Auszeit nehmen

8 Wege eine Auszeit zu nehmen

So viele Menschen träumen davon, sich eine Auszeit zu nehmen. Um eine lange Reise zu machen, mehr Zeit für die Familie zu haben, oder… Jeder hat eine andere Motivation. Doch alle eint der Wunsch nach mehr Zeit im Leben – einer Auszeit. Aber oft sind sie so fest im Alltag verankert, dass sie nicht wissen wie. Sie scheuen sich davor ihren Job zu kündigen, und einen radikalen Schnitt zu wagen. Geht es dir auch so? Dann zeige ich dir acht Möglichkeiten, wie du dir eine Auszeit nehmen kannst.

 

Motivationen für eine Auszeit:

• Weiterbildung, Umschulung, Abschlüsse nachholen

• Neuorientierung, Praktika
• Private Projekte (Hausbau)
• Soziale Projekte (Volunteering)
• Familie (Kinder, Pflege von Angehörigen)
• Burnout, gesundheitliche Probleme
• Forschung, Doktorarbeit schreiben
• längere Reise /  Weltreise

 


Themen: 8 Wege eine Auszeit zu nehmen:
1. Gap Year
2. Als Student
3. Zwischen zwei Jobs
4. Überstunden abfeiern
5. Bildungsurlaub
6. Elternzeit
7. Sabbatical vereinbaren
8. Ohne Job

 

wegweiser

1. Gap Year

 

Der Begriff „Gap Year“ stammt aus den USA und ist eine Auszeit, die junge Menschen nach der Schule oder während der Studienzeit nehmen. Diese Zeiten des Umbruchs im Leben nutzen sie oft, um für drei bis sechs Monate zum Beispiel durch Europa zu reisen. Bei uns in Deutschland nehmen sich auch immer mehr Schüler und Studenten ein Gap Year.

 

Viele haben den Wunsch eine Zeit lang ins Ausland zu gehen oder wollen herausfinden, was sie als nächstes machen wollen (Studium, Ausbildung, Job, etc.). Dabei ist die Auswahl groß, zwischen Orientierungsangeboten von Schulen, sozialen Projekten im Ausland, Praktika, Sprachschulen, Working Holiday Visa oder einfach zu reisen.

 

Beliebte Zeitpunkte sind nach dem Abschluss der Schule, Ausbildung oder Studium. Quasi bevor der Ernst des Lebens beginnt. Zwischen dem Bachelor- und Masterstudiengang, vor oder nach der Promovation oder Doktor-Arbeit. Wieder Andere nehmen sich einfach während des Studiums ein Urlaubssemester, wobei das bei den heutigen Bachelor-Studiengängen eher abnehmend ist.

2. Als Student

 


Desweiteren eigenen sich natürlich immer die Semesterferien, sich eine kurze Auszeit zu nehmen, um etwas ganz anderes zu machen. Oft steht natürlich das Geld verdienen im Fokus, was du überall machen kannst und so wenigstens durch einen Tapetenwechsel ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommt.

 

Wenn du es dir finanziell erlauben kannst, stehen dir drei Monate zur freien Verfügung. Jetzt kannst du bei einem sozialen Projekt mithelfen oder durch Südostasien backpacken. Immer mehr Studenten gehen für ein Auslandssemester in ein anderes Land. Die Semesterferien zu Beginn und am Ende deines Aufenthaltes kannst du ebenfalls super zum Reisen nutzen.

 

Büro

3. Zwischen zwei Jobs

 

Der Wechsel der Arbeitsstelle bietet sich als kleine Auszeit (1 bis 3 Monate) an, wobei vieles von deinem Verhandlungsgeschick abhängt. Im Vorstellungsgespräch musst du deinen neuen Chef überzeugen, dass du erst später im Unternehmen startest. Was hat dein Arbeitgeber davon? Wenn du diese Frage gut beantworten kannst, hast du eine reale Chance. Vielleicht spielt der Zufall dir auch zu und es macht auf beiden Seiten Sinn.

