fitzgerald-river-nationalpark

Fitzgerald River Nationalpark – Geheimtipp für Naturfreunde

Der Fitzgerald River Nationalpark ist ein Kleinod an der südwestlichen Küste von Australien, er erstreckt sich von Hopetoun bis Bremer Bay. Es ist ein fast unberührter Landstrich mit einer atemberaubend schönen Küste, grünen Bergen, einer einzigartigen Pflanzenwelt und vielen Tieren. Wer gerne in der Natur unterwegs ist und Ruhe sucht, wird ihn mögen. Wir waren positiv überrascht, wie abwechslungsreich und schön er ist.

 

Der Park zählt zu den größten von Australien, aber nur ein Bruchteil ist erschlossen. Nur der Ostteil ist über eine asphaltierte Straße von Hopetoun bis zum Hamersley Inlet erreichbar, der Rest ist allerhöchstens per 4WD bei trockenem Wetter befahrbar. Sobald es regnet, werden jedoch viele Straßen gesperrt, da sie unpassierbar werden.

 

Der Cape Le Grand Nationalpark mag spektakulärer sein, aber der Fitzgerald River hat dafür viel mehr Abwechslung zu bieten.

 

fitzgerald-river-nationalpark kliff

 

Was macht den Fitzgerald River Nationalpark so besonders?

Es ist vor allem die Pflanzenwelt, die ihn so einzigartig macht. Etwa 20 Prozent der australischen Pflanzenwelt ist im Park zu finden, viele von ihnen wachsen nur in dieser Region. Wie zum Beispiel die „Royal Hakea“, eine kerzenförmige Pflanze, die bis zu drei Meter hoch werden kann. Sie erinnert ein wenig an buntes Kohlgemüse, dass einen schönen Farbverlauf von gelb, orange bis grün hat.

 

Und dann ist es vor allem seine Abgeschiedenheit, die ihn so besonders macht. Wir haben im Park nur ein paar Langzeitcamper und Angler getroffen, die meist für mehrere Wochen bleiben. Am letzten Abend kamen noch ein paar Surfer an, die hier die Wellen für sich allein haben.

 

Auf unseren Wanderungen waren wir komplett alleine unterwegs, was ideal war, um Tiere zu beobachten. Zwischendurch sind wir immer mal wieder, Kängurus, Wallabies, Waranen, Echsen und unzähligen Vögeln begegnet. Mit etwas Glück kannst du sogar die süßen Honey Possums sehen.

 

Im Inland gibt es einige salzwasserhaltige Seen (Inlets), wo es vor Vögeln wimmelt. Da waren Pelikane, Enten, Möwen und kleine Watvögel. Aber auch im Buschland piept und flattert es überall. Da noch so viele Pflanzen am blühen waren, schwirrten überall Insekten umher, die wiederum von Vögeln gejagt wurden.

 

Weitere Highlights

  • Four Mile Beach: Treppe zum Strand ist weggespült, aber vom Nachbarstrand Barren Beach kannst du zurücklaufen
  • Barren Beach Lookout: schöne Aussicht, besonders zum Sonnenaufgang
  • Barren Beach: Strandspaziergang
  • Cave Point: Aussichtsplattform direkt am Kliff mit schöner Aussicht auf den West Beach
  • Mylies Beach: ideal zum Schwimmen

 

fitzgerald-river-nationalpark

 

Wanderungen im Park

Hakea Trail

Ansonsten ist es die abwechslungsreiche Landschaft, die den Fitzgerald River Nationalpark auszeichnet. Wir waren zwei Tage auf dem Hakea Trail unterwegs, der teilweise direkt entlang der Steilküste verläuft, wo unten die großen Wellen branden. Dann geht es quer durchs Buschland mit schönen Blicken auf die umliegenden Berge.

 

Wir sind von West Beach bis zum Edwards Point gelaufen und haben etwa fünf Stunden für den Hin- und Rückweg gebraucht. Noch schöner fanden wir die Strecke von Hamerslet Inlet bis zum Whalebone Coast Lookout, da sie viel abwechslungsreicher war und oft direkt entlang der Küste verlief. Danach geht der Weg viel über Schotterpiste und weiter im Hinterland, daher fanden wir diesen Teil nicht so interessant.

