kolumbien backpacking

Kolumbien wird bei Backpackern immer beliebter – Kein Wunder!

Denn die gefährlichen Zeiten, wo sich kaum ein Backpacker nach Kolumbien getraut hat, sind schon lange vorbei. Als ich 2013 durch Kolumbien gereist bin, habe ich mich genauso sicher gefühlt wie im Rest von Südamerika. In der Zwischenzeit hat sich die Regierung weiter bemüht die Sicherheitslage zu verbessern, so dass immer mehr Reisende ins Land kommen und ihren Freunden im Anschluss von Kolumbien vorschwärmen. So steigt die Zahl der Backpacker immer weiter an.

 

Was kein Wunder ist, denn Kolumbien ist ein wunderschönes und sehr abwechslungsreiches Land, dass sich über viele Klima- und Landschaftszonen erstreckt. Wo kannst du schon in der Karibik planschen, durch verträumte Kolonialstädte schlendern, im kühlen Hochland Kaffeeplantagen besuchen, schweißtreibende Dschungel-Abenteuer erleben, alte Kulturen entdecken und durch entlegene Ecken reisen. Noch dazu sind die Kolumbianer sehr gastfreundlich und strahlen eine Lebensfreude aus, die dich selber zum Strahlen bringt.

 

Auf den Punkt gebracht…

 

Hier sind 11 Gründe, warum du Kolumbien lieben wirst:

 

1. Die kontaktfreudigen Kolumbianer

Mein erster Stopp in Kolumbien war Popayán und ich konnte es kaum fassen, wie unglaublich freundlich die Menschen waren. Alle paar Meter sprach uns jemand auf der Straße an oder rief uns hinterher „Bienvenido a Colombia!“ (Herzlich Willkommen in Kolumbien). Die Kolumbianer sind so offen, freundlich und hilfsbereit, dass sie einem direkt ans Herz wachsen.

 

Vorausgesetzt du sprichst Spanisch, denn sonst bleibt es nur beim freundlichen Lächeln, was schade wäre. Ansonsten ist es super einfach in Kontakt zu kommen, auf der Straße, dem Markt oder abends bei einem Bier.

 

2. Karibikträume werden wahr

Kaum ein Land hat so eine klimatische Vielfalt zu bieten wie Kolumbien. Besonders beliebt bei Touristen ist vor allem die Karibikküste mit ihren tropischen Stränden. So sind viele Orte schon lange keine Geheimtipps mehr unter Backpackern, aber nicht weniger schön. Am beliebtesten sind der Tayrona Nationalpark, Santa Marta und Palomino. Weiter an der Küste Richtung Venezuela sind noch Riohacha mit Cabo de la Vela und Punta Gallinas schön.

 

Die Gegend um Capurganá und Sapzurro nahe der Grenze zu Panama galt lange als zu unsicher, von daher steht der Tourismus hier noch am Anfang.

 

Linktipp: 16 der schönsten Strände

 

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3. Die verträumten Kolonialstädte

Gerade im Hochland gibt es unzählige kleine Kolonialstädte, die wieder schön hergerichtet sind. Teils komplett in weiß mit altem Kopfsteinpflaster wie in Barichara bei San Gil oder Villa de Leyva, wo du noch ein altes Kloster und Fossilien von Dinosauriern besichtigen kannst. Sehr bunt sind dagegen die Dörfer Salento (Zona Cafetera) und Guatapé (Medellin). Die kolumbianische Tourismusbehörde empfiehlt diese „Pueblos Patrimonios„.

 

Die schönste Kolonialstadt von Kolumbien ist wohl Cartagena. Die Häuser in der Altstadt sind alle wunderschön hergerichtet, dazu weht durch die Strassen noch ein karibisches Flair und unzählige Touristen, denn es ist meist viel los hier.

 

4. Exotische Früchte essen, von denen du noch nie was gehört hast…

… geschweige denn probiert hast. Und eins kann ich dir versprechen, viele sind so lecker, dass du gar nicht davon genug bekommen wirst. Ich frage mich wirklich, warum es diese nur in Kolumbien gibt?! Viele dieser Früchte werden zu erfrischenden Säften verarbeitet. Halte Ausschau nach: Guanabana, Lulo, Cherimoya, Guava, Mamoncillo, Pitahaya, Tomate de Arbol und Zapote.

 

Überhaupt scheint es Gemüse und Obst in Kolumbien im Überfluss zu geben. Auf dem Markt kannst du aus fünf verschiedenen Mangosorten wählen und aus bis zu sechs Bananensorten. Das Geheimnis liegt wahrscheinlich in den vielen Klimazonen des Landes?!

