Weltreise langsam reisen

Jahresrückblick: Was ich 2018 gelernt habe

Was für ein Jahr! In 2018 habe ich zum dritten Mal meine Zelte in Deutschland abgebrochen und habe mich in ein neues großes Abenteuer gestürzt. Ich habe viele unvergessliche Reisemomente erlebt, habe meinen Job als Innenarchitektin an den Nagel gehängt und bin jetzt zu 100% eine Reise-Bloggerin. Ein aufregendes Jahr, in dem ich viel erleben und lernen durfte.

 

Mein Jahr 2018 im Schnelldurchlauf

Im Februar habe ich mein Buch veröffentlicht, hier ein großes Dankeschön an alle, die es gekauft haben. Dann ging es Schlag auf Schlag. Ich habe meine Wohnung aufgelöst und bin im März zusammen mit meiner Schwester nach Australien geflogen. Mit unserem Van Sophi ging es für zwei Monate durch Westaustralien, was mein Reisehighlight in 2018 war.

 

Danach hieß es Abschied nehmen und ich bin alleine weiter nach Malaysia geflogen. In den folgenden Monaten bin ich durch Flores, Bali, Taiwan und Vietnam gereist. Zwischendurch habe ich mich wochenweise an Orten niedergelassen, um zu arbeiten.

 

Den Dezember habe ich dann komplett in Chiang Mai verbracht, so lange war ich sonst in keinem Ort. Das hatte ich tatsächlich so geplant, aber es ist anders gekommen, da ich krank geworden bin. Naja, ich hätte mir keinen besseren Ort dafür aussuchen können und die Lungenentzündung ist langsam am Abheilen.

 

Es ist viel passiert in 2018 und das habe ich draus gelernt.

 

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Reisen

Das Reisen fühlt sich anders an

Es ist anders. Das Reisen. In meinem Rucksack steckt ein Laptop und sonstiger Elektronikkram, den ich sonst zu Hause lasse. Ich mag es zu arbeiten, und doch beeinflusst es meine Reise, mehr als ich dachte. Die Arbeit ist viel präsenter, es gibt immer etwas zu tun, und ständig bin ich To-Do-Listen am schreiben und am planen.

 

Irgendwie lebe ich in zwei Welten: der Backpacker und der Digitalen Nomaden. Meine Herausforderung ist beiden Ansprüchen gerecht zu werden, und mich auf beide einzulassen. Das gelingt mir nicht immer, so verliert das Reisen an Intensität und ich folge viel öfter dem ausgetretenem Backpackerpfad, aus Bequemlichkeit und pragmatischen Gründen. Auch leidet der Blog darunter.

 

Learnings: Schnell habe ich gelernt, dass ich besser alles in Blöcke trenne: Reisen – Arbeiten – Reisen. So kann ich mich jeweils auf eine Sache konzentrieren, das Reisen mehr genießen und produktiver bei der Arbeit sein.

 

Mein Tipp an dich: Spare lieber ein Monate länger in der Heimat, um deine Weltreise ohne Geldsorgen genießen zu können.

 

Ich liebe Roadtrips

Der Roadtrip durch Westaustralien war einfach genial. Ein Van gibt dir ein grenzenloses Gefühl von Freiheit und gleichzeitig Geborgenheit, da es ein Zuhause auf Rädern ist. Du bist auf keinen Bus angewiesen, kannst jederzeit überall hin fahren. An den schönsten Orten mitten in der Natur übernachten und verbringst die meiste Zeit draußen. Kannst selber kochen und hast immer alles dabei.

 

Wünsche: Ich liebe Roadtrips! Ganz besonders mit meiner Schwester. Für 2019 wünsche ich mir mehr davon.

 

Naturkatastrophen sind doppelt schlimm für Reisedestinationen

2018 war für Indonesien ein schlechtes Jahr. Erst die Erdbeben bei Lombok, dann der Tsunami in Sulawesi und jetzt der Vulkanausbruch des Krakatau, der zwischen Java und Sumatra liegt und einen Tsunami ausgelöst hat. Die Konsequenz sind tausende Tote, zerstörte Häuser und traumatisierte Menschen, die alles verloren haben und Angst haben, was noch kommt.