 

Zieh festes Schuhwerk zum Wandern an, es gibt nicht viel Gestrüpp, daher kannst du auch mit kurzer Hose laufen.

 

Link-Tipp: Mehr Infos und eine Übersichtskarte findest du hier.

 

East Mount Barren

Wer eine schöne Aussicht haben will, der sollte auf den East Mount Barren hochkraxeln. Er ist nicht sehr hoch, nur 311 Meter, dafür ist der Ausblick von oben spektakulär. Leider hatten wir am letzten Morgen Pech mit dem Wetter, daher sind wir nicht hoch.

 

Plane etwa zwei bis drei Stunden für die Wanderung ein und zieh gute Schuhe an.

 

muscheln

 

Point Ann ist beliebt bei Walen

Point Ann ist ein Geheimtipp für alle, die Wale hautnah erleben wollen. Die Bucht liegt mitten im Fitzgerald River Nationalpark und ist nicht mit einem normalen PKW erreichbar. Point Ann ist beliebt bei Walen, die jedes Jahr hier vorbeischauen. Vor allem die Südlichen Glattwale (Southern Right Whales) verweilen hier im Winter (Juni bis Ende Oktober), um ihre Jungen zu gebären und die ersten Monate in der geschützten Bucht aufzuziehen. Glattwale sind imposante Tiere, die bis 18 Meter groß werden können.

 

Entlang der gesamten Küste zwischen Hopetoun und der Doubtful Insel kannst du Wale beobachten. Denn auch Buckelwale (Humpback Whales) ziehen hier zwischen Juli bis Oktober durch, mit etwas Glück kannst du sogar Blauwale, Orcas (Januar bis April) und Minkwale sehen.

 

Es gibt Aussichtsplattformen in Point Ann, um die Wale von Land zu beobachten, aber noch besser ist eine Bootstour von Bremer Bay zu machen. Besonders die Glattwale kommen sehr nah an die Küste mit ihren Jungen.

 

fitzgerald-river-nationalpark

 

Infos für den östlichen Teil vom Fitzgerald River Nationalpark

Anreise

Der Park liegt 180 Kilometer nordöstlich von Albany und 220 Kilometer westlich von Esperance. In Ravensthorpe musst du den Highway 1 verlassen und in Richtung Hopetoun fahren. Kurz vorm Ort biegst du zum Park ab.

 

Wer einen 4WD hat, kann auch den restlichen Teil des Parks erkunden. Vom Highway 1 gibt es mehrere Zugangsmöglichkeiten vom Norden her.

 

Nationalpark

Eintritt: 13 AUD pro Fahrzeug
Link-Tipp: Übersichtkarte vom östlichen Teil des Fitzgerald River Nationalparks

 

Campingplätze

Erst vor kurzem scheint alles im Park erneut worden zu sein, überall gibt es top Sanitäreinrichtungen, neue Info-Tafeln, BBQ-Anlagen und Aussichtsplattformen.

 

Die beiden Campingplätze, die per Auto zu erreichen sind, sind einfach, aber modern. Es gibt natürlich noch mehr, aber diese sind nur zu Fuß oder 4WD zu erreichen. Nirgendwo im Park gibt es fließendes Wasser, daher musst du alles selber zum Trinken, Kochen und Waschen mitbringen.

 

Den Four Mile Beach Campground fanden wir etwas schöner und es gab auch zwei Gaskochstellen. Der Hamersley Inlet Campground liegt am Ende der asphaltierten Straße und ist auch nett.

 

Mitbringen

  • Ausreichend viel Wasser, um dich komplett selber zu versorgen.
  • Eine Solardusche, damit du ein paar Tage verweilen kannst oder du gehst im Meer schwimmen.
  • Ein Fernglas, um die vielen Vögel besser beobachten zu können.

 

PS.: Weitere Artikel über Australien findest du hier.

 

 

No Comment

Post A Comment

drei × 4 =