 

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5. Zona Cafetera: Frisch gebrühten Kaffee direkt auf der Plantage trinken

Kolumbien ist der viertgrößte Kaffee-Produzent der Welt, die kühlen Hochlagen sind ideal für den Anbau. Viele der Kaffeeplantagen werden von einzelnen Familien betrieben und sie bieten oft kleine Touren an, was super interessant ist. Nie hätte ich gedacht, dass die Herstellung von Kaffee so aufwendig ist. Als ich in Salento eine Tour gemacht habe, röstete der Farmer im Anschluss ein paar Kaffeebohnen für uns über dem offenen Feuer, mahlte sie und brühte uns einen frischen Kaffee auf. Ein super aromatischer Genuss.

 

Ansonsten ist es eher schwierig guten Kaffee in Kolumbien zu bekommen. Die Kolumbianer behaupten immer, dass sie alles ins Ausland exportieren und nichts Gutes mehr für sie übrig bleibt. Da Kaffee ein treueres Vergnügen ist, hat sich im Land noch keine Kaffeekultur entwickelt.

 

In vielen Orten kannst du eine Kaffeeplantage besichtigen, wie in Salento, Quimbaya oder Filandia.

 

Ich kann dir besonders das schöne Salento empfehlen, da das Dorf an sich mit seinen bunten Häusern schon ein lohnenswerter Besuch ist. Auf einem Tagesausflug kannst du im Valle de Cocora noch die die riesigen Wachspalmen auf einer Wanderung bewundern.

 

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6. Es gibt immer einen Grund zu Feiern

Kolumbianer feiern gerne und oft. Im Laufe des Jahres gibt es unzählige Feste mit traditionellen Tänzen und Umzügen. Jede Region, fast jedes Dorf, hat seine eigenen Traditionen.

 

So habe ich auf meiner Backpacking Reise durch Kolumbien ein Reiterfest in San Agustin, ein Sternenbeobachtungsfestival in der Wüste von Tatacoa, ein Fest mit traditionellen Tänzen in Villa de Leyva und eine Parade zur Ehrung des Schutzpatrons von San Gil erlebt. Aber mit Abstand am meisten Spaß hat die Mehlschlacht in Villa Vieja gemacht, wo ich nie herausgefunden habe, was eigentlich gefeiert wurde.

 

Eine Übersicht der wichtigsten Feste findest du hier, aber ich bin mir sicher, dass es noch weitaus mehr gibt.

 

7. Der Süden von Kolumbien

Der Süden galt lange Zeit noch als zu gefährlich und wurde von Backpackern eher gemieden. Diese Zeiten sind auf den Hauptreiseachsen zum Glück vorbei. Wenn du aus Ecuador kommst, lohnt sich ein kurzer Ausflug zum „El Santuario de las Lajas“ bei Ipiales, die moderne Wallfahrtskirche liegt mitten in einer Schlucht und ist absolut sehenswert. Als nächstes folgt die weiße Stadt Popayán, die du bequem in einem halben Tag besichtigen kannst. Aber es ist nicht nur die Stadt, sondern vor allem die freundlichen Menschen, für die sich ein Besuch lohnt.

 

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Das absolute Highlight des Südens ist San Agustín mit seinen vielen Ausgrabungsstätten und üppiger grünen Landschaft. Auf einem Tagesausflug mit Jeep kannst du die schönsten Orte besichtigen. Die Steinstatuen aus der noch wenig erforschten San-Agustín-Kultur sind wahnsinnig beeindruckend.

 

Auf dem Weg nach Bogota lohnt sich ein Stopp in der Tatacoa Wüste. Die Landschaft ist ein krasser Kontrast zum restlichen Kolumbien. Tagsüber kannst du die roten Canyonlands erkunden, die ein wenig wie die Miniaturversion aus den USA aussehen. Und nachts kannst du die Sterne beobachten, so nah am Äquator kannst du das Kreuz des Südens und den Großen Wagen gleichzeitig am Himmel sehen.

 

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8. In der Höhe ist es angenehm kühl

Wenn du eine Pause von der Hitze brauchst, dann flüchte in die höher gelegenen Gebiete, wo es angenehm kühl ist.

 

Wie zum Beispiel in die Hauptstadt Bogotá, ins Outdoormekka San Gil mit Ausflug nach Barichara (wunderschönes Kolonialstädtchen), nach Villa de Leyva und ins Nachbardorf Ráquira, was berühmt ist für sein Kunsthandwerk oder zu den beeindruckenden Gesteinsformationen in Playa de Belén.