 

Oder du nimmst dir mehr Zeit bevor du dir einen neuen Job suchst. Während deiner Auszeit kannst du dich von unterwegs bewerben. Wenn du eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch bekommst, kannst du immer noch nach Hause fahren oder online via Skype führen.

 

Natürlich kannst du deine Auszeit auch stressfrei genießen und dich erst nach deiner Wiederkehr um die Bewerbungen kümmern. Dann solltest du unbedingt ein Geldpolster für den Übergang miteinplanen. Es kann mehrere Monate dauern, bevor du einen neuen Job findest. Wenn du es clever anstellst, kann das Arbeitslosengeld dein Polster sein.

 

Für Saisonkräfte ist dieser Rhythmus zwischen den Anstellungen ganz normal und sie kehren oft zu bereits bekannten Arbeitgebern zurück. Dadurch minimierst du den Stress und hast immer ein paar Adressen, wo du anfragen kannst.

4. Überstunden abfeiern

 

Abhängig von deinem Arbeitgeber kannst du deine Überstunden über das Jahr hinweg ansammeln und zu einem ruhigen Zeitpunkt im Betrieb in einem Block oder gestückelt nehmen. In Kombination mit deinem Urlaub kannst du so nicht nur Wochen, sondern Monate frei nehmen.

 

Die kurzen Auszeiten eignen sich perfekt für kleinere Projekte und Reisen, um zum Beispiel nach Santiago de Compostella zu pilgern oder eine Sprachschule zu machen. Auf der Kehrseite musst du natürlich phasenweise im Jahr sehr viel ohne Pause arbeiten, um genug Überstunden zu sammeln.

 

In Spanien habe ich einen Radmechaniker aus Schweden kennengelernt, der jeden Winter für zwei Monate von seinem Chef frei bekommt, weil es nicht viel zu tun gibt. Oder einen deutschen Polizisten in Neuseeland, der durch Vertretungen und Großveranstaltungen so viele Überstunden angesammelt hatte, dass ihn sein Chef für ein paar Monate jedes Jahr weggeschickt hat. Dann ist eine Auszeit wirklich nötig.

 

Sprachen lernen

5. Bildungsurlaub

 

Der Begriff des „Sabbaticals“ kommt eigentlich von den Hochschulen, wo es bis heute üblich ist, dass sich Professoren für Forschungsprojekte eine Auszeit nehmen. Er wird ebenfalls dazu genutzt, um Abschlüsse nachzuholen oder zu promovieren.

 

Im Angestelltenverhältnis hängt es davon ab, ob es einen Nutzen für das Unternehmen gibt. Was hat der Arbeitgeber davon, dass du dich beruflich weiterentwickelst? Welche Kurse willst du belegen? Welche Fähigkeiten verbessern? Mit guten Argumenten kannst du deinen Chef überzeugen. Wenn du mehr zum Thema wissen willst, dann liest dir diesen Artikel durch.

 

Jedes Jahr verteilt die Bundesregierung sogenannte „Bildungsprämien“ an junge Berufstätige, die über kein großes Einkommen (zu versteuerndes Jahreseinkommen von unter 20.000 Euro) haben. Unterstützt werden berufsbezogene Weiterbildungen, wie zum Beispiel der Besuch einer Sprachschule.

6. Elternzeit

 

Nach der Geburt eures Kindes bis zu dessen vollendetem dritten Lebensjahr, habt ihr als Eltern Anrecht auf eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Als Angestellte könnt ihr diese beide in Anspruch nehmen, wenn ihr das Kind selber betreut und in einem gemeinsamen Haushalt zusammen lebt.

 

Für maximal 14 Monate erhaltet ihr darüber hinaus Elterngeld. Durch das regelmäßige Einkommen und die soziale Absicherungen sind es optimale Bedingungen für eine Auszeit. Immer mehr junge Familie nehmen sie in Anspruch, um mehr gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen, für den Nestbau oder eine große Reise.

 

Du solltest frühzeitig mit dem Arbeitgeber eine Vereinbarung treffen, um die Elternzeit sinnvoll nutzen zu können. Optional kannst du sie auch zeitlich verschieben und zu einem späteren Zeitpunkt wahrnehmen. Dies muss bis zum achten Lebensjahr des Kindes geschehen.

