Meine dümmsten Fehler auf Reisen

Meine Reisepannen: Bestechung, Reisepass weg, ausgesperrt

Wer viel reist, dem passiert die ein oder andere Reisepanne. Was im Moment nie Spaß macht, ist im Nachhinein immer eine gute Story. Vor über einem Jahr habe ich euch von meinen dümmsten Fehlern auf Reisen erzählt. Und das hier ist quasi die Fortsetzung, denn mir sind noch so viele Reisepannen eingefallen. Viel Spaß!

 

Alles weg – Reisepässe, Kreditkarte & Bargeld

Vor einer gefühlten Ewigkeit sind wir ein letztes Mal gemeinsam als Familie in Urlaub gefahren. Es war ein epischer Roadtrip durch die kanadischen Rockies, als wir den Camper zurückgaben passierte es. Die Tasche mit dem Geld und unseren Reisepässen war auf einmal weg. Kein Suchen half, sie war weg. Gestohlen im Chaos.

 

Die Kreditkarten waren schnell gesperrt und zum Glück hatten wir noch Ersatz, aber die Pässe waren verloren. So ging’s für uns zum Konsulat, wo wir vorrübergehende Reisepässe bekamen, mit denen wir nur direkt nach Hause reisen konnten. Was für mich damals aufregend war, war der pure Stress für meine Eltern.

 

Die „Schweinegrippe“ ist in Mexiko ausgebrochen

Vielleicht erinnerst du dich noch an 2009, als eine Grippewelle sich aus Mexiko auf die ganze Welt ausbreitete. Die Lage war ernst und es gab bereits erste Todesfälle, deshalb schloss Mexiko als Vorsichtsmaßnahme alle öffentlichen Gebäude und Anlagen.

 

Und mittendrin waren wir… in Yucatan. Nach ein paar Tagen am Strand entspannte sich die Lage und alle Maya-Ausgrabungsstätten öffneten wieder. Was im Desaster gestartet ist, stellte sich als weniger dramatisch heraus. In den Medien wurde so eine große Angst geschürt, dass alle ihre Mexikoreisen stornierten. So waren wir plötzlich fast alleine und konnten die Orte ganz in Ruhe genießen, die sonst überrannt sind mit Touristen.

 

Chichen Itza Mexiko

 

Es brennt im Hostel

Mitten in der Nacht wache ich auf und höre eine Sirene. Ich bin noch etwas desorientiert und stolpere aus dem Bett, um aus dem Fenster zu schauen. Auf der Straße ist es ruhig, erst jetzt realisiere ich, dass es der Feueralarm in unserem Hostel ist.

 

Panisch wecke ich meine Schwester und zerre sie aus dem Bett. Im Flur ist Rauch und wir laufen die Treppe runter. Im Innenhof sammeln sich immer mehr Leute und die Feuerwehr ist auch schon da. Der Zimmerbrand ist schnell gelöscht und nach einer gefühlten Ewigkeit dürfen wir wieder ins Haus.

 

Als ich unsere Tür aufschließen will, merke ich erst jetzt, dass ich in der Schnelle im Dunkeln anstatt der Keycard die Telefonkarte mitgenommen habe. So ein Sch***, wir haben uns ausgeschlossen und keiner vom Hostel ist aufzutreiben. Es ist Sylvester und alle sind feiern.

 

Ein Feuerwehrmann bietet uns an, die Tür aufzubrechen, da kommt plötzlich ein Hostel-Mitarbeiter mehr durch Zufall auf dem Nachhauseweg vorbei. Er gibt uns eine neue Keycard und wir können endlich weiterschlafen.

 

Aus dem Mietauto ausgesperrt

Es war ein langer Tag und müde kommen wir an unserem Zielort an. Fast schon automatisch drücken wir den Knopf runter und schlagen die Türen zu. (Es war ein altes Auto ohne Zentralverrieglung.) Wir checken im Hotel ein und als wir zurück zum Wagen kommen, finden wir den Schlüssel nicht. Er steckt noch im Zündschloss.

 

Da es Freitagabend ist, brauchen wir eine Zeit bis wir jemanden finden, der unser Auto knacken kann. Der Typ hat definitiv keinerlei Erfahrung und braucht über eine Stunde dafür. So lernen wir die unterschiedlichen Methoden kennen, wie man ein Auto knacken kann.

 

polizei-peru

 

Polizisten in Mexiko bestochen

Nach drei Wochen Roadtrip durch Mexiko passierte es uns doch noch, …. wir bekamen Ärger mit der Polizei. Ich hatte an einer ungünstigen Stelle gewendet und wurde von der Polizei angehalten. Schnell war klar, dass sie uns abzocken wollen. Sie drohten uns damit, die Reispässe einzuziehen und dass wir vor Gericht erscheinen müssten.