 

9. Los Narcos: Auf den Spuren von Pablo Escobar

Durch die Netflix-Serie „Narcos“ ist Pablo Escobar wieder so bekannt wie früher in den 90er Jahren. Als die USA einen Drogenkrieg gegen das Medellin- und das Cali-Kartell führten. In Medellin gibt es Touren zu den alten Wirkungs- und Wohnstätten vom berühmten Sohn der Stadt, Pablo Escobar.

 

Noch ein Tipp: Die Kolumbianer sind stolze Leute und mögen es nicht auf Pablo Escobar angesprochen zu werden.

 

Für alle anderen hat Medellin viel Kultur, Streetart und schöne Aussichten zu bieten. Ein lohnenswerter Ausflug ist ins nahegelegene Guatapé, was malerisch mit all den grünen Hügeln und der Seelandschaft ist. Das Dorf selber hat seinen ganz eigenen Charme und jedes Haus ist liebevoll bunt bemalt.

 

10. Dschungel-Abenteuer

Ein wahres Abenteuer ist die Wanderung zur „Ciudad Perdida“, die Überrest der „verlorenen Stadt“ können nur über eine mehrtägige Wanderung erreicht werden. In sechs Tagen wanderst du durch den tiefsten Dschungel über matschige Pfade, durchquerst Flüsse und übernachtest in einer Hängematte.

 

Ein bißchen weniger abenteuerlich ist der Besuch von Rio Claro. Dort wohnst du in einer Öko-Lodge und kannst tagsüber Ausflüge in den Dschungel und in die nahegelegene Tropfsteinhöhle machen.

 

11. Pazifikküste: Einsame Strände und unberührter Regenwald

Die Pazifikküste „El Choco“ von Kolumbien ist immer noch ein Niemandsland. Die wenigen kleinen Ortschaften sind nur über die Flüsse oder per Kleinflugzeug zu erreichen. Das undurchdringliche Küstentiefland ist bedeckt von einem tropischen Regenwald, der bis ans Meer reicht. Wer wirklich Off-the-Beaten-Path reisen will, ist hier richtig.

 

Am einfachsten nimmst du ein Flugzeug von Medellin nach Bahía Solano oder Nuquí. Vor Ort gibt es einige Lodges, die Touren in den Dschungel, zu Nachbarinseln oder zur Walbeobachtung (Juli bis November) anbieten. Ansonsten gibt es noch ein Postschiff, das die Küste abfährt.

 

 

 

Reiseinformationen fürs Backpacking in Kolumbien

Reisezeit

Hochplateau (Bogota) & Karibikküste ganzjährig
Trockenzeit: Dezember bis März und Juli / August
zur Übersicht

 

Achtung: Die Haupt-Urlaubszeiten in Kolumbien sind von Mitte Dezember bis Mitte Januar, zu Ostern (Semana Santa) und Mitte Juni bis Juli.

 

Visum

Als Tourist visumsfreie Einreise bis 90 Tage
Vorlage eines Rück-/Weiterreisetickets kann verlangt werden

 

Reise- und Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt

 

Packliste

Da Kolumbien klimatisch alles zu bieten hat, brauchst du sowohl leichte Kleidung für die Tropen, als auch lange Hose und Pulli fürs Hochland. Ansonst ist es abhängig von deinen Plänen. Im Dschungel brauchst du lange Kleidung und gutes Schuhwerk. Lass dich von meiner Packliste inspirieren, mit der ich auch durch Südamerika gereist bin.

 

Transport

Quer durchs Land fahren Überlandbusse, was das günstigste Transportmittel in Kolumbien ist. Auf den Hauptstrecken fahren moderne Busse und auf den Nebenstrecken teils sehr alte. Die modernen Busse haben oft die Klimaanlage aufgedreht, so dass du einen warmen Pulli brauchst.

 

Ansonsten ist fliegen noch eine Alternative für die langen Strecken oder wenn du an die abgelegene Pazifikküste fahren willst.

 

Reisekosten

Tagesbudget 25 bis 40 Euro
detaillierte Auflistung der Reisekosten

 

Sicherheit

In den letzten Jahren ist Kolumbien viel sicherer geworden. Wie in ganz Südamerika gibt es Gegenden und Stadtviertel, die du eher meiden solltest. Ansonsten würde ich Nachfahrten in Bussen vermeiden, besonders im Süden und entlegenen Gebieten. Hier sind noch ein paar Tipps wie du sicher durch Südamerika reist.

 

Buchtipps

Reiseführer: Lonely Planet | Rough Guide

 


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