 

Nach den Naturkatastrophen haben die Menschen nun ein weiteres Problem, die Touristen bleiben fern. Anhand der Suchanfragen bei Google kann ich selber sehen, wie stark das Interesse an Sulawesi eingebrochen ist. Der Tsunami hat die Region bei Palu getroffen, aber die touristischen Orte waren nicht betroffen. Den Gilis geht es nicht viel besser, von einer Tauchlehrerin vor Ort weiß ich, dass es nicht wie vorher ist.

 

Bitte: Kommt nach Sulawesi, Lombok und auf die Gilis. Die Menschen vor Ort brauchen die Unterstützung der Touristen, gerade jetzt.

 

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Meine schönsten Reisemomente in 2018

Westaustralien

An erster Stelle ist ganz klar der Roadtrip durch Westaustralien. Die unzähligen Tierbegegnungen, als wir zum Beispiel mit Kängurus im Schatten eines Baumes chillten und eins plötzlich immer näher kam und an meiner Hand schnupperte. Oder als wir einen riesigen schlafenden Hai beim Schnorcheln am Ningaloo Riff geweckt haben. Auf den stundenlangen Fahrten mit meiner Schwester herumzualbern, bis wir einen Lachanfall bekamen. Durch die roten Canyons in Kalbarri zu klettern und die Tage an den Blowholes, die werde ich nie vergessen.

 

Indonesien

In Indonesien ist es vor allem ein Moment, der sich bei mir eingebrannt hat. Als ich oben auf Padar Island stand und ich nur meinte: „Kannst du mich mal kneifen. Träume ich?!“ Die Insel erhob sich wie ein gezacktes Seeungeheuer aus dem paradiesischem türkis-blauen Wasser und das restliche Meer war übersät von weiteren Inseln. Einfach nur wow!

 

Taiwan

Meine Lieblingsecke in Taiwan war Kenting, wo grüne Berge auf das Meer treffen. Ich habe es genossen, die Landzunge mit dem Motorrad zu erkunden. Überall anzuhalten, Fotos zu machen und auf eigene Faust zu erkunden. Krönender Abschluss war es dann schnorcheln zu gehen, und den Sonnenuntergang am Strand zu schauen.

 

Ansonsten fällt mir die Wanderung auf den Teapot Mountain in Jiufen ein, die ich mit einer taiwanesischen Freundin gemacht habe. Als wir oben waren, bin ich alle paar Schritte stehen geblieben, um die Aussicht zu genießen. Dieser Küstenabschnitt ist wirklich spektakulär und diese Farben: das türkis-blau des Meeres war ein wunderschöner Kontrast zum strahlendem grün der Berge.

 

Vietnam

Mein Vietnam Highlight war auch ein Ort am Meer, die Halong Bucht. Auf der Schiffstour stand ich nonstop oben an Deck, um die sich ständig verändernden Aussichten auf die bizarren Karstfelsen zu bewundern. Ich kannte zwar die Bilder von der Halong Bucht, aber die kommen nicht mal ansatzweise an die Realität ran. Die Halong Bucht gehört für mich auf jede Bucket-Liste.

 

Was ich von meinen Reisen in 2018 gelernt habe

  • Die Welt ist schöner von oben.
  • Ich liebe es Berge oder Aussichtspunkte hinaufzuklettern.
  • Ein eigenes Transportmittel gibt Freiheit.
  • Nächstes Jahr will ich wieder einen Roadtrip mit meiner Schwester machen.
  • In Zukunft will ich mehr Zeit in der Natur verbringen.
  • Ich bin ein Schnorchel-Junkie.

 

 

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Blog

Ich lebe meinen Traum

Die Welt steht mir offen, ich kann überall hin reisen und nehme meine Arbeit einfach mit.

 

Ich liebe es mein eigener Boss zu sein. Zwar bin ich schon fast mein ganzes Leben selbstständig, aber das ist ein neues Level an Freiheit. Ich arbeite nicht mehr für Kunden, sondern stecke meine Energie in mein eigenes Business und baue mir etwas auf. Das Bloggen macht mir immer noch viel Spaß. Und es ist verrückt, dass ich dieses Jahr als Reise-Experte bei 1LIVE zu hören war und in der Zeitschrift freundin zu Wort kam.

