sondern nur eine heiße Dusche.

 

Noch mehr Schnorchel-Tipps für Anfänger findest du hier.

 

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Was gibt es sonst noch in Coral Bay zu tun?

Ehrlich gesagt nicht viel. Du kannst dich an den Strand legen. Auf den Lookout am Meer oder den Hügel an der Ortseinfahrt hochsteigen. Jeden Abend die Sonne im Meer untergehen sehen und früh schlafen gehen. Nimm dir also ein gutes Buch mit, um die Zwischenzeiten zu füllen.

 

Zwei Tipps habe ich doch noch für dich. Direkt am Strand im rechten Bereich sind immer viele Rochen im flachen Wasser, zu denen du hinaus waten kannst. Vorsicht nicht drauf treten, die sandfarbenen Bluespotted Rays kannst du leicht übersehen.

 

Und der zweite Tipp ist etwas vage. Als wir in Coral Bay waren, kam jeden Abend ein junges Wallaby an den Strand. Es saß dann im Dünengras und hat nach Apfelkerngehäuse gesucht. Wer es nicht weiß, wird es übersehen, daher geh auf die Suche direkt am Strand.

 

Was du über Coral Bay wissen musst

Zum Schluss noch ein paar organisatorische Tipps, denn Coral Bay ist winzig und die Preise sind unverschämt hoch. Daher bringst du am besten alles mit, was du vor Ort zum Essen brauchst. Es gibt zwar einen kleinen Supermarkt und eine Bäckerei, aber in Carnvarvon bezahlst du deutlich weniger. Auch der Sprit ist sehr teuer in Coral Bay, daher geh noch ein letztes Mal tanken, bevor du den Highway 1 verlässt. Kurz vor der Abzweigung gibt es ein Roadhouse.

 

In Coral Bay gibt es zwei Campingplätze, die leider sehr teuer sind. Auf beiden gibt es sogenannte „Camp Kitchen“, wo du selber kochen kannst. Trinkwasser gibt es hier auch. Die Bäckerei ist okay und hat normale Preise. Ansonsten gibt es noch eine Bar, zwei Restaurants und diverse Kioske.

 

Coral Bay ist zwar teuer, dafür ist das Schnorcheln kostenlos.

 

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Fazit: Ningaloo Reef vs. Barrier Reef

Eigentlich kannst du die beiden Korallenriffe nicht miteinander vergleichen. Das eine hat gigantische Ausmaße und du brauchst ein Schiff, um es zu erkunden. Und dann ist da das Ningaloo Reef, das winzig dagegen wirkt und zu dem du ganz alleine vom Strand aus hinschwimmen kannst.

 

Ich habe bereits beide Riffe besucht und für mich ist das Ningaloo Riff um Längen besser. Warum magst du jetzt fragen. Ganz einfach, weil die Größe beim Schnorcheln keinen Unterschied macht. Hier kommt es vielmehr darauf an, was du sehen kannst und welchen Tieren du begegnest. Und da hat das Ningaloo Reef klar die Nase vorn, hier wurde mir nie langweilig und ich hatte viele interessante Begegnungen mit der Tierwelt. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich viel mehr Zeit im Wasser verbracht habe, aber das spricht nur noch mehr für das Ningaloo Reef.

 

Eine Australierin meinte zu mir: „Forget about the Great Barrier Reef. It has so many problems with coral bleeching, pollution and so on. While the Ningaloo Reef is still healthy and buzzing of life. It is just stunning!“

 

PS.: Weitere Artikel über Australien findest du hier.

 

 

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