 

So begann ein kleines Schauspiel in mehreren Akten. Nach Drohung und Einschüchterung, wurde die Möglichkeit erwähnt, es doch direkt hier inoffiziell zu regeln. Wir feilschten noch eine Weile um den Preis. Übergaben das Geld diskret im Reisepass und konnten weiterfahren. Das war mein erstes Mal.

 

Ärger mit der Polizei in New York

Wir nutzten die letzten Stunden vor dem Rückflug in New York noch um eine Runde mit dem Rad zu fahren. Ohne es zu wissen, fuhren wir auf dem Fußgängerweg entlang des Piers. Auf einmal hörte ich einen Typen schreien: „Stop! Stop!“ Ich blickte mich um und sah einen Securityguard in einem Golfcart auf uns zu rasen. Also blieben wir stehen.

 

Der Typ war super verärgert, dass wir nicht direkt stehen geblieben sind, aber wir haben ihn nicht gehört. Ohne zu zögern rief er die Polizei und drohte uns damit, dass wir vor Gericht erscheinen müssten und unseren Flug verpassen würden. Eigentlich wollte er nur eine Entschuldigung hören und damit war die Geschichte erledigt. Aber diese Einschüchterungstaktik in den USA nervt wirklich.

 

Chaos beim Rückflug

Routinemäßig checkte ich unseren Rückflug einen Tag vorher im Internet und stellte überraschend fest, dass wir auf einen anderen Flug gebucht wurden. Dadurch würden wir aber unseren Anschlussflug verpassen und so fing das Chaos an. Denn ich hatte den Flug über ein Buchungsportal gekauft und jetzt fühlte sich niemand dafür zuständig.

 

Es war mega stressig jemanden zu finden, der uns schließlich auf den richtigen Flug umbuchen konnte. Nach unzähligen Telefonaten hat es dann endlich geklappt und wir konnten fliegen. Seitdem vermeide ich Buchungsportale, stattdessen gehe ich lieber direkt über die Fluggesellschaft.

 

flughafen

 

Fast am falschen Flughafen ausgestiegen

Ich war auf dem Weg nach Ushuaia in Feuerland, als das Flugzeug landete, stand ich auf und wollte aussteigen. Aber irgendwie stimmte hier etwas nicht?! Beim Anflug habe ich noch gedacht, dass es irgendwie anders aussieht als ich mir Ushuaia vorgestellt habe. Und waren wir nicht zu früh dran?! Zum Glück habe ich meinen Sitznachbar gefragt und der meinte nur: „Nein, wir sind erst in Rio Gallegos.“

 

Das war nur eine Zwischenlandung und wie im Bus, stiegen Leute einfach aus und ein. Das war neu für mich. Bisher kannte ich es nur, dass bei Zwischenlandungen alle Passagiere aussteigen und im Anschluss wieder alle boarden müssen. Wieder was gelernt.

 

Bitte steigen Sie aus, der ICE ist überladen?!

Auffällig lange standen wir im Bahnhof bis die Durchsage kam: „Bitte steigen Sie aus, der ICE ist überladen.“ Damit wir weiterfahren können, sollten etwa ein Drittel der Leute aussteigen. Ich war auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen und hatte wenig Lust deshalb meinen Flug zu verpassen. So ging es wohl allen Leuten, denn keiner stieg aus.

 

Eine erneute Durchsage, wieder keine Reaktion. Die Minuten verstrichen und es kam die dritte Aufforderung. Ich schaute um mich und gab auf. Nach ein paar Minuten waren genug Leute ausgestiegen und der ICE fuhr weiter. Zum Glück kam relativ schnell der nächste Zug und ich kam früh genug am Flughafen an. Die Bahn macht Sachen.

 

Gestrandet in einer einsamen Bucht

Es ist bereits Mittag als wir in Rainbow Beach in Australien ankommen. Kurzerhand beschließen wir einen Strandspaziergang zu machen und laufen unten entlang der Steilküste. Es ist ein traumhafter Tag und wir genießen alles in vollen Zügen. Vom Hostel haben wir eine handgemalte Karte bekommen und irgendwann wird uns klar, dass es deutlich weiter ist als es auf der Karte aussieht.

 

Eigentlich wollten wir oben durch den Wald zurückgehen, aber schon bald geht die Sonne unter. Zurück am Strand zu gehen trauen wir uns nicht, da uns hier im Dunkel die Flut überraschen wird. Jetzt sind wir gestrandet mitten im Nirgendwo. Wie aus dem Nichts erscheinen unsere Retter, sie haben einen Jeep und fahren uns die gesamte Strecke zurück zur Stadt. Ich habe uns schon im Dunkeln durch den Wald tapsen sehen. Noch mal Glück gehabt.

 

Was für Reisepannen sind dir schon mal passiert?

 

 

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