 

Fazit: Ich liebe meine Freiheit und bin dankbar. Ohne dich wäre das alles nicht möglich, daher ein dickes Dankeschön an dich!

 

Die Online-Welt ist unbeständig

Es ist natürlich nicht alles eitler Sonnenschein und besonders dieses Jahr habe ich gespürt, wie schnell sich Dinge ändern können. Die Entwicklung in der Online-Welt ist viel rasanter und ich bin abhängig von Traffic. Wenn Google also ohne Ankündigung oder Erklärungen seinen Algorithmus ändert, bekomme ich das direkt zu spüren. Auch wenn große Partner ihre Regeln ändern, habe ich kein Mitspracherecht, muss aber mit den Folgen leben.

 

Ich habe viel weniger Kontrolle, als früher. Da hilft es nur sich breiter aufzustellen und viele Einnahmequellen zu haben, um solche Schwankungen besser abfangen zu können. Ansatzweise hat das bereits geklappt.

 

Ziel: Für die Zukunft will ich ein größeres Fundament aufbauen und weiter wachsen.

 

Das Blogger-Dasein ist einsam

Manchmal fühle ich mich, als wenn ich in einem leeren Wald hinein schreien würde und keine Antwort bekomme. Früher hing ich ständig am Telefon, hatte Kundentermine und habe auf der Baustelle mit Handwerkern geredet. Heute läuft die Kommunikation online ab, ich vermisse den persönlichen Kontakt.

 

Alleine bin ich natürlich nicht, da ich ständig von Backpackern umgeben bin. Aber mir fehlt der Austausch mit Leuten, die die gleichen Herausforderungen und Probleme als Blogger haben.

 

Learnings: Nächstes Jahr möchte ich gezielter länger an Orten bleiben, wo ich auf Gleichgesinnte treffe.

 

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Persönliches

Ich vermisse meine Familie

Sich auf unbestimmte Zeit von seinen Lieben zu verabschieden, ist nie leicht. Es ist zwar heutzutage viel einfacher in Kontakt zu bleiben, aber es ist nicht dasselbe. Wie oft habe ich mir gewünscht, mal kurz vorbeizuschauen. Besonders jetzt an Weihnachten, als ich krank war und wenn es schlechte Nachrichten in der Heimat gibt.

 

Frage: Wann wird endlich das Beamen oder eine umweltverträglichere Art zu reisen erfunden?!

 

Meine Gesundheit ist wichtig

Auf Reisen vernachlässigen wir unseren Körper schnell. Es ist schwierig, einen gesunden Lebensstil aufrecht zu erhalten. Noch dazu ist Reisen stressig, was ihn zusätzlich belastet. Am Anfang habe ich noch Sport gemacht, immer versucht mich gesund zu ernähren, was bedingt geklappt hat. Ich vermisse mein Gemüse, die Portionen in Asien sind mir meist zu klein. Dann die Nächte im Bus oder lauten Hostels. Der ständige Wechsel zwischen plus 30 Grad draußen und 20 Grad in gekühlten Räumen.

 

Das Ergebnis waren diverse Erkältungen, zum Glück so gut wie kein Durchfall und im Dezember eine Lungenentzündung.

 

Learnings: Nächstes Jahr soll es besser werden, ich will wieder mehr Sport machen und öfter selber kochen. Mir mehr Pausen zwischendurch gönnen.

 

Ich mag Abwechslung

Zwischendurch hatte ich eine Phase, wo ich ein wenig Südostasien-müde war. Auf Flores nervte es mich, ständig Preise verhandeln zu müssen, Stunden in alten und lauten Bussen zu verbringen, der Lärm, die Abgase und das Chaos. Daraufhin habe ich einen Flug nach Taiwan gebucht, was die beste Entscheidung war. Im Anschluss konnte ich das Chaos in Vietnam wieder genießen.

 

Aber mir ist auch klar geworden, dass mir Asien auf Dauer zu langweilig ist. Deshalb freue ich mich im Frühjahr nach Hause zu fliegen, um Zeit mit der Familie und Freunde zu verbringen. Im Anschluss möchte ich ein halbes Jahr in Europa verbringen. Es gibt noch so viele Ecken, die ich nicht kenne und ich freue mich schon drauf.

 

Wie war dein Jahr 2018? Was nimmst du daraus mit?