 

Kajaks auf dem Meer

7. Sabbatical vereinbaren

 

Als Angestellter kannst du natürlich auch versuchen vertraglich eine Auszeit mit deinem Arbeitgeber zu vereinbaren.

 

Es gibt drei Sabbatical-Modelle:

  1. Überstunden abfeiern (Arbeitszeitkonto)
  2. Teilzeit-Vertrag
  3. unbezahlter Urlaub.

 

Die Chancen für einen Sabbatical-Vertrag in Deutschland sind meistens gering, bei größeren Unternehmen sieht es oft schon besser aus. Beamte und Angestellte des Öffentlichen Dienstes haben sogar ein Anrecht auf regelmäßige Auszeiten. Für alle ohne verständnisvollen Arbeitgeber bleibt nur die Kündigung.

 

Mehr zum Thema kannst du hier nachlesen.

8. Ohne Job

 

Wenn du gerade deinen Job verloren hast und arbeitslos bist, kannst du dir natürlich zuerst eine Auszeit nehmen, bevor du dich auf eine neue Stelle bewirbst. Oft entsteht von alleine eine Zeit, in der du nicht erwerbstätig bist. Diese ungewollte Auszeit kannst du nutzen, um dich weiterzubilden oder dich um private Projekte zu kümmern.

 

Vielleicht hast du auch selber gekündigt, weil du dich beruflich neu ausrichten willst oder es war einfach Zeit für eine Veränderung. Gerade wenn du dich neu orientieren willst, hilft ein gewisser Abstand zum Alltag. Es ist oft einfacher Dinge zu reflektieren und in sich hinein zuhören, was du als nächstes machen willst.

 

Als Überbrückung eines Auftragslochs oder konjunkturellen Schwankungen ist eine Freistellung eine Alternative zur Kündigung für Unternehmen. Mit ein paar Kompromissen ist es für beide Seiten eine Lösungen, so verlierst du deinen Job nicht und musst nur die Zeit finanziell überbrücken. Steck jetzt nur nicht den Kopf in den Sand und mach dir zu viele Sorgen. Nutze die Auszeit aktiv für dich.

 

Möwe

 

Nimm dir eine Auszeit

Vielleicht sogar mehrfach im Leben, um aus dem Alltag auszubrechen und die Akkus wieder aufzuladen. Oft bleibt gar nicht genug Freizeit im Arbeitsalltag, um sich um eine Fortbildung oder private Projekte zu kümmern. Damit nichts auf der Strecke bleibt, macht es manchmal Sinn sich hochkonzentriert einem Thema zu widmen. So erzielst du schneller Erfolge und dein Privatleben leidet nicht unter der Doppelbelastung, wenn du dein Projekt neben deinem Job realisieren willst. Eine Auszeit ist ein große Chance im Leben.

 

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4 Comments

  • Tabitha

    Ich finde es sehr schön, dass Du auch die „kleinen“ Auszeiten mitaufgenommen hast. Nicht jeder ist der Typ fürs Aussteigen, aber die Sache mit den Überstunden ist da schon eher machbar…

    • Claudia

      Hallo Tabitha,
      da hast du Recht, ein großer Trip ist nicht für jeden etwas. Kleine Auszeiten kann man auch leichter und öfter machen.
      Viele Grüße,
      Claudia

  • Lydia

    Hey Claudia,

    schöne Sammlung an Möglichkeiten für eine Auszeit. 🙂

    Den unbezahlten Urlaub muss man nicht immer als Sabbatical nehmen. Ich kenne einige Firmen die auch den unbezahlten Urlaub für ein-zwei Wochen genehmigen. Was auch eine super Möglichkeit ist den Urlaub zu verlängern.

    Ich persönlich finde die Einzahlung in ein Arbeitskonto am Besten. Aber leider bietet das nur wenige Firmen an.

    LG

    Lydia

    • Claudia

      Vielen Dank Lydia für deine Tipps.
      LG Claudia

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